LEBANON-HEALTH-VIRUS

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Impfstoff-Ticker

Biontech testet, ob dritte Dosis gegen Mutationen schützt

  • Weltweit wird nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht.
  • Insgesamt sind knapp 200 verschiedene Kandidaten in Arbeit, einige haben die Zulassung in bestimmten Ländern bereits bekommen oder beantragt.
  • Erste Impfstoffe werden in Europa bereits seit Dezember ausgeliefert.
  • In Österreich wurden die ersten Personen am 27. Dezember 2020 geimpft.
  • Eine aktuelle und regelmäßig aktualisierte Übersicht gibt es auch bei der WHO.

Impfstoff-Ticker

  • | Susanne Bobek

    Curevac erwartet Zulassung Ende Mai

    Der deutsche Impfstoffhersteller Curevac rechnet mit einer EU-Zulassung seines Corona-Impfstoffs Ende Mai oder Anfang Juni. Dies teilte Curevac-Chef Franz-Werner Haas am Donnerstag in einer Anhörung des Europaparlaments mit. Die entscheidenden Daten der klinischen Tests seien für Mitte April zu erwarten.
    In derselben Anhörung bekräftigte der britisch-schwedische Hersteller AstraZeneca sein Ziel, der Europäischen Union bis Ende März 40 Millionen Dosen seines Impfstoffs zu liefern. Firmenchef Pascal Soriot sagte, auch er sei enttäuscht über Produktionsausfälle an einigen europäischen Standorten. Doch tue die Firma alles, die zugesagte Menge zu erreichen. Man lerne jeden Tag, und er sei zuversichtlich, dass die Produktionsmengen im zweiten Quartal zunähmen, fügte Soriot hinzu.

  • | Susanne Bobek

    Syrien beginnt mit Impfungen

    Die Regierung des Bürgerkriegslandes Syrien will in der kommenden Woche mit Impfungen gegen das Corona-Virus beginnen. Syrien habe Impfstoff von einem „befreundeten Land“ erhalten, erklärte Gesundheitsminister Hassan Ghabbash am Donnerstag, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Um welches Land und welchen Impfstoff es sich dabei behandelt, blieb jedoch unklar. Als erstes sollen Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft werden.
    Medien hatten in den vergangenen Tagen gemeldet, Impfstoff für Syrien sei Teil eines Abkommens über einen Gefangenentausch mit dem verfeindeten Nachbarland Israel gewesen. Die „New York Times“ meldete, Israel zahle Russland als Vermittler des Abkommens Geld, damit Moskau den russischen Impfstoff Sputnik V an Syrien liefere.
    Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

  • | Gregor Gruber

    Biontech testet, ob dritte Dosis besser gegen Mutationen schützt

    Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer starten eine Studie zu einer Auffrischungsimpfung mit ihrem Coronavirus-Impfstoff. Die Studie soll die Wirkung einer zusätzlichen dritten Dosis auf die Immunität gegen derzeit kursierende und neu aufkommende Sars-CoV-2-Varianten überprüfen.

    An der Studie sollen bis zu 144 Probanden in den USA teilnehmen, die vor 6 bis 12 Monaten in einer Phase-1-Studie 2 Impfdosen erhalten hatten. Ihnen wird nun eine zusätzliche dritte Impfung verabreicht. Um die Wirksamkeit zu beurteilen, wird zum Zeitpunkt der dritten Impfung, nach einer Woche und nach einem Monat die Immunantwort der Teilnehmer gemessen. Auch die Wirkung auf verschiedene Coronavirus-Stämme wird untersucht.

    Neue Wirkstoff gegen Mutationen

    Biontech und Pfizer bereiten sich nach eigenen Angaben auch darauf vor, ihren Impfstoff schnell auf neue Virus-Varianten anpassen zu können. Dazu laufen bereits Gespräche mit Zulassungsbehörden, einschließlich der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur EMA. Biontech und Pfizer wollen in einer neuen klinischen Studie einen Impfstoff mit einer angepassten mRNA-Sequenz testen, der auf der in Südafrika grassierenden Mutante B.1.351 basiert.
    „Wir wollen auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein“, erklärte Biontech-Chef Ugur Sahin. „Deshalb untersuchen wir eine zusätzliche Impfung zur Auffrischung. Zudem bereiten wir uns darauf vor, den Impfstoff schnell auf neue Varianten anpassen zu können.“

    „Obwohl wir keine Hinweise darauf haben, dass die zirkulierenden Varianten zu einem Verlust des Schutzes durch unseren Impfstoff führen, ergreifen wir verschiedene Maßnahmen, um entschieden handeln zu können, falls ein Stamm aufkommen sollte, gegen den unser Impfstoff keinen ausreichenden Schutz bietet“, fügte Pfizer-Chef Albert Bourla hinzu. Es gehe darum, „bei Bedarf einen angepassten mRNA-Impfstoff oder -Booster zu entwickeln und die Zulassung dafür zu beantragen“.
    Die Unternehmen hoffen demnach, dass die Genehmigung zukünftiger angepasster mRNA-Impfstoffe auf einem ähnlichen regulatorischen Weg erfolgen kann, wie es für Grippeimpfstoffe der Fall ist. (apa)

  • | Barbara Wimmer

    Neue Daten zur Wirksamkeit bei Johnson & Johnson

    Der Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson hat nach Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA eine sehr hohe Wirksamkeit. Wie aus am Mittwoch veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, verhinderte das Mittel in einer großen klinischen Studie in den USA schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent.

    Bei Studien in Südafrika und Brasilien lag die Wirksamkeit demnach bei 81,7 beziehungsweise 87,6 Prozent. Damit scheint der Impfstoff also auch gut gegen die südafrikanische und die brasilianische Virus-Variante zu wirken, die als deutlich ansteckender gelten.

    In den USA sind bisher die Corona-Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer sowie des US-Konzerns Moderna zugelassen. Johnson & Johnson hatte Anfang Februar einen Antrag auf Notfallzulassung seines Impfstoffs in den USA gestellt. Am Freitag berät ein Expertenausschuss der FDA über die Zulassung.

    Nur eine Impfdosis notwendig

    Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat eine geringere Wirksamkeit als die in den USA bereits zugelassenen Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna, könnte die Impfkampagne nach Angaben von Experten aber deutlich vereinfachen und beschleunigen: Im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen ist bei Johnson & Johnson nur eine Injektion nötig.

    Außerdem kann das Mittel leichter transportiert und aufbewahrt werden: Nach Unternehmensangaben ist es mindestens drei Monate lang bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad haltbar. Der Biontech-Impfstoff benötigt bei längerer Lagerung eine extrem niedrige Temperatur von minus 70 Grad.

