Jackery Explorer 500 und Solarpaneel vor Bergsee mit Kanufahrer

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Jackery Explorer 500 im Test: Riesen-Akku wird von Sonne geladen

Alles gleichzeitig: Das Solarpaneel lädt die Powerstation, diese versorgt eine Luftpumpe.

Mit dem Explorer 500 hat das US-amerikanische Unternehmen Jackery einen mobilen Akku im Angebot, der mehrere Geräte gleichzeitig mit Strom versorgen kann. Mit einer Kapazität von 518 Wattstunden kann er eigentlich schon als Ersatz für einen Generator herhalten, weshalb er auch als "Powerstation" bezeichnet wird. Ansprechen soll er u.a. Personen, die gerne im Freien unterwegs sind und dabei nicht auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten wollen, aber auch jene, die sich daheim auf große Stromausfälle vorbereiten wollen - also Glamper und Prepper gleichermaßen.

Pro & Contra

Pro

  • Hohe Kapazität reicht für Strombedarf unterwegs lange Zeit aus
  • Mit Tragegriff und 6,4 Kilogramm Gewicht dennoch halbwegs transportierbar
  • Kann mehrere Geräte gleichzeitig an unterschiedlichen Anschlüssen aufladen
  • Sehr simple, logische Handhabung
  • Eingebaute LED-Lampe: Nützlich in Notsituationen, leuchtet sehr lange
  • Laut Hersteller auch bei minus 10 und plus 40 Grad Celsius einsatzfähig
  • Soll nicht nass werden, hält Regen aber aus

Contra

  • USB-Anschlüsse laden nur mit 7,5 Watt gegenüber USB-C mit bis zu 100 Watt
  • Lüftergeräusch bei höheren Ladeleistungen könnte empfindliche Ohren nerven
  • Keine Warnung bei niedrigem Ladestand

Kühlschrank ja, Fön nein

Der Hersteller Jackery wurde 2012 von einem ehemaligen Batterietechniker bei Apple im Silicon Valley gegründet. In den USA ist die "Blackout"-Problematik größer als hierzulande, die Angst vor einem Stromausfall also verbreiteter. Der Explorer 500 soll die zum Teil nehmen. Er weist neben drei 12-Volt-Anschlüssen und drei USB-Ports (kein USB-C mit höherer Ladeleistung) eine Schuko-Steckdose auf, über die man bis zu 500 Watt mit 230 Volt ziehen kann. Bei vollgeladener Powerstation kann man mit dieser Leistung einen Haushaltskühlschrank über mehrere Stunden betreiben.

Welche Geräte sich sonst noch damit betreiben lassen: Fernseher, Ventilator, Router, Luftpumpen, Kühlboxen. Dazu kann man natürlich Smartphones, Laptops, Tablets, Actioncams etc. aufladen. Geräte mit höherer Leistungsaufnahme als 500 Watt unterstützt die Powerstation jedoch nicht, etwa Elektrogriller, Mikrowellen, Bohrmaschinen, Haarföns oder Wasserkocher.

Bei höheren Ladeleistungen wird im Inneren des Explorer 500 ein Gebläse aktiviert, um den Akku zu kühlen. Das passiert bereits bei Leistungen um 30 Watt, wie beim Schnellladen von Smartphones. Das Gebläse läuft dabei aber nicht dauerhaft. Das Geräusch ist nicht besonders laut und störend, aber in ruhigen Innenräumen fällt es auf.

Powerstation auf einer Kühlbox am Campingplatz

Eine Kühlbox mehrere Stunden lang mit Strom zu versorgen, ist für den Jackery Explorer 500 kein Problem

SOS-Licht, aber keine Ladestandwarnung

Mit ihrem Tragegriff kann man die 6,4 Kilogramm schwere Powerstation leicht transportieren. An der Seite gibt es auch eine LED-Taschenlampe, die nicht besonders hell ist, aber sehr sparsam. Angeblich leuchtet sie auch bei nur noch einem Prozent Ladestand noch ganze 24 Stunden. Außerdem kann sie bei längerem Tastendruck selbstständig ein SOS-Signal abgeben.

Wieviel Strom noch im Akku verbleibt und mit welcher Leistung er gerade abfließt, erkennt man an einem kleinen Display an der Vorderseite. Dessen Beleuchtung schaltet sich nach ein paar Sekunden ab, kann aber per Knopf daneben reaktiviert werden. Warnsignale, dass sich der Stromvorrat dem Ende zuneigt, gibt es bei der Explorer 500 Powerstation nicht. Man muss den Ladestand also selbst im Auge behalten.

