Nachbildung des Trierarchuncus Prairiensis

© Boban Filipovic

Science
07/15/2020

Bizarrer Dinosaurier mit Klauen-Ärmchen entdeckt

Der T.prairiensis hatte an jedem Daumen eine große Klaue. Damit wühlte er unter anderem in Insekten-Nester.

Unlängst haben Paläontologen des Badlands Dinosaur Museum in North Dakota einen kuriosen Dinosaurier entdeckt, der außergewöhnliche Klauen-Ärmchen hat. Er gehört zur Gruppe der Alvarezsauroidea, die lange Beine sowie eine lange Schnauze hatte. Die war mit winzigen, simplen Zähnen gefüllt. Der Straußen-artige Körper des Sauriers war zudem mit primitiven Federn bedeckt.

Das Lebewesen hatte extrem kurze Arme, die dafür aber sehr kraftvoll waren. Pro Hand sind eine große Daumenklaue und 2 kleinere auf den beiden Fingern. Die Paläntologen vermuten, dass das Lebewesen die große Klaue zum Auseinanderreißen von Pflanzen oder morschem Holz sowie zum Wühlen in Insekten-Nester genutzt hat. Vor dem neuen Fund gingen Forscher davon aus, dass der Alvarezsaurus generell nur einen Finger hatte. Der erste bekannte Alvarezsaurus wurde 1993 in der Mongolei entdeckt und als „Mononykus“ ("Eine Klaue") bezeichnet. 

"Captain Hook der Prärie"

Getauft wurde der Dinosaurier "Trierarchuncus Prairiensis". „Trierarch“ bezieht sich auf einen hochseetüchtigen Kapitän in Griechenland, während der lateinische Begriff „Uncus“ einen Haken beziehungsweise eine Klaue meint. Der neu entdeckte Saurier wird deshalb liebevoll als „Captain Hook der Prärie“ bezeichnet.

Verhältnismäßig klein

Der T.prairiensis soll den Forschern zufolge eine Länge von etwa 3 Metern erreicht haben. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen wie etwa dem Tyrannosaurus, der eine Länge von bis zu 6 Metern erreichen konnte, war er recht klein. Der Triceratops hingegen konnte bis zu 9 Meter lang werden. 

Laut Science Alert war die Familie der Alvarezsauroidea zuvor nur zum Teil bekannt, nachdem kleinere Fragmente oder Fossilien in Asien und Südamerika gefunden wurden. Alvarezsauroidea ist eine Gruppe kleiner Maniraptoran-Dinosaurier. Zu diesen zählen auch jene Lebewesen, die sich zu Vögel weiterentwickelt haben.

Mit dem neuen Fund mehrerer Klauen gelang es nun, das Lebewesen nachzubilden.

Hell-Creek-Formation

"Captain Hook" soll vor 66 Millionen Jahren gelebt haben. Entdeckt wurden seine Klauen in der obersten Schicht in der Hell-Creek-Formation. Hier finden sich Sedimentgesteine der Späten Kreide und des frühesten Paläozäns und ist eine wichtige Lagerstätte von Dinosaurier­fossilien.

Die Einteilung der jeweiligen Spezies wird vom Aussehen im jungen Alter erleichtert. „Dinosaurier haben sich in ihrer Entwicklung stark verändert“, sagen die Forscher. Form und biologische Struktur ähneln bei jungen Lebewesen jenen ihrer Vorfahren, anstatt jenen der Erwachsenen ihrer Spezies.

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