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Science
07/22/2020

Corona-Experiment: Konzert mit 4.000 Menschen geplant

Bei einem Konzert von Tim Bendzko wird untersucht, welches Risiko von Massenveranstaltungen ausgeht. Es werden Freiwillige gesucht.

Auf Konzerte müssen viele Musikfans wohl noch eine ganze Weile verzichten. Einige Veranstaltungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben, andere finden erst im kommenden Jahr statt. Nun will eine deutsche Forschergruppe der Universitätsklinik Halle testen, wie hoch das Ansteckungsrisiko bei einem Konzert mit 4.000 Besuchern ist und Berechnungen für zukünftige Veranstaltungen aufstellen.

Deshalb wird am 22. August ein Konzert des deutschen Singer-Songwriters Tim Bendzko in Leipzig stattfinden. Dafür suchen die Wissenschaftler noch gesunde Probanden zwischen 18 und 50 Jahren. Sie müssen vor dem Durchführen des Experiments einen Corona-Test machen. Während des Test-Konzerts gelten strenge Hygienevorschriften wie das ständige Tragen von FFP2-Masken.

Mathematisches Modell

Drei Szenarien werden beim Konzert durchgespielt. Zunächst wird ein normaler Konzert-Ablauf durchgeführt, wie er vor der Pandemie stattgefunden hätte. Dabei werden die Besucher über 2 Eingänge ohne Abstands- oder Hygieneregeln eingelassen. Im zweiten Szenario werden mehr Eingänge geöffnet und es gelten strengere Hygiene- und Abstandsvorschriften. Im dritten Szenario wird die Zahl der Besucher auf 2.000 reduziert und im Zuschauerraum wird ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten.

Die Forscher wollen ein mathematisches Modell entwickeln, mit dem sie das Ansteckungs- und Ausbruchsrisiko bei solchen Veranstaltungen berechnen wollen. Neben der Situation in der Konzerthalle soll auch einkalkuliert werden, mit wie vielen Menschen man bei der Anreise in Kontakt kommt.

Fluoreszierendes Desinfektionsmittel

Dafür messen die Wissenschaftler alle 5 Sekunden die Kontakte jedes Konzertgängers im Umkreis von 30 Metern. Alle Probanden erhalten daher ein eigenes Kontakt-Tracing-Gerät. Zudem wird fluoreszierendes Desinfektionsmittel ausgegeben. So lassen sich nach der Veranstaltungen Orte identifizieren, wo sich besonders viele Viren sammeln könnten. Mit einer Nebelmaschine wird getestet, wie sich Aerosole in der Halle verbreiten.

Große Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind in Österreich derzeit für bis zu 250 Besucher erlaubt. Ab August soll diese Zahl auf 500 Personen erhöht werden, unter besonderen Umständen sogar bis 1.000 Personen.

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