    Der Impfstoff von Johnson & Johnson nutzt ein sogenanntes Adenovirus als Vektor. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich nicht vermehren kann. Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Coronavirus zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des echten Coronavirus vorbereitet. (Agenturen)

  • | Thomas Prenner

    Verwirrung über Liefermenge von AstraZeneca

    Am Dienstagabend hieß es, dass der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca damit rechnet, im zweiten Jahresquartal weniger als die Hälfte der vertraglich vereinbarten Impfdosen in die Europäische Union zu liefern. Anstatt der vereinbarten 180 Millionen Dosen sollten es demnach nur 90 Millionen sein. Später hieß es allerdings, dass doch die ursprünglich angekündigten 180 Millionen Dosen geliefert werden könnten.

    "AstraZeneca bestätigt heute, dass die jüngste Q2-Prognose für die Lieferung des Covid-19 Impfstoffs auf die Einhaltung des Vertrags mit der Europäischen Kommission abzielt", versicherte ein Sprecher gegenüber der APA. "Gemäß diesem Vertrag soll etwa die Hälfte des erwarteten Volumens aus der EU-Lieferkette stammen, während der Rest aus dem internationalen Liefernetzwerk kommen würde. Zum jetzigen Zeitpunkt arbeitet AstraZeneca daran, die Produktivität in seiner EU-Lieferkette zu erhöhen und weiterhin seine globalen Kapazitäten zu nutzen, um die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu gewährleisten."

    Vor einigen Wochen hatte es noch Streit zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca um das Tempo der Impfstoff-Lieferungen gegeben. Das Unternehmen hatte damals bekanntgegeben, wegen Problemen in einem Werk in der EU zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Die EU kritisierte daraufhin, dass AstraZeneca Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin mit ungekürzten Mengen beliefere. Später sagte das Unternehmen dann aber zu, dass es der EU doch mehr Dosen liefern werde.

    (futurezone/apa)

  • | Thomas Prenner

    Experten empfehlen AstraZeneca auch für über 65-Jährige

    Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des nationalen Impfgremiums, will den Corona-Impfstoff von AstraZeneca auch für über 65-Jährige zulassen. Es gebe nun genügend Daten, sagte die Vakzinologin in der ORF-Nachrichtensendung „ZiB“. Man wolle die Empfehlung dahin gehend adaptieren, „dass es keinen Grund gibt, hier einen Altersunterschied beim Einsatz der Impfstoffe zu machen“.

    Für die Logistik und die Anwendung der Impfstoffe sei es leichter, „wenn man sagt, alle Impfstoffe, die zur Verfügung sind, können gleich eingesetzt werden bei allen Altersgruppen“, betonte Wiedermann-Schmidt. Die Empfehlung an den Gesundheitsminister könnte noch diese Woche erfolgen und somit Tempo in die Impfstrategie bringen, hieß es in dem Bericht.

    Im Sommer sollten für alle in Österreich, die sich impfen lassen wollen, Vakzine vorhanden sein, schätzt Wiedermann-Schmidt laut ORF - vorausgesetzt die Liefertermine der Hersteller halten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters rechnet der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca nach Angaben aus der EU damit, im zweiten Jahresquartal weniger als die Hälfte der vertraglich vereinbarten Dosen in die Europäische Union zu liefern.

    Neue Daten

    Der heimische Impfplan war Anfang Februar aktualisiert und angepasst worden: Demnach sollte der Impfstoff von AstraZeneca vorrangig an 18- bis 64-Jährige verabreicht werden. Nun liegen allerdings weitere Daten vor, etwa von britischen Gesundheitsbehörden, denen zufolge der von AstraZeneca entwickelte Corona-Impfstoff auch bei älteren Menschen wirkt.

    Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Impfabteilung im Gesundheitsministerium, sagte in der „ZiB2“, dass man die finale Entscheidung des Impfgremiums abwarten möchte. Was Lieferverzögerungen mit Impfstoff betrifft, hofft sie, dass ab den zweiten Quartal breiter geimpft werden könne. In der Debatte um Lockerungen für geimpfte Personen zeigte sich Paulke-Korinek zurückhaltend. Diese Diskussion solle EU-weit geführt werden, regionales Vorgehen sein nicht sinnvoll, meinte sie.

    (apa)

    CORONA: PK NACH DEN ERSTEN COVID-19-IMPFUNGEN IN ÖSTERREICH
  • | Gregor Gruber

    AstraZeneca halbiert Impfstoff-Lieferung

    Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca rechnet nach Angaben aus der EU damit, im zweiten Jahresquartal weniger als die Hälfte der vertraglich vereinbarten Impfdosen in die Europäische Union zu liefern. Das sagt ein EU-Vertreter Reuters.

    Demnach will der Konzern von April bis Juni weniger als 90 Millionen Einheiten liefern. Der Vertrag zwischen der EU und AstraZeneca sieht für diesen Zeitraum die Bereitstellung von 180 Millionen Impfdosen vor. (reuters)

  • | Florian Christof

    Bereits eine Dosis Pfizer-Impfstoff führt zu Infektionsrückgang

    Nach Beobachtungen der britischen Gesundheitsbehörden führt bereits eine einzige Dosis des Biontech-Pfizer-Impfstoffs zu einem erheblichen Rückgang bei Neuinfektionen. So sei bei Gesundheitspersonal, das die erste von 2 Impfungen erhalten habe, ein Infektionsrückgang um rund 70 Prozent verzeichnet worden.

    Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch COVID-19 bei älteren Menschen, die eine erste Dosis erhalten hätten, würden um mehr als 75 Prozent reduziert.

    Die Behörden stützen sich bei ihren Angaben auf erste Ergebnisse von 2 unterschiedlichen Datensätzen: eine noch laufende Studie zu Mitarbeitern im Gesundheitswesen und die Auswertung von Testdaten von Menschen, die mindestens 80 Jahre alt sind. (Reuters)

  • | Gregor Gruber

    94 Prozent weniger Krankenhausaufenthalte nach AstraZeneca-Impfung

    Schon die erste der 2 Impfungen mit AstraZeneca kann das Risiko eines Klinikaufenthalts wegen COVID-19 um bis zu 94 Prozent reduzieren. Das geht aus einer Analyse mehrerer schottischer Universitäten und der Gesundheitsbehörde Public Health Schottland hervor. Das Vakzin von Biontech reduziert das Risiko einer Hospitalisierung mit der ersten Dosis demnach um rund 85 Prozent.

    Die Werte gelten für die 4. Woche nach Erhalt der ersten Dosis. Verglichen wurde, wie viel Prozent weniger Klinikeinweisungen es bei erstmals Geimpften als bei noch nicht geimpften Menschen gab. Für die noch nicht in einem Fachmagazin erschienene Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf die Daten von 5,4 Millionen Menschen zurück, fast der gesamten schottischen Bevölkerung. Berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 8. Dezember bis 15. Februar. In dieser Zeit wurden in Schottland 1,14 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt wurden im Vereinigten Königreich bereits rund 17,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis geimpft. (dpa)

  • | Barbara Wimmer

    Biontech-Impfstoff stoppt Virusübertragung zu 89,4 Prozent

    Eine gute Nachricht: Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer dürfte Covid-19-Infektionen zu 89,4 Prozent verhindern. Das belegt eine neue Untersuchung aus Israel, über die der "Spiegel" berichtet.

