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01/27/2020

Selbstladende Hybrid-Autos: Toyota-Werbung täuscht Kunden

Lexus bewirbt seine Hybrid-Autos als selbstladend. In Norwegen wurde die Werbung nun verboten, da sie irreführend sei.

"Self-Charging Hybrids", also selbstladender Hybrid, heißt es in einer Lexus-Werbung. Die Lexus-Hybrid-Autos würden sich während der Fahrt von selbst aufladen - "auf diese Weise sind sie immer einsatzbereit". Die Marketingkampagne über "100 Prozent selbstladende" Hybrid-Autos muss die Lexus-Mutter Toyota nun stoppen, zumindest in Norwegen.

Dort hat der Werberat entschieden, die Lexus-Werbung sei irreführend und daher nicht erlaubt. Durch die Werbung entstehe der Eindruck, die Energie für die Hybrid-Batterie sei kostenlos und entstehe quasi aus der Luft. Allerdings werde die dafür notwendige Elektrizität durch den Einsatz von Diesel beziehungsweise Benzin hergestellt, halten die norwegischen Konsumentenschützer fest.

Irreführend

Da die Lexus-Werbung bei potenziellen Kunden einen falschen Eindruck hinterlassen könnte, handle es sich hierbei um eine verbotene Praxis. Toyota muss sich nun also für die Lexus-Hybrid-Werbung in Norwegen einen anderen Slogan überlegen.

In der deutschsprachigen Lexus-Werbung liest sich das ganz ähnlich: "Sobald Sie auf dem Fahrersitz eines Fahrzeugs mit Lexus Hybrid Drive Platz nehmen, kommen Sie entspannt und ohne externes Aufladen an jedes Ziel." Und weiter: "Ein selbstladender Lexus Hybrid kombiniert Benzin- und Elektromotor für ein umweltschonendes, kraftstoffsparendes Fahrerlebnis, das komfortabel, mühelos und dynamisch ist. Kein Aufladen. Kein Diesel. Keine Kompromisse."

Beim Werberat in Österreich liegen keine diesbezüglichen Beschwerden vor. 

Japanische Autohersteller und Elektromobilität

Bei den beworbenen Lexus-Autos handelt es sich um so genannte Hybrid Electric Vehicle (HEV) und nicht um Plug-in-Hybride (PHEV). Der Unterschied: Anders als PHEVs kann man HEVs nicht an das Stromnetz anschließen, um den Akku zu laden. Dieser wird bei HEVs ausschließlich während der Fahrt unter Einsatz von Rekuperation und Treibstoff geladen.

Die japanischen Autohersteller, allen voran Toyota, Mazda und Honda, tun sich besonders schwer mit der Umstellung auf Elektromobilität. In der jüngsten Vergangenheit sind Manager der Unternehmen immer wieder mit fragwürdigen Aussagen aufgefallen.

Laut Jack Hollis, Toyota-Geschäftsführer für Nordamerika gibt es keine Nachfrage nach Elektroautos. Bob Carter, der Sales-Chef bei Toyota in Nordamerika warnt etwa vor einem "Elektro-Armageddon" und der Honda-Chef Takahiro Hachigo ist sich nicht ganz sicher, ob Menschen überhaupt E-Autos wollen.