© ESA/Gaia/DPAC; CC BY-SA 3.0 IGO. Acknowledgement: A. Moitinho.

Science

Das ist die bislang genaueste Karte unserer Galaxie

Das ESA-Weltraumteleskop Gaia hat neue Daten geliefert, um den bisher umfangreichsten Sternenkatalog zu erstellen. Der neue Datensatz enthält dabei Informationen über lichtschwächere Sterne in der Umgebung der Sonne, Gebiete in den Außenbereichen der Milchstraße, Sterne in den Magellanschen Wolken und eine Messung der Beschleunigung unseres Sonnensystems relativ zum Rest des Universums.

Die Gaia-Raumsonde vermisst das Universum seit 2013. Die nun veröffentlichten Daten sind der erste Teil des DR3 (Data Release 3), also der dritten Version des Sternenkatalogs. Die erste Ausgabe, DR1 wurde 2016 veröffentlicht, DR2 kam 2018.

110.000 Sterne pro Minute

Die Sterne, die im neuen Datensatz enthalten sind, wurden von Gaia etwa 50 Mal erfasst. Pro Minute werden etwa 110.000 Sterne gemessen. Damit sammeln sich täglich 20 GB an Daten an. Im Katalog werden die entdeckten Objekte aufgelistet und ihre bekannten Eigenschaften vermerkt.

Im gesamten Sternekatalog sind bislang mehr als 1,8 Milliarden Himmelskörper erfasst. Für 1,5 Milliarden von ihnen konnten nun Informationen zur Eigenbewegung und Entfernung verbessert werden. Das teilten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die ESA mit.

Mit dem DR3 wollen Wissenschaftler die Struktur, Dynamik und Geschichte der Milchstraße und des gesamten Universums besser erforschen. Die Daten werden derzeit für verschiedene Forschungsprojekte verwendet.

Geschichte der Milchstraße

4 Paper wurden bereits mit dem neuen Datensatz veröffentlicht. Dabei blickte man in die Vergangenheit der Milchstraße. Dort fand man Sterne am äußeren Rand unserer Galaxie, die sich über der Scheibengalaxie befinden und langsam auf sie zusteuern. Diese neue Entdeckung könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Milchstraße beinahe mit der Sagittarius-Zwerggalaxie zusammengestoßen ist. Die Schwerkraft der Milchstraße könnte einige Sterne angezogen haben.

In einem weiteren Paper untersuchte man die Beschleunigung unseres Sonnensystems im Verhältnis zum Rest des Universums. Dabei kam man zum Ergebnis, dass es sich mit 0,23 nm/s bewegt.  Auch die unmittelbare Nachbarschaft der Sonne wurde untersucht, da die Beobachtung lichtschwacher Sterne hier schwieriger ist. Bisher waren 3.802 Objekte verzeichnet, nun sind es 331.312.

Die dritte Forschungsarbeit befasste sich mit zwei Nachbargalaxien der Milchstraße, der großen und kleinen magellarischen Wolke. So konnte ihre Zusammensetzung und ihre Bewegungen analysiert werden.

Eigentlich wollte man Gaia schon 2019 in den Ruhestand schicken. Da aber noch alle Instrumente funktionieren, hat man die Mission bis 2025 verlängert. Der nächste Teil des DR3 soll 2022 veröffentlicht werden.

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Franziska Bechtold

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