    Laut den neuen Daten aus Israel hat der Impfstoff außerdem nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von fast 96 Prozent. Wie das israelische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurden bei Geimpften zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis 95,8 Prozent weniger Infektionen festgestellt als bei nicht geimpften Menschen. Eine Woche nach der zweiten Dosis lag die Wirksamkeit demnach bei 91,9 Prozent.

    Nahezu vollständiger Schutz vor schwerer Erkrankung

    Laut der Studie schützt der Impfstoff zwei Wochen nach der zweiten Dosis zudem zu 99,2 Prozent vor einer schweren Erkrankung und zu 98,9 Prozent vor einem tödlichen Verlauf. Die israelische Impfkampagne gilt als die erfolgreichste der Welt.

    In Israel, das rund neun Millionen Einwohner hat, haben nach neuen Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 4,25 Millionen Menschen mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. 2,88 Millionen Menschen haben bereits beide für eine vollständige Immunisierung notwendigen Impfdosen bekommen. Inzwischen können alle Menschen ab 16 Jahren einen Impftermin vereinbaren. (APA, futurezone)

  • | Barbara Wimmer

    Neue Studie: 3 Monate Abstand bei AstraZeneca-Impfung sind besser

    Mindestens zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis haben beim Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford den Entwicklern zufolge positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit. Die Strategie, zunächst mehr Menschen mit einer Dosis zu impfen, könne "womöglich zu einer größeren Immunität der Bevölkerung führen, als nur die Hälfte der Menschen mit zwei Dosen zu impfen", schrieb der Vakzin-Chefentwickler Andrew Pollard, im Fachjournal "The Lancet".

    17.000 Probanden untersucht

    Diese Strategie dränge sich vor allem auf, da die Verfügbarkeit der Impfstoffe begrenzt sei, erklärte der Experte von der Universität Oxford. Die am Freitag veröffentlichten Ergebnisse jüngster klinischer Studien mit mehr als 17.000 Probanden in Großbritannien, Südafrika und Brasilien, aus denen Auszüge zuvor bereits online veröffentlicht worden waren, untermauern die Strategie der britischen Regierung, ein größeres Intervall zwischen erster und zweiter Impfdosis einzuplanen - zumindest für das AstraZeneca-Vakzin.

    Bei einem Abstand von mindestens zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis wies der Impfstoff demnach eine Wirksamkeit von 81 Prozent auf. Wenn zwischen beiden Dosen nur bis zu sechs Wochen lagen, dann erreichte diese lediglich 55 Prozent. Darüber war zuvor bereits berichtet worden, doch die neue Studie bestätigt dies jetzt eindrucksvoll. (APA)

  • | Florian Christof

    Pfizer-Impfstoff muss nicht bei -80 Grad gelagert werden

    Der Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer kann neuen Herstellerinformationen zufolge doch auch bei höheren Temperaturen gelagert werden.

    Der Impfstoff bleibe neuen Untersuchungen zufolge auch 2 Wochen lang bei minus 25 bis minus 15 Grad Celsius stabil, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Die neuen Daten seien bereits bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, um die Notfallzulassung entsprechend anzupassen.

    Bislang musste der Impfstoff den Vorgaben der Hersteller zufolge bei minus 80 bis minus 60 Grad gelagert werden, was die Logistik für das Impfen erschwert hatte. (dpa)

  • | Franziska Bechtold

    AstraZeneca wehrt sich: “Schützt mehr oder weniger zu 100 Prozent”

    Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca ist Darstellungen entgegengetreten, sein Impfstoff gegen das Coronavirus habe nur eine geringe Wirksamkeit. Das Vakzin schütze "tatsächlich zu mehr oder weniger 100 Prozent vor den schweren Verläufen der Erkrankung", sagte Klaus Hinterding, Vizepräsident bei AstraZeneca Deutschland, am Donnerstag im rbb-Inforadio. Das habe man in den klinischen Studien sehr deutlich nachgewiesen.

    Der Impfstoff stößt auf Vorbehalte, weil seine Wirksamkeit beim Schutz vor einer Corona-Infektion mit rund 70 Prozent angegeben wird, diejenige der Produkte von Biontech/Pfizer und Moderna dagegen mit deutlich über 90 Prozent. "Was oft verwirrend wirkt, ist der Unterschied zwischen dem Schutz vor schweren Verläufen und dem Schutz vor einer Ansteckung", sagte dazu Hinterding. Dies hänge jedoch auch davon ab, was genau in den Studien untersucht wurde.

    "Das wichtigste ist, jeder Impfstoff schützt besser als gar keine Impfung. Das schlechteste, was man tun kann, ist tatsächlich, sich gar nicht impfen zu lassen", sagte der Unternehmensvertreter. Das Produkt von AstraZeneca sei "sicher und auch effektiv".

    Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte dem Berliner "Tagesspiegel", man biete den Impfstoff bisher den Gruppen an, die nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission an der Reihe seien. "Wer den Impfstoff aber nicht will, der hat damit erst einmal seine Chance vertan. Wir werden den Impfstoff dann anderen anbieten", kündigte er an.

    Hintergrund ist dem Blatt zufolge, dass auch in Berlin tausende Impfdosen von AstraZeneca nicht verimpft werden konnten, weil die Berechtigten ein anderes Präparat bevorzugten. Müller schlug vor, diesen Impfstoff nun stattdessen Lehrern, Erzieherinnen oder Polizei und Feuerwehr anzubieten, die eigentlich erst später an der Reihe wären. "Ich würde mich sofort mit AstraZeneca impfen lassen. Der Impfstoff bietet einen hervorragenden Schutz", stellte Müller weiter klar. (apa)

  • | Patrick Dax

    Pfizer/Biontech-Impfstoff wird bei Schwangeren getestet

    Das US-Pharmaunternehmen Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech haben eine klinische Studie gestartet, um ihren Corona-Impfstoff bei Schwangeren zu testen. Bei der Phase-2/3-Studie werden rund 4000 schwangere Frauen unter anderem in den USA, Großbritannien, Spanien, Brasilien und Südafrika geimpft, wie die Pharmaunternehmen am Donnerstag mitteilten. Erste Teilnehmerinnen seien in den USA bereits geimpft worden.

    Es sei an der Zeit, „den nächsten Schritt zu gehen und unser klinisches Programm auf weitere gefährdete Bevölkerungsgruppen wie schwangere Frauen zu erweitern“, sagte Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci. „Schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und einen schweren Covid-19-Verlauf“, erklärte William Gruber, Vize-Entwicklungsleiter bei Pfizer. „Es ist daher sehr wichtig, dass wir einen sicheren und effektiven Covid-19-Impfstoff für diese Bevölkerungsgruppe entwickeln.“

    Die Teilnehmerinnen der Studie sind nach Angaben der beiden Unternehmen mindestens 18 Jahre alt und werden in der 24. bis 34. Schwangerschaftswoche geimpft. Die Studie soll auch die Sicherheit der Kinder der schwangeren Frauen untersuchen, sowie die Übertragung potenziell schützender Antikörper auf den Nachwuchs. (apa)

  • | Florian Christof

    Pfizer-Impfstoff schützt gegen Südafrika-Mutation

    Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt einer aktuellen Untersuchung zufolge wahrscheinlich auch vor der südafrikanischen Virusvariante - allerdings ist die Zahl der dagegen gebildeten Antikörper wohl geringer. Das berichten Wissenschafter im "The New England Journal of Medicine". Bei der südafrikanischen Variante war beim Blutserum von geimpften Personen die Zahl der neutralisierenden Antikörper im Rahmen einer Labor-Überprüfung demnach geringer.