Technische Spezifikationen

Jackery Explorer 500

  • Kapazität: 518,4 Wh
  • Batterie: Lithium-Ionen
  • Gleichspannungseingang: 24 Volt
  • Ausgänge: 1 x 230 Volt, 50 Hz AC (max. 500 W), 1 x 12 V, 10 A, 2 x 12 V, 7 A, 3 x USB-A, 5 V
  • Gewicht: 6,4 kg
  • Abmessungen: 30 x 19,3 x 24,2 cm
  • Betriebstemperatur: -10 bis +40 Grad Celsius
  • Lebenszyklen: mehr als 500

Jackery Solarsaga 100

  • Spitzenleistung: 100 W
  • Netzspannung: 18 V
  • Strom: 5,55 A
  • Zusätzliche Ausgänge: 1 x USB-A, 5 V, 2,4 A, 1 x USB-C 5 V, 3 A
  • Abmessungen gefaltet: 61 x 53,5 x 3,5 cm
  • Abmessungen entfaltet: 122 x 53,5 x 2 cm
  • Gewicht: 4 kg

Solarpaneel zum Aufklappen

Aufladen kann man den Explorer 500 über ein Netzladegerät, über den 12-Volt-Anschluss im Auto oder über ein Solarpaneel. Mit dem Solarsaga 100 hat Jackery ein passendes im Angebot. Mit Tragegriffen ausgestattet, lässt sich dieses annähernd quadratische Teil zu einer 122 mal 53 Zentimeter breiten Fläche auffalten. An der Rückseite klappt man zwei Standfüße aus, holt ein Kabel hinter einem Reißverschluss hervor, steckt dieses in die Powerstation und schon wird aufgeladen.

Das Solarsaga 100 kann auch alleinstehend genutzt werden, etwa um bis zu zwei Smartphones per USB- und USB-C-Anschluss aufzuladen. Die Kombination mit der Powerstation bietet sich allerdings an, um stets die maximale Ladeleistung zu erhalten. Das Solarpaneel erzeugt bei optimalen Bedingungen Strom mit 100 Watt. Laut dem Hersteller soll es den Explorer 500 in rund 14 Stunden laden können. Die Annahme ist klarerweise sehr optimistisch. Auf einem Wiener Balkon hat das Paneel den Ladestand der Powerstation an einem durchgehend sonnigen ganzen Tag um 30 Prozent erhöht.

Powerstation und Solarpaneel auf einem Balkon

Das Gespann aus Explorer 500 und Solarsaga 100 auf dem Balkon

Robuster, als Hersteller glaubt

Obwohl Explorer 500 und Solarsaga 100 offensichtlich für den Outdoor-Einsatz ausgelegt sind, gibt sich der Hersteller sehr vorsichtig, was die Wetterbeständigkeit der Produkte anbelangt. Sie sollten nicht nass werden, wird in der Beschreibung geraten. Im Test wurden beide Geräte angeregnet, das Solarpaneel gar von Kindern becherweise mit Wasser begossen. Der Funktionalität hat dies bislang nicht geschadet. Der Explorer 500 soll laut Hersteller auch keiner großen Hitze ausgesetzt werden. In der prallen Sommersonne zu stehen, machte der Powerstation im Test nichts aus. Um die Lebenszeit zu verlängern, ist es aber wahrscheinlich keine schlechte Idee, sie hinter dem Solarpaneel zu verstecken.

An der Rückseite des Paneels platziert, hat der Akku einen weiteren Vorteil. Bei etwas stärkerem Wind wird das Solarpaneel nämlich einfach umgeworfen. Das kann man verhindern, indem man an zwei Ösen an der Oberkante des Paneels eine Schnur anbringt und diese unter dem Akku einklemmt.

Moderate Preise

Mit dem Explorer 500 und dem Solarsaga 100 hat Jackery jedenfalls ein gut harmonierendes Paket zur mobilen Stromversorgung im Angebot. Verglichen mit Konkurrenzangeboten sind ihre Preise moderat. Der Explorer 500 kommt auf 599,99 Euro, das Solarsaga 100 auf 299,99 Euro.

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David Kotrba

Ich beschäftige mich großteils mit den Themen Mobilität, Klimawandel, Energie, Raumfahrt und Astronomie. Hie und da geht es aber auch in eine ganz andere Richtung.

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