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Wann muss ich mir ein neues Handy kaufen?

Die Zeiten, in denen jede Smartphone-Generation ein unschlagbares neues Killer-Feature bringt, sind schon lange vorbei. Und auch bei den Kernfunktionen tut sich nicht mehr so viel wie früher. 

Beispiel Kamera: So ist es selbst für Apple-Kenner vermutlich schwierig, ein unter normalen Lichtbedingungen aufgenommenes Foto eines iPhone 11, 12 oder 13 voneinander zu unterscheiden. Selbiges gilt natürlich auch für die vergangenen 3 Generationen von Samsungs Galaxy-Smartphones. Auch in Sachen Leistung sind die meisten Handys ihrer Zeit oft so weit voraus, dass sie auch über mehrere Jahre ohne nennenswerte Einbußen verwendet werden können. 

Darum drängt sich die Frage auf, wann man sich überhaupt ein neues Handy kaufen muss oder sollte. Wir haben im Rahmen von "frag die futurezone" einige der Szenarien durchgespielt. 

Bauteil kaputt

Einer der offensichtlichsten Gründe, sich ein neues Handy zu kaufen, ist, wenn es offensichtliche Beschädigungen aufweist. Ein gebrochenes Display zu tauschen ist nicht selten gleich teuer oder sogar teurer, als sich ein neues Smartphone zu kaufen. Vor allem dann, wenn man nicht abgeneigt ist, gebrauchte oder generalüberholte Geräte zu kaufen. 

Hier kommt es in erster Linie auf den Individualfall an: Ein vor 2 Monaten gekauftes iPhone 13 zahlt sich eher aus zu reparieren, als ein iPhone 8 aus 2017. Hier sollte man auf jeden Fall auch im Hinterkopf behalten, wie lange der voraussichtliche Hersteller-Support noch läuft. Um beim konkreten Beispiel zu bleiben - es ist davon auszugehen, dass das iPhone 8 nur mehr bis kommendes Jahr neue iOS-Versionen enthält. Eine große Summe in die Reparatur dieses Handys zu stecken, ist also nicht zu empfehlen. 

Wenn es nur der Akku ist, dem im Alltag schon zu schnell die Puste ausgeht, kann man jenen bei vielen Modellen zu überschaubaren Kosten tauschen lassen. Bei besonders günstigen Akkus sollte man aber aufpassen, da es sich dabei um heikle Bauteile handelt, die im schlimmsten Fall auch zur Brandgefahr werden können. 

Handy sieht gut aus, funktioniert aber nicht mehr richtig

Wenn das Smartphone zwar äußerlich eine gute Figur macht, in der Bedienung aber Schwächen zeigt, kann das mehrere Gründe haben. Eine stark verkürzte Akkulaufzeit muss etwa nicht unbedingt heißen, dass dem Akku selbst etwas fehlt. Oftmals kann es auch Software sein, die zu viel Strom saugt. Auf die Schliche kommen kann man dem Übeltäter in der Regel in den Akku-Statistiken in den Einstellungen. Sowohl unter Android als auch unter iOS gibt es einen entsprechenden Punkt. 

Möglich ist auch, dass das Handy nach einiger Zeit schon langsam geworden ist. Wahrscheinlich ist, dass irgendwelche Apps die Übeltäter sind, die den Prozessor in manchen Situationen im Hintergrund auslasten. Vielleicht sind es auch Programme, die man schon lange nicht mehr verwendet hat. 

Wenn man dem Problem - sei es Akku oder langsame Bedienung - nicht von alleine auf die Schliche kommt, hilft es oftmals, das Smartphone auf die Werkseinstellungen zurück zu setzen. Unter iOS muss man dazu in den Einstellungen unter „Allgemein“, „Zurücksetzen“ und dann "Alle Inhalte & Einstellungen löschen" auswählen. 

Unter Android muss man den Punkt „Auf Werkseinstellungen zurücksetzen“ finden und auswählen. Je nach Hersteller befindet sich jener eventuell in unterschiedlichen Sub-Menüs. Bei aktuellen Samsung-Handys etwa unter „Allgemeine Verwaltung“ und dann „Zurücksetzen“.

Daten wie Fotos und Nachrichten muss man vor dem Factory Reset natürlich entsprechend absichern. Oftmals fühlt sich das Handy nach dem Zurücksetzen wie neu an. 

Eine weitere Möglichkeit, einem langsamen iPhone wieder mehr Leben einzuhauchen ist es, die werksseitige Drosselung zu deaktivieren. Die Funktion ist als „Batteriezustand“ in den Akku-Einstellungen zu finden. Dort wird auch die maximale Kapazität angezeigt und bei Bedarf ein Tausch des Akkus empfohlen.

Telefon funktioniert perfekt, ist aber alt

Wenn man ein perfekt funktionierendes Handy sein eigen nennt, kann es unter Umständen dennoch sein, dass man sich davon trennen muss. Grund dafür ist, dass das Modell unter Umständen keine Sicherheitsupdates mehr vom Hersteller bekommt. In diesem Fall ist es äußerst ratsam, auf ein neueres Gerät umzusteigen. Ansonsten läuft man in die Gefahr, dass persönliche Daten über mögliche Sicherheitslücken abgegriffen werden. 

Bei Apples iPhones kann man davon ausgehen, dass die Handys mindestens 4 bis 5 Jahre ab Erscheindatum mit den neuesten Updates versorgt werden. Um herauszufinden, welches die aktuellste iOS-Version ist, muss man lediglich apple.com/ios aufrufen. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels, ist die aktuellste Version gerade iOS 15. Um auf seinem iPhone zu sehen, welche Version gerade installiert ist, muss man in den Einstellungen auf “Allgemein” und dann auf “Info”. 

Das älteste Modell, das noch mit iOS 15 versorgt wurde, ist das iPhone 6s aus 2015. Wenn man dieses Gerät aktuell verwendet und noch damit zufrieden ist, sollte man es spätestens Ende kommenden Jahres austauschen. Wenn man ein älteres Handy hat, sollte man eher früher auf ein neues Modell umsteigen. 

Bei Android ist die Sache mit den Updates eine Spur komplizierter, es kommt auf den jeweiligen Hersteller an. Um zu sehen, wann das eigene Android-Smartphone zuletzt mit einem Sicherheitsupdate versorgt wurde, sollte man in den Einstellungen unter “Telefoninfo” und Softwareinformation den Punkt “Android-Sicherheitspatch-Ebene” suchen. Wenn dieser Zeitpunkt schon ein Jahr oder länger zurückliegt, ist es notwendig, sich ein neues Smartphone zu besorgen. 

Samsung verspricht etwa bei vielen Modellen, Updates für 4 Jahre zur Verfügung zu stellen. Sicherheitsupdates soll man sogar 5 Jahre lange bekommen. Auch die hauseigenen Pixel-Phones von Google werden in der Regel lange mit neuer Software versorgt. Bei Samsung sollte man sich als Benutzer*in eines Galaxy S8 oder älter langsam Gedanken über eine Neuanschaffung machen. Bei Googles Pixel wird die 3. Generation noch bis Anfang 2022 unterstützt. Danach sollte über eine Neuanschaffung nachdenken.

frag die futurezone

In der Rubrik "frag die futurezone" recherchieren und beantworten wir ausgewählte Fragen zu Tech-Themen für euch.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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