    Im Labor überprüft wurde, inwieweit sich mit dem Blutserum geimpfter Personen Viren mit verschiedenen Mutationen neutralisieren lassen. Bei der südafrikanischen Variante war die Zahl der neutralisierenden Antikörper geringer, die Neutralisierungsrate des Impfstoffs um etwa zwei Drittel reduziert. Es sei noch unklar, welchen Effekt dies genau für die Wirkung der Impfung gegen die südafrikanische Virusvariante habe, schreiben die Wissenschafter von der University of Texas Medical Branch. Für die Schutzwirkung eines Impfstoffs ist nicht allein die Menge der gebildeten Antikörper wichtig, das Immunsystem zeigt nach einer Impfung weitere schützende Reaktionen, etwa die Bildung von T-Zellen.

    "Bisher gibt es keinerlei klinischen Daten, die darauf hinweisen, dass die südafrikanische Virusmutante nicht von dem Impfstoff-induzierten Schutz gegen COVID-19 abgedeckt wird", heißt es in einer Mitteilung von Biontech und Pfizer zu den Studienergebnissen. Man beobachte aber die Entwicklung und bereite sich darauf vor, einen angepassten Impfstoff oder einen Booster-Impfstoff zu entwickeln, sollte eine Variante auftauchen, vor welcher der Impfstoff nicht ausreichend schützt. Die südafrikanische Variante des Coronavirus gilt als ansteckender, in Österreich ist sie bisher großteils in Tirol nachgewiesen worden. (APA)

  • | Florian Christof

    Pfizer schuldet EU ein Drittel der versprochenen Impfstoff-Lieferung

    Die Europäische Union wartet Insidern zufolge auf zehn Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Pfizer/BioNTech, die eigentlich im Dezember fällig gewesen wären. Damit stehen etwa ein Drittel der bis jetzt erwarteten Lieferungen noch aus, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von EU-Vertretern. Die EU-Kommission handelte indes einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Dosen des Pfizer-Konkurrenten Moderna aus. (apa)

  • | Andreea Iosa

    Was ist der Unterschied zwischen Impfreaktion und Nebenwirkung?

    Bei den Corona-Impfungen sind zwar Impfreaktionen aufgetreten, aber keine Nebenwirkungen. Die futurezone klärt über den wesentlichen Unterschied der beiden oft analog verwendeten Begriffe auf.

  • | Barbara Wimmer

    Noch weitere 150 Mio. Moderna Impfdosen für die EU im Jahr 2021

    Die EU-Kommission hat einen Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Impfstoffdosen des US-Herstellers Moderna ausgehandelt. Dies teilte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel mit. Nach Angaben aus Kommissionskreisen sollen 150 Millionen Dosen dieses Jahr geliefert werden. Zudem besteht eine Option auf weitere 150 Millionen Dosen für 2022.

    Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr zunächst 160 Millionen Impfdosen bei Moderna geordert. Die jetzt nachbestellte Menge kommt hinzu. Der Vertrag wurde am Mittwoch vom Kollegium der Kommissare gebilligt. Nun haben die EU-Staaten einige Tage Zeit, mögliche Einwände zu erheben.

    Moderna auch in Österreich im Einsatz

    Der Moderna-Impfstoff ist eines von drei Vakzinen, die bereits in der EU zugelassen sind. Die Arzneimittelbehörde EMA gab am 6. Jänner grünes Licht. Seither wird er auch in Österreich verwendet. Es handelt sich wie beim Vakzin von Biontech/Pfizer um einen mRNA-Impfstoff. Beide haben eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent.

    Im Vergleich zum Impfstoff von Pfizer/Biontech gilt das Moderna-Mittel als etwas leichter handhabbar, da es nicht so stark gekühlt werden muss. Der Hersteller sitzt in Cambridge im US-Staat Massachusetts, produziert aber auch in der EU.

    Auslieferung bis Ende März

    Seit dem Start der Impfkampagne in der EU am 27. Dezember gibt es Kritik, dass zu wenig Impfstoff vorhanden sei. Mit der Nachbestellung wächst die Chance, dass sich die Lage schrittweise entspannt. Auch Moderna hatte allerdings zeitweilig Lieferengpässe angezeigt. Die für das erste Quartal avisierten 10 Millionen Dosen sollen dennoch bis Ende März ausgeliefert werden.

    Modernas Mittel braucht zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen, um wirksam zu sein. In mRNA-Impfstoffen sind genetische Informationen des Erregers enthalten, aus denen der menschliche Körper ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren. (APA)

  • | Patrick Dax

    Drosten weiter für Einsatz von AstraZeneca-Impfstoff

    Der Virologe Christian Drosten hält grundsätzliche Bedenken gegen den AstraZeneca-Impfstoff für unbegründet und ist für einen breiten Einsatz des Präparats. Er sehe keine Veranlassung, das Vakzin aus schwedisch-britischer Produktion in Deutschland nicht zu spritzen, sagte der Charité-Virologe im Podcast „Coronavirus-Update“ vom Dienstag bei NDR-Info.

    "Vieles falsch verstanden"

    Wenn er sich die öffentliche Diskussion um diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei. Der Impfstoff von AstraZeneca hat eine geringere Wirksamkeit als die beiden anderen in Deutschland zugelassenen Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass das AstraZeneca-Präparat bei einer zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schützt. Drosten sieht bei der Studie jedoch einige Einschränkungen.

    Zudem hält er für Deutschland insbesondere die Variante aus Großbritannien (B.1.1.7) für relevant, wie er erläuterte. Deren Anteil wachse hierzulande, ebenso wie in anderen Ländern. Neue Daten vom Robert Koch-Institut dazu werden in dieser Woche erwartet. B.1.1.7 bedeute aber laut einer Studie keinen Nachteil für die Schutzwirkung des Astrazeneca-Impfstoffs, so Drosten.

    "So schnell wie möglich impfen".

    „Wir müssen alles dransetzen, jetzt so schnell wie möglich in der Breite zu impfen", sagte Drosten. Die verfügbaren Impfstoffe seien extrem gut gegenüber dem, was man erwarten konnte. „Es gibt immer irgendwo ein Haar in der Suppe, und manche schauen da mit dem Vergrößerungsglas drauf.“ (dpa)

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  • | Martin Stepanek

    Antrag für J&J-Impfstoff

    Der Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson könnte schon bald in der EU zugelassen werden. Wie die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Dienstag bekanntgab, ist der Antrag auf die Zulassung des Corona-Impfstoffs "Janssen" bei der Behörde eingegangen. Er soll nun beschleunigt geprüft werden. Als frühester Zulassungszeitraum gilt März.

