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Science

Impfstoff von Johnson & Johnson in EU zugelassen

Europa bekommt in Kürze Zugriff auf einen vierten Impfstoff. Wie die Europäische Arzneimittelagentur am Donnerstag bestätigte, wird der Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson in der EU zugelassen. Bereits 200 Millionen Impfstoffe wurden von der EU bestellt mit der Option auf weitere 200 Millionen, die zu einem späteren Zeitpunkt bestellt werden können. Die EU-Kommission segnete den Impfstoff kurze Zeit später ab.

Eine Dosis genügt

Der Impfstoff des US-Herstellers gilt in mehrerer Hinsicht als zukunftsweisend, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Denn anders als der bereits zugelassene Biontech/Pfizer-Impfstoff, der bei minus 70 Grad gelagert werden muss, kann der neue Impfstoff einfach im Kühlschrank über Monate gelagert werden. Anders als die anderen Impfstoffe reicht zudem nur eine Dosis, was für die Impfstrategie ein enormer Vorteil ist.

Im Gegensatz zu Moderna und Pfizer kann der J&J-Impfstoff auch damit punkten, dass er mit 8,50 Dollar pro Dosis verhältnismäßig günstig ist. Er setzt auf einer ähnlichen Vektortechnologie wie AstraZeneca auf. Dabei wird der genetische Bauteil eines Teils des Coronavirus mithilfe eines Trägervirus in den menschlichen Körper geschleust. Das Immunsystem reagiert darauf, indem es Antikörper bildet, die wiederum vor einer Infektion bzw. einem schweren Corona-Verlauf schützen sollen.

Hoher Schutz vor schweren Erkrankungen

Ähnlich wie bei AstraZeneca ist der Schutz, überhaupt an Corona zu erkranken, mit 60 bis 70 Prozent Wirksamkeit weniger hoch als bei Moderna und Pfizer/Biontech. Studien haben aber gleichzeitig gezeigt, dass schwere Krankheitsverläufe um über 80 Prozent verhindert werden können. Tödliche Verläufe von COVID-19 können mit Johnson & Johnson wie bei den anderen Impfstoffen um fast 100 Prozent vermieden werden.

Wie schnell die 200 Millionen Dosen tatsächlich ihren Weg in die EU-Länder finden werden, wird sich zeigen. 55 Millionen Dosen sollen noch im zweiten Quartal dieses Jahres geliefert werden. Für Österreich sind im Rahmen der EU-Beschaffung 2,5 Millionen Dosen vorgesehen. Zuletzt häuften sich aber die Befürchtungen, dass das Unternehmen aufgrund von Produktionsengpässen nicht rechtzeitig liefern kann.

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