Impfung in Österreich

Impfung in Österreich

© APA/GEORG HOCHMUTH

Science

Verschwörung widerlegt: Corona-Impfstoff verbreitet sich nicht ohne Impfung

„Kein Sex mit Geimpften“, „bleibt Geimpften fern“, oder "vermietet nicht an Geimpfte", heißt es in manchen Facebook- und Telegram-Gruppen, die den sogenannten Impfstoff-Gegner*innen zuordenbar sind. In Kreisen von Verschwörungstheoretiker*innen verbreiten sich derartige Aussagen seit einigen Wochen im Eiltempo.

In den USA gehen die Impfgegner*innen einem Vice-Bericht zufolge sogar noch einen Schritt weiter und wappnen sich gegen die Geimpften, in dem sie plötzlich freiwillig Masken tragen und Abstand halten - Dinge, die sie bisher strikt abgelehnt haben. Die Angst, sich mit dem Impfstoff gegen das Coronavirus anzustecken, sitzt bei manchen bereits tief. Da sich diese Verschwörungstheorien immer rascher verbreiten und auch in Österreich angekommen sind, ist es wichtig, aufzuklären.

Wie das Gerüchte zustande kam

Die Science-Redaktion der Austria Presse Agentur (APA) hat sich diesem Thema nun in einem eigenen Faktencheck gewidmet.

Laut Verschwörungstheoretiker*innen würden die im Falle einer Covid-19-Impfung die produzierten Spike-Proteine von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Doch diese Annahme ist falsch. Ihren Ursprung hat diese falsche Annahme in einer Studie von Pfizer, bei der der Einfluss von Umwelt-Expositionen bei Schwangeren untersucht werden sollte. Dabei ging es tatsächlich darum zu checken, wie sich Hautkontakt oder Inhalation der Impfung auf Schwangere auswirkt. „Eine Übertragung des Impfstoffes durch Geimpfte an Ungeimpfte ist nicht möglich. Eine Stelle in einer Pfizer-Studie wird missinterpretiert“, heißt es in dem Faktencheck der APA.

Corona-Impfung nur über Injektion übertragbar

Mit einer Übertragung des Impfstoffes habe dies alles nichts zu tun, erklärte Sylvia Nanz, Country Medical Director von Pfizer Austria der APA. Bei derartigen Studien, wie jener, die Pfizer durchgeführt hatte, werden lediglich mögliche Expositionswege berücksichtigt, etwa beim Auftauen und Verdünnen des Impfstoffes. Ein versehentlicher Kontakt mit dem Impfstoff sei am ehesten durch Hautkontakt oder Einatmen denkbar. Der Impfstoff kann aber ausschließlich über eine Injektion in den Körper gelangen. Impfgegner*innen haben die Studie daher komplett misinterpretiert.

"Durch eine sekundäre Exposition bzw. Umweltexposition kann der Impfstoff nicht übertragen werden", so Nanz. Auch die produzierten Spike-Proteine seien an die betreffenden Zellen gebunden, weshalb eine Weitergabe nicht vorstellbar ist. Auch der Infektiologe Herwig Kollaritsch hält die Idee der Übertragung durch Hautkontakt für „völlig absurd“. Inaktivierte Impfstoffe wie die Covid-Impfungen könnten niemals auf Dritte übertragen werden.

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