    Auch in den USA steht der Impfstoff vor der Zulassung. Es ist das erste Vakzin, das mit nur einer Dosis Schutz vor einer Corona-Erkrankung bieten soll. (Reuters/futurezone)

  • | Florian Christof

    Nordkorea hat versucht Pfizer zu hacken

    Nordkoreanische Hacker haben nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes versucht, illegal an Informationen über den Coronavirus-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Pfizer zu gelangen.

    Mehr dazu, hier im ausführlichen Artikel

  • | Andreea Iosa

    AstraZeneca: Jeder Vierte hat Nebenwirkungen in Schweden

    In Teilen von Schweden wird der Impfstoff von AstraZeneca vorerst nicht mehr verabreicht. Der Grund: In der Provinz Sörmland bekamen von 400 Krankenhaus-Mitarbeitern, die die Impfung erhalten hatten, 100 Menschen Fieber, wie der öffentlich-rechtliche Sender SVT berichtet.

    Gegenüber dem Sender teilte Andreas Hidini, Chef von AstraZeneca in Nordeuropa, mit, dass die Vorfälle nicht mit den Verträglichkeitsstudien übereinstimmen würden. Vor der Zulassung waren diese Nebenwirkungen, medizinisch korrekt Impfreaktionen, nur in 10 Prozent der Fälle aufgetreten. In Sörmland beläuft sich die Zahl auf 25 Prozent. 

    Keine schwerwiegenden Reaktionen

    Grund zur Sorge gebe es aber nicht. Denn die Vakzine wurde neben den Probanden in den klinischen Studien inzwischen mehreren Millionen Menschen verabreicht, die "keine wirklich schwerwiegenden Nebenwirkungen" zeigten. 

    Neben Fieber zählen zu den gängigsten Impfreaktionen auch Schmerzen an der Einstichstelle, leichte bis moderate Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit oder Schüttelfrost. 

    Impfstopp

    Während in Sörmland in Krankenhausstationen nur noch einigen Menschen pro Station der britische Impfstoff verabreicht werden soll, würden jene von Moderna und Biontech/Pfizer weiterhin wie gewohnt geimpft. 

    In der Provinz Gävleborg wurde die Impfung des medizinischen Personals mit dem AstraZeneca-Vakzin gestoppt. Auch in Jönköping gebe es „überraschend“ viele Menschen mit Impfreaktionen, wie die Bild-Zeitung berichtet. 

  • | Florian Christof

    Südafrika gibt Impfstoff von AstraZeneca zurück

    Südafrika fordert laut einem Medienbericht das Serum Institute of India (SII) auf, eine Millionen Dosen des COVID-19-Impfstoffs zurückzunehmen. Dies berichtet die Zeitung "Economic Times". Das SII, der weltgrößte Impfstoffhersteller, produziert das Vakzin von AstraZeneca.

    Der südafrikanische Gesundheitsminister hatte vergangene Woche erklärt, dass das Land die Einführung des Impfstoffs nach einer klinischen Studie aussetze. Die Studie hatte ergeben, dass das Vakzin bei der im Land vorherrschenden Coronavirus-Variante nur minimalen Schutz gegen leichte bis mittelschwere Erkrankungen bietet.

    Gleichzeitig hat Australien nach Angaben der Gesundheitsbehörde TGA dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca die vorläufige Zulassung erteilt. Es ist der zweite in Australien zugelassene Impfstoff. Die Aufsichtsbehörde hatte im vergangenen Monat das Vakzin von BioNTech/Pfizer genehmigt. Ab dem 22. Februar startet das Impfprogramm. (APA)

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  • | Andreea Iosa

    EU warnt vor gefälschten Impfstoffen

    Die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF hat Regierungen in Europa vor falschen Angeboten von Covid-19-Impfstoffen gewarnt. „Wir hören Berichte von Betrügern, die den Verkauf von Impfstoffen an Regierungen in der gesamten EU anbieten“, teilte OLAF-Generaldirektor der EU-Anti-Betrugsbehörde Ville Itälä in einer Aussendung am Montag mit. Diese Angebote kämen in verschiedenen Formen.

    Zum Beispiel könnten Betrüger große Mengen an Impfstoff zum Verkauf anbieten, eine Probe liefern und mit der ersten Vorauszahlung in der Tasche verschwinden, erklärte Itälä. Oder sie könnten gefälschten Impfstoff liefern. „Sie müssen so schnell wie möglich gestoppt werden“, so der Generaldirektor.

    Berichte über Betrugsversuche

    Aus diesem Grund schenke OLAF seine laufenden Ermittlungen gegen den illegalen Handel von Covid-19-Impfstoffen besondere Beachtung, kündigte Itälä an. Die Behörde würde von nun an aktiv Berichte über Betrugsversuche mit „vertrauenswürdigen Partnern in der EU, den Mitgliedstaaten und der ganzen Welt“ teilen.

    Am 19. März leitete OLAF offiziell eine Untersuchung gegen den illegalen Handel mit Gesichtsmasken, Medizinprodukten, Desinfektionsmitteln, Arzneimitteln und Testkits in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Bisher habe dies zur „Identifizierung von über 1.000 verdächtigen Betreibern und zur Beschlagnahmung oder Zurückhaltung von 14 Millionen Gegenständen geführt“, hieß es in der Aussendung. Gefälschte Impfstoffe seien bisher noch nicht registriert worden. (apa)

  • | Franziska Bechtold

    Impfstoff von Biontech laut Studie "extrem effektiv"

    Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer ist einer israelischen Studie zufolge "extrem effektiv". Die Gesundheitsorganisation Clalit berichtete, die Corona-Infektionen, bei denen Symptome auftreten, seien nach der Verabreichung von zwei Impfstoff-Einheiten um 92 Prozent gesunken. Dies habe eine Auswertung unter 600.000 Personen ergeben.

    Zwar hätten schon klinische Studien eine hohe Wirksamkeit des Vakzins gezeigt. Jetzt sehe man aber, dass dies auch "in der realen Welt" so sei. (apa)

  • | Thomas Prenner

    Sanofi mit erneutem Rückschlag

    Der französische Pharmakonzern Sanofi muss bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Das mit dem US-Partner Translate Bio entwickelte Vakzin werde in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen, sagte der Chef des Arzneimittel-Herstellers, Paul Hudson, der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“. Bisher war Sanofi davon ausgegangen, dass eine Zulassung schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 möglich sei.

    Frankreich und damit auch die EU hatten große Hoffnungen in Sanofi gesetzt. Der Kandidat basiert auf der neuartigen mRNA-Technologie, die auch das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer sowie der US-Konzern Moderna für ihre bereits zugelassenen Impfstoffe nutzen. Klinische Studien sollten noch in diesem Quartal beginnen. „Dieser Impfstoff wird nicht in diesem Jahr fertig sein, aber er könnte zu einem späteren Zeitpunkt von Nutzen sein - umso mehr, wenn der Kampf gegen Mutationen weitergeht“, sagte Hudson.

