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09/13/2020

Xiaomi Redmi 9 im Test: Vierfach-Kamera für 150 Euro

Das Redmi 9 setzt trotz des niedrigen Preises auf eine Quad-Kamera. Dafür sind jedoch einige Kompromisse hinzunehmen.

von Florian Christof

"Alles auf die Kamera", dachte sich wohl Xiaomi bei der Entwicklung des Redmi 9. Herausgekommen ist ein 150-Euro-Handy mit einer passablen Vierfach-Kamera. An manch anderer Stelle wurde dafür aber ordentlich gespart, wie der Test des Redmi 9 zeigt.

Das Wichtigste: Für ein Smartphone in diesem Preisbereich verfügt das Redmi 9 über eine durch und durch brauchbare Kamera. Allzu viel sollte man sich von der Fotoqualität aber dann doch nicht erwarten.

Gute Fotoqualität, aber ... 

Während die Weitwinkelaufnahmen meist einen leichten Blaustich haben, haben die Aufnahmen im Standardmodus oft einen leichten Rotstich. Zudem verlieren sich bei manchen Aufnahmen die Details im Bildrauschen.

Was mit dem Redmi 9 wunderbar funktioniert, ist die Darstellung von Tiefenunschärfe. Hier gelingen recht beeindruckende Bilder. Dafür sollte man allerdings den Standardmodus verwenden und nicht den Makro- oder Porträt-Modus, welche keinen guten Eindruck hinterlassen haben.

Bei Dunkelheit und in der Nacht lässt das Redmi 9 völlig aus. Die Fotos erscheinen verschwommen, zu dunkel und gänzlich ohne Details. Im Grunde ist die Kamera des Redmi 9 bei Dunkelheit nicht wirklich zu gebrauchen. Einen speziellen Nachtmodus gibt es nicht.

Das Kamera-Setup setzt sich zusammen aus einer Hauptkamera mit 13 MP (f/2,2), einem Weitwinkelobjektiv mit 8 MP (f/2,2), einer Makrolinse mit 5 MP (f/2,4) und einem 2-MP-Tiefensensor (f/2,4). Damit sind Videoaufnehmen mit 1080p bei 30 fps möglich.

Standardmodus

Standardmodus

Weitwinkelaufnahme

Standardmodus

Weitwinkelaufnahme

2-facher Digital-Zoom

Makromodus

Standardmodus

Weitwinkelaufnahme

2-facher Digital-Zoom

Standardmodus

Weitwinkelaufnahme

Standardmodus

Weitwinkelaufnahme

2-facher Digital-Zoom

Standardmodus

Standardmodus

Frontkamera

Die Selfie-Kamera hat 8 MP (f/2,0) und kann 1080p-Videos mit 30 fps aufnehmen. Im Standardmodus entstehen mit der Frontkamera passable Selfies.

Wählt man den Porträtmodus ist die richtige Darstellung der Tiefenunschärfe eine Glücksache: Manchmal werden Kappen, abstehende Haare oder Kopfhörer korrekt erkannt, manchmal werden Accessoires bereits unscharf dargestellt, wodurch das Bild unecht und komplett verfälscht wirkt.

Unterm Strich kann die Fotoqualität des Redmi 9 als passabel und brauchbar bezeichnet werden. Verglichen mit anderen Smartphones in diesem Preisbereich sticht das Redmi 9 positiv hervor. Mit der Fotoqualität eines 1.000-Euro-Spitzengeräts kann man jene des Redmi 9 natürlich nur schwer vergleichen.

Display

Mit dem Fokus auf die Kamera kommt die Qualität des 6,53 Zoll großen Displays etwas zu kurz. Wie für Handys um die 150 Euro üblich, setzt Xiaomi auf einen LC-Display. Dieses löst mit 1.080 x 2.340 Pixeln auf und ist von Corning Gorilla Glass 3 geschützt, was für diesen Preisbereich dann doch bemerkenswert ist.

Die Farben werden auf dem Bildschirm ganz leicht ausgewaschen dargestellt. In den Display-Einstellungen kann man hier jedoch etwas nachhelfen, wodurch der Kontrast des Screens deutlich besser wird. Auch die Helligkeit könnte etwas mehr hergeben. Im Großen und Ganzen ist der Screen dennoch von akzeptabler Qualität.

