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© REUTERS/NASA

Science
06/15/2020

Astronomen stellen Modell unseres Universums in Frage

Eine neue Technik zur Entfernungsmessung von Galaxien stimmt mit der Hubble-Konstante nicht überein.

Das Universum weitet sich schneller aus als zuvor angenommen. Das geht zumindest aus einer neuen Studie der Harvard-Universität und des Smithsonian Instituts hervor. Astronomen haben die kosmischen Entfernungen von Galaxien anhand neuer Techniken berechnet, die mit der Hubble-Konstante, mit der grundsätzlich die Expansionsrate des Universums berechnet wird, nicht übereinstimmen.

Nicht nur die Hubble-Konstante, auch das Standardmodell der Kosmologie, auf dem der Hubble-Wert basiert, könnte damit einer Überarbeitung bedürfen, berichtet Space.com.

Zahlreiche Teleskope

Für die neue Entfernungsmessung zu mehreren Galaxien wurde eine Reihe an unterschiedlichen Teleskopen weltweit zur Hilfe genommen, darunter das National Science Foundation's Very Long Baseline Array (VLBA), das Karl G. Jansky Very Large Array (VLA), das Robert C. Byrd Green Bank Telescope (GBT) und das deutsche Effelsberg-Teleskop.

Die Expansionsrate (Hubble-Konstante) beträgt demzufolge 73,9 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec. Davor lag der Wert bei 67,4 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec. Galaxien sind näher zur Erde, als zuvor angenommen. Einen ähnlichen Wert (73,2 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec) hat vor rund vier Jahren auch das Hubble Weltraumteleskop der NASA berechnet, wie die futurezone berichtet hat. Dafür wurden 19 der am weitesten von der Erde entfernten Galaxien beobachtet.

Die Hubble-Konstante erreicht je nach Messmethode unterschiedliche Werte, wodurch sich ein Mittelmaß errechnen lässt, das innerhalb der Schwankungsbandbreite der Analysemethoden liegt. Das aktuelle Ergebnis lässt sich damit aber nicht vereinbaren.