    Sanofi kämpft bereits mit einer Verzögerung bei seinem anderen Covid-19-Impfstoffkandidaten, der zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline entwickelt wird. Die beiden Unternehmen hatten im Dezember mitgeteilt, dass das Mittel bei älteren Erwachsenen keine ausreichende Reaktion des Immunsystems hervorrief.

    Schnellverfahren wegen Mutationen

    Unterdessen stellte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ein Schnellverfahren für die Anpassung bereits zugelassener Corona-Impfstoffe an Virus-Mutationen in Aussicht. „Wir haben nun entschieden, dass ein Impfstoff, der vom Hersteller auf der Basis des bisherigen Vakzins zur Bekämpfung neuer Mutationen nachgebessert wurde, nicht mehr den ganzen Zulassungsprozess durchlaufen muss“, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“. „Es wird also schneller gehen, geeignete Impfstoffe verfügbar zu haben, ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen.“ Die USA und Großbritannien hatten - anders als die EU - die ersten Corona-Impfstoffe wesentlich schneller in einem Notfallverfahren zugelassen und sind deswegen jetzt deutlich weiter bei der Impfung von Risikogruppen.

    Der Kommissarin zufolge sollen bis Ende September mindestens 700 Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Das sei mehr als genug für 70 Prozent der EU-Bevölkerung. Bis Ende Juni stünden 300 Millionen Dosen der bisher drei zugelassenen Impfstoffe für mehr als ein Drittel der EU-Bürger bereit. „Diese Zahl könnte sich sogar noch erhöhen, wenn der Impfstoff von Johnson & Johnson hinzukommt“, so Kyriakides mit Blick auf den US-Konzern.

    In Japan wurde inzwischen als erster Impfstoff das Mittel von Biontech zugelassen. Das teilte das dortige Gesundheitsministerium am Sonntag mit, nachdem ein Regierungsgremium am Freitag die Zulassung empfohlen hatte. Mit dem Impfstoff, den die Mainzer zusammen mit Pfizer entwickelt haben und vertreiben, will Japan seinen Kampf zur Eindämmung einer dritten Infektionswelle im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele verstärken. (apa / reuters)

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  • | Thomas Prenner

    Uni Oxford testet Corona-Impfstoff an Kindern und Jugendlichen

    Mit einer neuen klinischen Studie wollen Forscher der Universität Oxford prüfen, ob der Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Dafür soll das Mittel, das Konzern und Universität gemeinsam entwickelt haben, an 300 Freiwilligen zwischen 6 und 17 Jahren getestet werden. „Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten“, sagte Andrew Pollard von der Uni Oxford einer Mitteilung vom Samstag zufolge. Die meisten Kinder würden nicht krank durch das Virus.

    Die ersten Tests sollen noch diesen Monat beginnen. Dabei erhalten bis zu 240 Probanden den Impfstoff, die restlichen hingegen ein Kontrollmittel.

    Der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Großbritannien bei Erwachsenen eingesetzt. Auch in Österreich ist der Impfstoff bereits im Einsatz. Der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, hatte jüngst mitgeteilt, derzeit liefen mehrere Studien, um Impfstoffe für Kinder zu entwickeln.

    Schwere Verläufe selten

    Nach Ansicht des Kinderärzteverbands Royal College of Paediatrics and Child Health kann Covid-19 auch bei Kindern zu Tod oder schweren Erkrankungen führen. Dies sei aber selten. Es sei klar, dass die Sterblichkeit durch Covid-19 bei Kindern erheblich geringer ist als bei älteren Menschen. „Es gibt auch Hinweise darauf, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Kinder sich infizieren.“ Die Rolle von Kindern bei der Übertragung sei weiter unklar. Eindeutige Beweise, dass sie ansteckender sind als Erwachsene, gebe es aber nicht.

    Der Oxford-Experte Rinn Song sagte, die Pandemie habe tiefgreifende negative Auswirkungen auf Bildung, soziale Entwicklung und emotionales Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen gehabt. „Es ist daher wichtig, Daten über die Sicherheit und die Immunantwort auf unseren Corona-Impfstoff in diesen Altersgruppen zu sammeln, damit sie möglicherweise in naher Zukunft von der Aufnahme in Impfprogramme profitieren können.“ (dpa/futurezone)

    DENMARK-HEALTH-VIRUS-VACCINE
  • | Martin Stepanek

    Amazon lockt Impfwillige

    Der Online-Händler Amazon will seine US-Beschäftigten mit Prämien zu einer Corona-Impfung ermuntern. Sie würden pro Dosis 40 Dollar erhalten, kündigte das Unternehmen am Freitag an. "Da Covid-19-Impfstoffe für Mitarbeiter an vorderster Front verfügbar werden, bitten wir unsere Beschäftigten, sich zum frühestmöglichen Zeitpunkt impfen zu lassen, um sich selbst, ihre Familien und Gemeinden zu schützen", begründete Amazon das Vorgehen.

    An vielen Amazon-Standorten solle zudem die Möglichkeit zur Impfung angeboten werden. Nach heftiger Kritik aufgrund vieler Fälle unter Amazon-Beschäftigten etablierte der Händler 700 Test-Standorte, an denen bisher eine Million Tests an seinen 800.000 Mitarbeitern durchgeführt wurden. Auch andere US-Unternehmen fordern ihre Mitarbeiter auf, sich impfen zu lassen. Dazu gehören die Kaffeehaus-Kette Starbucks, der Konsumgüter-Hersteller Unilever und Supermarkt-Ketten. (Reuters/futurezone)

  • | Martin Stepanek

    15 statt 10 Dosen pro Ampulle

    Das US-Unternehmen Moderna will künftig 50 Prozent mehr Impfstoff gegen das Coronavirus pro Ampulle abfüllen und so die Auslieferung beschleunigen. Weltweit werde eine Zulassung für diese Anpassung beantragt, hieß es in einer Mitteilung der Firma am Freitag. Zuvor hatte die „New York Times“ berichtet, die US-Arzneimittelbehörde FDA habe bereits eine Steigerung der pro Ampulle abgefüllten Menge um 40 Prozent genehmigt.

    Durch die Steigerung um 50 Prozent könnten pro Ampulle 15 statt der bisherigen zehn Impfdosen ausgeliefert werden, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur AFP mit. Für die Steigerung könnten die selben Ampullen wie bisher verwendet werden. Die Umstellung könne in den kommenden zwei bis drei Monaten erfolgen.

    Bisher erhielten rund zehn Prozent der US-Amerikaner mindestens eine Impfdosis. Das Vakzin von Moderna wurde dabei bei knapp der Hälfte der Impfungen eingesetzt. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden kündigte am Donnerstag an, mit den Unternehmen Moderna sowie Biontech und Pfizer die Lieferung von insgesamt 600 Millionen Impfdosen vereinbart zu haben. (apa)

  • | Martin Stepanek

    Datenschutzprobleme bei "Österreich impft"

    Die Impf-Voranmeldung wird in einigen Bundesländern nicht datenschutzkonform umgesetzt, wie ein Check der futurezone ergab. Denn vier von neuen Ländern setzen bei der Eingabe auf den Google-Dienst "reCaptcha".

