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Wie viel Speicher brauche ich in meinem Smartphone?

Steht der Kauf eines neuen Smartphones bevor, sollte abgesehen von Kamera, Chip, Akku, etc. auch die Speicherkapazität des Geräts ein entscheidender Faktor für die Kaufentscheidung sein. Je mehr Speicher, desto besser, jedoch ist der größere Speicherplatz in der Regel mit einem Aufpreis verbunden.

So kostet ein Samsung Galaxy S22 Ultra mit 128 GB 1.249 Euro (UVP), während die doppelte Speichermenge um 100 Euro und die 512 GB-Version um 200 Euro teurer sind. Beim iPhone 13 ist der Preisunterschied nochmal höher.

Nutzungsgewohnheiten sind entscheidend

Allgemein ist zu beachten, dass ein Teil des Speicherplatzes nicht individuell nutzbar ist, da er vom Betriebssystem und vorinstallierten Anwendungen belegt wird. Sieht man sich das Gerät im Geschäft vor dem Kauf an, kann durch einen einfachen Blick ins Einstellungsmenü geprüft werden, wie viel tatsächlich zur Verfügung steht. Alternativ kann man diese Angabe bei vielen Geräten natürlich auch googeln.  

3 Datentypen, die einen großen Teil des internen Speichers eines Smartphones beanspruchen, sind Fotos, Videos bzw. Filme und Musik. Nimmt man regelmäßig viele Fotos und Videos auf oder ladet sie herunter, kann es bei  128 GB sehr schnell knapp werden. Samsung schätzt, dass ein 128-GB-Smartphone im Schnitt insgesamt 900 Fotos, 60 Minuten UHD-Videomaterial, 1.000 Lieder, 20 Filme und über 100 Applikationen und Spiele speichern kann.

Videos als Speicherfresser 

Insbesondere haben Videoaufnahmen neuerer Smartphones eine hohe Auflösung, die entsprechend mehr Platz einnehmen. Eine Minute in Full HD aufzunehmen braucht gerade mal 100 MB, während die gleiche Zeitspanne in 4K etwa das Dreifache und in 8K sogar das Sechsfache an Speicher benötigt.

Streamt man Musik, Filme und Fernsehsendungen eher als sie herunterzuladen, könnten schon 64 GB ausreichend sein. Allerdings ist zu beachten, dass Streamingdienste, die man offline nutzen kann, die Daten auch auf dem Gerät speichern bzw. Speicherplatz erfordern.

Ein weiterer Nutzungsfaktor ist das mobile Gaming und größere Applikationen. Spielt man viele grafikintensive Spiele wie Call of Duty oder PUBG auf dem Smartphone, wird mehr verfügbarer Speicher benötigt. Aber auch vermeintlich simple Apps sind oft Speicherfresser. Nur ein Beispiel: Die iOS-App des populären Chat-Dienstes Discord schlägt etwa mit stolzen 124MB zu Buche.

Mehr Speicher schaffen

Bevor man jetzt gleich zum nächsten Smartphone-Händler rennt, sollte man nicht vergessen, dass man nicht nur auf den internen Speicher angewiesen ist. So könnte man seine Speicherkapazität durch diverse Cloud-Dienste erweitern, die je nach Anbieter und Funktionsumfang gratis sind.

Außerdem besteht wie immer noch die Möglichkeit, Smartphone-Daten extern auf dem Rechner oder Festplatten zu speichern, sowie ungenützte Apps und Dateien zu löschen. Einige Smartphones und Applikationen können bei der Reinigung des Datenhaushalts helfen:

Datenmüll entfernen auf dem Xiaomi 11T Pro

Der Speicher kann aber zum Teil auch mit SD-Speicherkarten bis zu einem Terabyte vergrößert werden. Allerdings verfügen viele der neuen Geräte und iPhones allgemein nicht über den nötigen Steckplatz, weshalb diese Option wegfällt. Dafür gibt es Flash-Laufwerke z. B. von Sandisk, die an ein Telefon aber auch ein Tablet angeschlossen werden können, meist mit einer dazugehörigen App. Es gibt sie in allen möglichen Formen und Größen.

Zumindest hat sich der Standard-Speicherplatz moderner Geräte zuletzt gesteigert. Bei iPhones ist er beispielsweise in den letzten Jahren von 32 auf 64 und seit 2021 beim iPhone 13 auf 128 GB hochgestockt worden. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, haben Personen, die sich alle paar Jahre ein neues Smartphone kaufen, wahrscheinlich weniger Sorgen, was die Speichermenge anbelangt. 

Also wie viel Speicher brauche ich jetzt?

Viele der neueren Android- und iOS-Modelle bieten auch bereits in der günstigsten Ausstattung mindestens 128 GB. Das ist, wenn man hauptsächlich Streaming-Angebote online nutzt und nicht jede Mahlzeit hochauflösend dokumentiert bzw. einen Cloud-Fotospeicher verwendet, vollkommen ausreichend.

Mobile Zocker*innen mit mehreren größeren Gaming-Apps oder Pendler*innen, die für die Zugreise Filme herunterladen, sollten eher zur 256-GB-Variante greifen.

Lädt man ständig neue Musik runter oder nutzt das Gerät beruflich bzw. regelmäßig für fotografische und videografische Zwecke, sollte man mit 512 GB gut zurecht kommen. Die Extreme sind Smartphones mit einem Speichervermögen von einem Terabyte, was schon fast an eine externe Festplatte herankommt.

Grundsätzlich sollte ein Gerät über einen Notpolster von mindestens 15 bis 20 Prozent der Speicherkapazität gegeben werden, um Hänger und eine träge Leistung zu vermeiden, sowie um genügend Platz für Software-Updates bereitzuhalten.

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Armin Nadjafkhani

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Redakteur bei der futurezone seit Oktober 2021 Interessiere mich für Wissenschaft, Technologie und Medien, aber auch für Hiphop und Filmwerke.

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