The coronavirus disease (COVID-19) vaccine test in Thailand

© REUTERS / ATHIT PERAWONGMETHA

Science
06/24/2020

Corona-Impfstoffe könnten bei alten Menschen unzureichend wirken

Britische Forscher schlagen darum ein Impfprogramm vor, bei dem andere Bevölkerungsgruppen immunisiert werden.

Aktuell werden auf der ganzen Welt mehrere verschiedene Impfstoffe für das neuartige Coronavirus entwickelt. Britische Forscher warnen nun, dass ein Vakzin bei den Menschen nur unzureichend wirken könnte, die am meisten durch die Krankheit gefährdet sind, nämlich bei älteren Personen. 

Genau das würde auch eine wichtige Rolle für das Konzept spielen, nachdem die Bevölkerung immunisiert wird, berichtet der Guardian. Demnach könnte man ältere Menschen stattdessen dadurch schützen, indem man die Bevölkerungsgruppen impft, die Kontakt mit ihnen haben. Dazu zählen etwa Kinder oder Gesundheitspersonal. 

Influenza

Einen entsprechenden Plan legte der Wissenschaftler Peter Openshaw nun dem Wissenschaftskomitee des britischen Oberhauses vor. "Manchmal ist es möglich, eine gefährdete Gruppe zu schützen, indem man auf eine andere Gruppe abzielt, ähnlich wie man es bei Influenza macht”, so der Forscher. So werden in Großbritannien bereits seit Jahren Kinder mit einem entsprechenden abgeschwächten Lebendimpfstoff geimpft. 

Ältere Menschen seien grundsätzlich von mehr entzündlichen Krankheiten im Körper betroffen, was im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus dann auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen kann. Laut dem britischen Immunologen Arne Akbar gehe man aktuell davon aus, dass ältere Menschen möglicherweise durch die Kombination aus einem entzündungshemmenden Medikament - wie etwa Dexamethason - sowie einem Impfstoff geschützt werden könnten.

Immunantwort

Aktuell ist noch unklar, welche Immunantwort es vom menschlichen Körper braucht, um einen Schutz gegen das Coronavirus aufzubauen. So wird etwa untersucht, wie ein entsprechendes Impfschema aufgebaut sein muss bzw. wie oft ein Stoff injiziert werden muss. 

Die Impfstoffexpertin Sarah Gilbert von der Universität Oxford sagt, dass wahrscheinlich keiner der 140 in Entwicklung befindlichen Impfstoffe perfekt sei. Ein wirksamer Stoff müsse aber auch nicht zu 100 Prozent effektiv sein. “Selbst mit 50 Prozent können wir einen großen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leisten.”