FILE PHOTO: Small bottles labeled with a "Vaccine COVID-19" sticker and a medical syringe are seen in this illustration

© REUTERS / Dado Ruvic

Science
06/23/2020

Impfstoffhersteller rechnet mit Zulassung Anfang 2021

Der französische Pharmakonzern Sanofi will noch im ersten Halbjahr 2021 einen wirksamen Corona-Impfstoff anbieten.

Im Rennen um einen sicheren und wirksamen Corona-Impfstoff glaubt der französische Pharmaproduzent Sanofi an eine Zulassung im ersten Halbjahr 2021. Das mit GlaxoSmithKline vorangetriebene Projekt komme schneller als erwartet voran und könnte bereits einige Monate früher als geplant zugelassen werden, teilte Sanofi mit. Das sei den Gesprächen mit den zuständigen Behörden zu entnehmen.

Schnellschuss kontraproduktiv

Bisher gibt es noch keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, mit dem sich weltweit mehr als neun neun Millionen Menschen infiziert haben und an dem bisher über 469.000 Menschen gestorben sind. Viele Firmen wollen aber noch früher mit einem Durchbruch aufwarten, was man beim französischen Konzern kritisch sieht. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für Sanofi sei "höher als für alle anderen", sagte Konzernchef Paul Hudson.

Zwar gebe es andere Unternehmen, die schneller seien. Aber Geschwindigkeit habe auch Nachteile. So nutzten die Wettbewerber vorhandene Forschungsarbeiten, die in vielen Fällen für das SARS-Virus ausgeführt worden seien. Dies könne auf Kosten der Wirksamkeit gehen. Zudem gebe es keine Garantie für eine Lieferung in größeren Mengen. Hudson geht davon aus, jährlich bis zu eine Milliarde Dosen seines Impfstoffes aus der Zusammenarbeit mit Glaxo herstellen zu können.

Mehrere Impfstoffe in Entwicklung

Sanofi, dessen Impfstoffsparte Pasteur besonders bei Grippeimpfstoffen einen guten Ruf hat, arbeitet derzeit an zwei Impfstoffprojekten. Eines davon verwendet ein von Glaxo hergestelltes sogenanntes Adjuvans, um die Wirksamkeit des Impfstoffes zu steigern. Klinische Studien mit diesem Impfstoff sollen im September beginnen.

Ein anderer Impfstoff, den Sanofi mit dem US-Unternehmen Translate Bio entwickelt, basiert auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA). Diesen Ansatz verfolgen auch die Corona-Impfstoffprojekte des US-Rivalen Moderna sowie der deutschen Biotechunternehmen CureVac und BionTech. Bis Jahresende sollen klinische Studien mit diesem Projekt beginnen.

Die Kooperation mit Translate Bio weitet Sanofi nun aus, um weitere mRNA-Impfstoffe gegen andere Infektionskrankheiten zu entwickeln. Der US-Biotechfirma winken dadurch mögliche Zahlungen der Franzosen von mehr als zwei Milliarden Dollar (1,78 Mrd. Euro). Sanofi erwirbt zudem einen Anteil von gut sieben Prozent an Translate Bio.

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