Science
21.07.2018

Facebook bestätigt Satelliten-Internet-Projekt Athena

Erstmals wurden die Pläne von Facebook, im Geschäft um das Satelliten-Internet mitmischen zu wollen, bestätigt. Auch SpaceX arbeitet an einem ähnlichen Projekt.

Facebook ist mit der zuständigen Behörde FCC seit Juni 2017 in ständigem Kontakt wegen seinen Plänen, Satelliten-Internet anbieten zu dürfen. Das geht aus E-Mail-Dokumenten hervor, die „Wired“ aufgrund einer „Freedom of Information Request“ (FOIA)-Anfrage bekommen hatte. Zwischen der FCC und den Anwälten von Facebook gibt es einen regelmäßigen Austausch.

Firmen verschleiert

Facebook will, ähnlich wie SpaceX mit dem Projekt Starlink, Satelliten-Internet im sogenannten „Low Earth Orbit“-Bereich anbieten, wie aus den Dokumenten hervorgeht. Facebook hat dazu Anträge geschrieben. Da diese auf die Firma PointView lauten, ist der Bezug zu Facebook nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Facebook hat sogar den Namen der Firma mehrfach geändert, damit dieser Zusammenhang nicht so schnell auffliegt, wie „Wired“ herausgefunden hat.

Die FCC hat im vergangenen Jahr bereits die Zustimmung für drei ähnliche Projekte wie OneWeb, Space Norway oder Telesat erteilt. SpaceX war das vierte Unternehmen, das eine derartige Genehmigung erhalten hat.

Noch keine näheren Infos

Das Facebook-Projekt trägt den Namen „Athena“. Mehr möchte der Konzern bisher aber derzeit nicht dazu sagen: „Wir haben derzeit noch keine spezifischen Projektinformationen zum Teilen. Wir glauben aber, dass Satelliten-Interview ein wichtiger Enabler für die nächste Generation der Breitband-Infrastruktur sein wird, um Breitband auch in Gegenden zu bringen, wo es bisher kaum Internet gibt“, sagte ein Sprecher zu „Wired“.

Facebook experimentiert auch mit Laser-Internet. Bei einem Experiment des Online-Netzwerkes konnten zehn Gigabit pro Sekunde zwischen einer Bodenstation und einem Flugzeug übertragen werden.

Kosten werden entscheiden

Bei „Athena“ handle es sich derzeit um ein reines Forschungsprojekt, bei dem sich erst zeigen werde, ob ein Einsatz kosteneffektiv möglich sein werde, heißt es. „Die größte Herausforderung beim Satelliten-Internet ist, ob man beim Preis mit anderen Varianten wie Kabel oder Glasfaser mithalten kann“, so Kerri Cahoy, ein Professor für Astronautik am MIT.

Elon Musk hatte im Februar diesen Jahres erste Satelliten ins All geschickt, um Tests durchzuführen. Satelliten-Internet könne vor allem dort nützlich sein, wo Bürger per Glasfaserkabel oder Mobilfunk nicht erreicht werden können.