     

  • | Thomas Prenner

    EMA startet Schnell-Prüfverfahren für Curevac-Impfstoff

    Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Die Entscheidung beruhe auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird nach Angaben der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

    Die Behörde bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden Daten und Ergebnisse laufend geprüft, auch wenn die Testreihen noch nicht abgeschlossen sind und auch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen, aber ebenso sorgfältig, wie die EMA mitteilte. Wie lange die Prüfung dauern werde, ist unklar.

    Sobald genug Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen. Die Experten der EMA geben dazu eine Empfehlung ab. Formal entscheidet dann die EU-Kommission. Zurzeit laufen zwei weitere Prüfverfahren von Impfstoffen. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe zugelassen. (apa/dpa)

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  • | Martin Stepanek

    Immunsystem reagiert nach Pfizer-Impfung

    Personen, denen der Pfizer-Impfstoff verabreicht wurde, zeigen eine starke Immunreaktion - auch wenn sie mit den mutierten Varianten des Coronavirus in Berührung kommen. Wie Forscher herausfanden, sind die durch die Impfung erzeugten Antikörper weniger wirksam - das Immunsystem hat mit den T-Zellen aber einen zweiten Abwehrmechanismen auf Lager, der im Kampf gegen die Viren helfen kann.

  • | Gregor Gruber

    WHO empfiehlt AstraZeneca

    Die WHO hat eine Empfehlung für AstraZeneca ausgesprochen, berichtet die BBC. Laut der Organisation solle der Impfstoff auch bei Personen über 65 Jahren eingesetzt werden. Außerdem solle AstraZeneca auch in Ländern verimpft werden, in denen resistentere Mutationen vorherrschen, wie etwa die Südafrika-Variante.

    Man solle aber beim Impfen einen längeren Zeitraum zwischen der ersten und zweiten Dosis lassen, wie es in Großbritannien gemacht wurde. Dies würde die Wirkung steigern. Empfohlen sind 11 bis 12 Wochen.

    Damit stellt sich die WHO hinter den britischen Impfstoff. AstraZeneca war von Beginn an in der Kritik, weil die Studie zur Wirksamkeit unschlüssig war. Danach wurde bemängelt, dass es keine ausreichenden Studien zur Wirkung bei über 65-Jährigen gibt. Zuletzt gab es Hinweise darauf, dass AstraZeneca weniger effektiv bei bestimmten Corona-Mutationen, wie der Südafrika-Variante, schützt.

    Das österreichische Impfgremium hat AstraZeneca nur für den Einsatz bei 18- bis 64-Jährigen empfohlen.

  • | Gregor Gruber

    Regierung kauft 6 Millionen Dosen Impfstoff

    Die Regierung hat heute im Ministerrat die Beschaffung von 6 Millionen Dosen an zusätzlichem Impfstoff beschlossen. Der größte Teil davon stammt vom US-Konzern Moderna und wird Ende des zweiten Quartals zur Verfügung stehen, berichtete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) im Pressefoyer nach der Regierungssitzung. Der Rest fällt auf den französischen Konzern Valneva, wo der Impfstoff noch nicht zugelassen ist und erst gegen Ende des Jahres lieferbar sein dürfte.

    Aufteilung

    Die 6 Millionen stammen aus dem EU-Kontingent, das die Nationalstaaten zusätzlich abrufen können. 4,7 Millionen der Dosen sind von Moderna, der Rest von Valneva. Zurückgewiesen wurde von Anschober, dass man in Österreich zu stark vom nicht unumstrittenen Impfstoff AstraZeneca abhängig sei. Die meisten Dosen habe man mittlerweile von Biontech-Pfizer mit 11,1 Millionen bestellt, dazu kämen noch gesamt fünf Millionen vom zweiten RNA-Impfstoff von Moderna. Zu viel werde man jedenfalls nicht haben. Der Impfstoff könne auch leicht weiter verkauft werden. (apa)

  • | Thomas Prenner

    Falsche Spritzen: Japan muss Impfstoff entsorgen

    In Japan können Millionen von Menschen nicht mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer geimpft werden, weil es an speziellen Spritzen fehlt, die es erlauben, 6 Dosen aus den Flaschen zu gewinnen. 

    Eigentlich hat Japan 144 Millionen Dosen des Pfizer-Impfstoffs erhalten - allerdings unter der Annahme, dass aus einer Durchstichflasche 6 und nicht 5 Dosen gewonnen werden können.  Kann die 6. Dosis nicht verimpft werden, muss die Flasche entsorgt werden. 

    "Die in Japan verwendeten Spritzen können nur fünf Dosen entnehmen", sagte Gesundheitsminister Norihisa Tamura laut einem Bericht im Guardian. Demnach müssen Millionen Dosen nun weggeschmissen werden.

    "Wir werden alle Spritzen verwenden, die wir haben, um sechs Dosen zu ziehen, aber es wird nicht ausreichen”, so der Minister. Inzwischen hat die Regierung auch die Hersteller der Spritzen aufgefordert, sie in größeren Stückzahlen zu produzieren. 

    Dosen statt Flaschen

    Der Umstand, dass aus einer Flasche mehr Dosen gewonnen werden können, sorgte auch in der EU für Diskussionen über die Liefermengen. 

    Pfizer liefere nur den Impfstoff, das Impfzubehör müsse von den einzelnen Staaten selbstständig beschafft werden, sagte Pfizer-Sprecherin Ende Jänner zur futurezone. In Österreich sei dies auch geschehen, so dass aus einer Durchstichflasche 6 Dosen entnommen werden könnten.

    Vials labelled "COVID-19 Coronavirus Vaccine" and sryinge are seen in front of displayed Pfizer logo in this illustration
  • | Thomas Prenner

    Russland will Sputnik V nicht vor Mai oder Juni in EU liefern

    Russland hält eine Lieferung seines selbst entwickelten Impfstoffs Sputnik V in die Europäische Union nicht vor Mai oder Juni für möglich. Das sagte der Chef des staatlichen Direktinvestmentfonds (RDIF), Kirill Dmitrijew, am Dienstag im russischen Staatsfernsehen Rossija 24. „Die großen Lieferungen in die EU sind erst dann möglich, wenn die Massenimpfungen in Russland beendet werden.“ Der RDIF ist für die internationale Vermarktung von Sputnik V zuständig, der bereits in vielen Ländern zugelassen und im Einsatz ist. Vor dem Einsatz in der EU muss das Präparat noch von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassen werden.

    Die EMA hatte in der vergangenen Woche frühere Angaben Russlands, der Antrag auf Zulassung sei bereits eingereicht, zurückgewiesen. Der Fonds teilte am Dienstag erneut mit, dass die EMA jetzt aber den Antrag angenommen habe. Die russischen Entwickler sehen sich immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, widersprüchliche Angaben zu Sputnik V zu veröffentlichen.