Ungewöhnlicher Fingerabdrucksensor

Ungewöhnlich für Xiaomi ist der Fingerabdrucksensor, der sich auf der Rückseite des Geräts befindet. Die Fläche des Sensors wurde nämlich auf dem Kameramodul angebracht. Entsperren lässt sich das Smartphone damit zuverlässig und schnell.

Designtechnisch fügt sich der Fingerprintsensor nahtlos ein und fällt nicht weiter auf. Doch in der Praxis wird man beim Entsperren des Geräts regelmäßig mit seinen Fingern über die Linsen der Kamera wischen, was zur ständigen Verschmutzung führt.

Als Alternative zur Gesteneingabe und dem Fingerabdruck kann das Smartphone auch mittels Gesichtserkennung entsperrt werden. Dabei wird auf ein einfaches Selfie zurückgegriffen, wodurch die Gesichtserkennung nicht als Passwortersatz herhalten kann. In der Praxis hat die Gesichtserkennung einwandfrei und zuverlässig funktioniert.

Verarbeitung und Design

Die Rückseite des Geräts besteht aus leicht gerippten Kunststoff. Das führt dazu, dass das Redmi 9 gut in der Handfläche liegt und nicht leicht herumrutschen kann. Der Rahmen um das Display ist vergleichsweise schmal und von einem Notch in Tropfenform geprägt.

Das Gewicht fällt mit 198 Gramm etwas hoch aus. Die Maße (63,3 x 77 x 9,1 mm) verdeutlichen, dass das Redmi 9 etwas klobig und dick wirkt.

Innenleben

Immer mehr Xiaomi-Geräte verabschieden sich von Qualcomms Snapdragon-Chips und setzen beim Prozessor stattdessen auf Mediatek - so auch das Redmi 9. Hier kommt der Helio G80, der von der Leistung her irgendwo zwischen der 7er und 6er Snapdragon-Reihe angesiedelt ist. Dem Mediatek-Prozessor stehen 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB interner Speicher zur Seite.

Auch wenn das Redmi 9 bei Benchmark-Tests eher schlecht abschneidet, kann der Prozessor mit sämtlichen Apps, die man so im Alltag verwendet, wunderbar umgehen. Bei Instagram, Facebook, WhatsApp, Reddit oder im Browser kommt es zu keinerlei Verzögerungen.

Bei intensiver Nutzung und aufwändigen Games oder sonstigen ressourcenintensiven Apps, kommt der Mediatek-Prozessor allerdings an seine Grenzen und kann schon mal leicht ins Stocken geraten.

Wer mit den 64 GB internen Speicher kein Auslangen findet, kann auf eine microSD-Karte zurückgreifen, welche einen eigenen Slot im SIM-Tray hat. Zusätzlich zur microSD-Karte können noch 2 SIM-Karten eingelegt werden.

Bluetooth 5.0 LE ist an Bord, ebenso wie NFC und Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac. Außerdem steht ein herkömmlicher 3,5mm-Kopfhöreranschluss zur Verfügung, ein FM-Radio-Modul sowie ein Infrarot-Port.

Akku

Der Akku hat eine Kapazität von 5.020 mAh und kann mit maximal 18 Watt geladen werden. In diesem Preisbereich kann die Ladeleistung durchaus als Spitzenwert bezeichnet werden. Die Möglichkeit das Redmi 9 kabellos zu laden gibt es nicht.

Die Hardware-Ausstattung und der große Akku verleihen dem Gerät Ausdauer. So hält er schon mal 2 Tage durch, wenn man das Handy nicht allzu intensiv nutzt.

Software

Beim Redmi 9 kommt Android 10 und Xiaomis Benutzeroberfläche MIUI 11 zum Einsatz. Obwohl Xiaomi bereits seine Benutzeroberfläche MIUI in der Version 12 veröffentlicht hat, kommt das Redmi 9 noch mit MIUI 11. Ein Update auf MIUI 12 soll folgen.

Fazit

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Redmi 9 kann sich sehen lassen. Auch wenn es bei der Kamera einige Punkte zu bemängeln gibt, ist sie für diesen Preisbereich eine Top-Kamera.

Auch abseits der Kamera bietet das Redmi 9 eine vergleichsweise hervorragende Ausstattung für ein 150-Euro-Handy: Display, Innenleben und sonstige Funktionen lassen kaum zu wünschen übrig.

Wer nicht mehr als 150 Euro für ein Handy ausgeben will, wird kaum ein Smartphone mit einer besseren Kamera und einer besseren Ausstattung finden.

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