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© APA/AFP/INA FASSBENDER / INA FASSBENDER

Science

Eine Million gezüchtete Hirnzellen lernen Pong zu spielen

Das Biotechnologie-Start-up Cortical Labs hat "Mini-Gehirne" aus menschlichen Nervenzellen konstruiert und mit einem Computer-System verbunden. Laut New Scientist sind jeweils 800.000 bis eine Million Nervenzellen beteiligt, welche sich, wie beim menschlichen Organismus, untereinander vernetzen. 

Die Zellen befinden sich in einer Nährlösung auf einem Array mit normalen Mikro-Elektroden. Durch diese können sie mit neuen Informationen versorgt werden. Die schwachen elektrischen Signale werden gemessen und an einen Rechner gesendet.

Bei dem Experiment setzt man auf die eigenständige Lernfähigkeit der Verbindungen in dem Netzwerk. Auf diese Weise hat das System gelernt Pong zu spielen.

Stärker als KI

Dabei zeigte sich, dass diese Systeme raschere Fortschritte machen als verschiedene Systeme, die mit künstlicher Intelligenz betrieben und heutzutage eingesetzt werden. "Das Das Erstaunliche daran ist, wie schnell es lernt, in 5 Minuten, in Echtzeit", sagte Brett Kagan, Forschungschef bei Cortical Labs, gegenüber dem US-Wissenschaftsmagazin.

Das Unternehmen möchte bioligisches Computing kommerziell nutzbar machen und hat damit einen Meilenstein erreicht. Weltweit wird mit Netzwerken von Neuronen geforscht, oft auch zu hirnähnlichen Organoiden gezüchtet. Das ist jedoch das erste Mal, dass dieses System zielgerichtete Aufgaben ausführt, sagt Kagan: "Wir denken, dass man sie zu Recht als Cyborg-Gehirne bezeichnen kann."

Noch können diese Konstrukte nicht mit der Geschwindigkeit des menschlichen Gehirns mithalten. Kein Wunder - es besteht nämlich aus rund 100 Milliarden Nervenzellen. 

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