E-Bike-Ausflügler auf einer Alpenstraße

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Welches E-Bike passt zu mir?

Der warme Sommer lädt zum Radfahren ein und E-Bikes sind dabei gefragt wie nie. Wer sich ein Fahrrad mit Elektromotor zulegen möchte, sollte ein paar Faktoren beachten, um das bestmögliche Gesamtpaket zu erhalten. Hier unsere Tipps:

1. Fahrradtyp

Als erstes stellt sich die Frage, wofür und wo man ein E-Bike denn in erster Linie verwenden will. Für die Fahrt in die Arbeit, für Besorgungen in der Stadt, für Radausflüge mit der Familie oder als Sportgerät? Kurze Strecken in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln legen etwa ein Klapprad oder ein Citybike nahe. Abseits von asphaltierten Wegen sind Trekkingrad oder Mountainbike besser. Jeden Fahrradtyp gibt es heute mit Elektromotor. Wichtig ist, dass das Rad die gewünschten Einsatzzwecke erfüllt und die Rahmengröße zum eigenen Körperbau passt.

Bosch E-Bike-Motor an der Tretkurbel eines E-Bikes

Wer beim Motor auf Markenhersteller wie Bosch, Shimano, Panasonic, Brose etc. vertraut, kann kaum etwas falsch machen

2. Motor

Bei manchen E-Bikes sitzt der Motor in der Nabe des Hinter- oder Vorderrades. "In den letzten Jahren haben sich aber Mittelmotorantriebe durchgesetzt", erklärt Steffan Kerbl, E-Bike-Experte des ÖAMTC. Der Motor zwischen den Pedalen arbeitet mit höherer Drehzahl als Nabenmotoren. Außerdem kann der Motor die Gangschaltung des Fahrrades nutzen. Beides lässt ihn ökonomischer arbeiten. Dazu kommt, dass das Motorgewicht zwischen den Achsen liegt, was die Fahrstabilität erhöht. Beim Motorhersteller sollte man auf bekannte Marken vertrauen, rät der Experte - auch wenn man dafür tiefer in die Geldbörse greifen muss. Denn wer sich einmal für einen Motor entschieden hat, kann diesen am Rad kaum austauschen lassen. Kerbl: "Rahmen und Motor werden gemeinsam entwickelt."

3. Schaltung

Im Normalfall sind E-Bikes mit Kette und Umwerfer-Schaltung ausgestattet. Riemen und Radnabenschaltung sind aber ebenfalls möglich. Der Vorteil von ersterer Kombination liegt in der potenziell größeren Übersetzung zwischen den Gängen. Besonders nützlich ist das für Mountainbikes. Riemen und Radnabengetriebe zeichnen sich dagegen durch weitgehende Wartungsfreiheit aus.

4. Akkugröße

Die Größe des Akkus entscheidet darüber, wie weit man mit dem E-Bike motorunterstützt kommt. Die meistverbreiteten Akkukapazitäten sind 500 oder 650 Wattstunden. "Mit 500 Wh kommt man 70 bis 80 Kilometer weit, mit 650 Wh ca. 100 Kilometer", meint Kerbl. Für den Alltagsbetrieb sei die kleinere Akkugröße absolut ausreichend. Ein größerer Akku wird dann empfohlen, wenn eine größere Fahrradtour ansteht. Dann sei es auch relevant, wie viel das Ladegerät wiege, das man evtl. mitführen muss. Bei manchen E-Bikes lässt sich der Akku auch nachträglich durch einen größeren ersetzen. Eine Akkuposition an Sattelrohr oder im Rahmen sei fahrdynamisch vorteilhaft, am Gepäckträger seien sie aber ohnehin nur noch selten angebracht.

Fahrradcomputer auf dem Lenker eines E-Bikes

Bei Fahrradcomputern gibt es eine große Bandbreite an Funktionen

5. Aufladen und Gewicht

Achten sollte man darauf, wie das E-Bike aufgeladen werden kann. Kann der Akku zum Aufladen entnommen werden oder nicht? Wenn nein, schafft man es, das Rad leicht zu einer Steckdose zu manövrieren? Hier zählt natürlich auch, welches Gewicht das E-Bike auf die Waage bringt. Die Rahmen aktueller Modelle bestehen zwar hauptsächlich aus Aluminium, aber die Antriebskomponenten wiegen schwer. Dadurch sind andere Teile wiederum robuster ausgelegt.

6. Anhänger und Bremsen

Vor einem Kauf sollten sich Interessierte überlegen, ob sie mit ihrem E-Bike Kinder transportieren wollen, v.a. mit Anhänger. "Es gibt Räder, da ist das Anbringen von Anhängern explizit ausgeschlossen", warnt Kerbl vor bösen Überraschungen. So gut wie keine Probleme gebe es heute dagegen bei Bremsen. Während sie vor einigen Jahren noch nicht durchgehend auf das höhere Gewicht von E-Bikes abgestimmt waren, seien heute leistungsstarke Scheibenbremsen die Norm. Für manche Vorlieben seien sie sogar zu stark. Eine Fahrradwerkstatt könne hier aber leicht Änderungen durchführen.

7. Computer

Schwieriger sind nachträgliche Änderungen beim Fahrradcomputer. Hier gebe es von besonders simpel bis besonders ausgefeilt mit Navi und Smartphone-Verbindung alles im Angebot. Auf individuelle Vorlieben solle man aber am besten schon beim Kauf achten, um passende Lenkeraufnahmen und Halterungen zu bekommen.

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David Kotrba

Ich beschäftige mich großteils mit den Themen Mobilität, Klimawandel, Energie, Raumfahrt und Astronomie. Hie und da geht es aber auch in eine ganz andere Richtung.

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