    "Keine politischen Argumente"

    „Wir hoffen, dass unser Antrag in Kürze begutachtet wird und dass keine politischen Argumente vorgebracht werden in diesem Verfahren, sondern es sachlich bewertet wird“, sagte der Fonds-Chef.

    Die Wirksamkeit von Sputnik V gegen den Erreger Sars-CoV-2 wird mit mehr als 91 Prozent angegeben. Impfungen gibt es etwa in Moskau auch in Einkaufszentren, in mobilen Impfstationen und in den meisten Kliniken. Nach einer ersten Komponente wird nach 21 Tagen eine zweite verabreicht. Nach 42 Tagen insgesamt soll sich die Immunität dann voll ausgebildet haben.

    In Moskau sind nach städtischen Angaben erst etwa 400 000 Bürger geimpft - von rund 13 Millionen. Viele Menschen in Russland zögern - auch weil Kremlchef Wladimir Putin, der Sputnik V international als bestes Vakzin der Welt anpreist, sich noch nicht hat impfen lassen. Pakistan ließ Sputnik am Dienstag nach RDIF-Angaben als 22. Land zu. (dpa)

    FILE PHOTO: FILE PHOTO: Argentina continues its vaccination process to medical staff with the Sputnik V vaccine
  • | Martin Stepanek

    Russische Intransparenz

    Vor wenigen Tagen überraschte das Forscherteam des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V mit einer Studie, die im renommierten Lancet-Journal publiziert wurde. Die hervorragende Wirksamkeit von über 90 Prozent wird nun aber von einigen Forschern in Zweifel gezogen.

  • | Andreea Iosa

    EMA prüft bedingte Zulassung von Johnson & Johnson-Vakzin

    Die Ad26-COV-2.S-Vakzine von Johnson & Johnson (Janssen-Cilag) ist in Europa im „Rolling Review“ für eine „bedingte Zulassung“. Das Unternehmen liefert laufend Daten an die EMA-Experten. Damit kann das Verfahren beschleunigt werden. Zunächst begutachten Rapporteur und Co-Rapporteur aus zwei Ländern mit Peer Review von dritter Seite. Ein vorläufiges Urteil ergeht dann an das CHMP-Expertengremium, das schließlich eine eventuelle (bedingte) Zulassungsempfehlung an die EU aussprechen kann.

    Bei dem Janssen-Cilag-Impfstoff liegt derzeit an wissenschaftlichen Publikationen nur die Zwischenauswertung einer Phase-I-IIa-Studie (zwei von drei Teilstudien auf Immunogenität und Reaktogenität mit insgesamt 805 Probanden) vor. Sie ist in aktualisierter Form am 21. Jänner im New England Journal of Medicine erschienen. Untersucht wurden unterschiedliche Dosierungen des auf einem Adenovirus-26 (Ad26) basierenden Vakzines. Ad26.COV-2.S „ist ein rekombinantes, nicht-vermehrungsfähiger Adenovirus-Vektor vom Serotyp 26 , der für das volle und stabilisierte SARS-CoV-2-Spike-Protein kodiert“, hieß es in der Publikation. Die AstraZeneca-Oxford-Vakzine basiert hingegen auf einem Adeno-Schimpansenvirus, Sputnik V wiederum auf zwei humanen Adenoviren. Janssen-Cilag hat Ad26 auch bei seiner im Juli vergangenen Jahres zugelassenen Ebola-Vakzine verwendet.

    „Obwohl alle derzeit laufenden Phase-III-Studien mit anderen Covid-19-Vakzinen Impfungen mit zwei Dosen untersucht haben, löste eine einzige Dosis von Ad26.COV2.S eine starke humorale (Antikörper-)Immunantwort bei der Mehrheit der Probanden aus. Mit der Anwesenheit von das S-Protein bindenden und neutralisierenden Antikörpern bei mehr als 90 Prozent der Teilnehmer, und zwar unabhängig von der Altersgruppe oder der verwendeten Dosis der Vakzine“, schrieben die Autoren im New England Journal of Medicine.

    Deshalb wurde in der groß angelegten Phase-III-Studie, deren rohe Resultate Janssen-Cilag vor einigen Tagen bekannt gegeben hat, nur eine Dosis der Vakzine verwendet. Unter den 43.783 Teilnehmern der Studie, von denen die Hälfte Placebo erhielten, zeigte sich ein Schutzeffekt gegen Covid-19-Erkrankungen bereits ab dem 14. Tag nach der Impfung. Nach 28 Tagen betrug die Schutzwirkung insgesamt 66 Prozent. In den USA lag sie bei 72 Prozent, in Lateinamerika bei 66 Prozent, in Südafrika bei 57 Prozent. Auch Impfungen, welche keinen 90- oder hundertprozentigen Schutz bieten haben gute Effekte. Das ist beispielsweise bei der Influenza oder den Pneumokokken der Fall. Die Schutzwirkung gegen schwere Erkrankungen betrug laut Janssen-Cilag nach 28 Tagen 85 Prozent und stieg auch danach noch weite ran. Nach dem 49. Tag wurden keine schweren Erkrankungen mehr verzeichnet.

    Gegen "Notfallzulassungen"

    Die EU-27 hat sich im Juni 2020 hingegen einhellig gegen Gegen "Notfallzulassungen" ausgesprochen.„Ich freue mich sehr, dass sich Österreich entschieden hat, keine 'Notfallzulassung' zu wählen, sondern eine bedingte, ordentliche Zulassung, die garantiert, dass die strengen EU-Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität erfüllt werden“, sagte Barbara Tucek von der AGES-Medizinmarktaufsicht vor einigen Tagen beim Österreichischen Impftag. Österreich hat von Anfang an mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten gehandelt.

    Damit seien die höchsten Sicherheitsstandards bezüglich des Prozederes gegeben. Die Unternehmen müssten gegebenenfalls zunächst noch nicht vorliegende Daten bezüglich ihrer Impfstoffe innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens nachliefern. Sonst sind in einem solchen Verfahren aber alle Kriterien erfüllt. Sogenannte „Notfallzulassungen“ sind anderes. Sie sind zunächst strikt nationale Angelegenheit, zum Beispiel in Großbritannien oder den USA verwendet oder geplant.(apa)

  • | Martin Stepanek

    Pfizer-Impfstoff neutralisiert Mutationen

    Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wirkt auch gegen die in Großbritannien und Südafrika erstmals aufgetauchten Mutationen. Die Daten sind im Fachblatt „Nature Medicine“ veröffentlicht worden, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es habe sich gezeigt, dass das Blut von 20 geimpften Menschen die Schlüsselmutationen der Varianten aus Großbritannien und Südafrika neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren.

    Ende Jänner waren die Daten der Untersuchung von Pfizer und der University of Texas erstmals bekannt geworden. Damals hatten Biontech und Pfizer betont, die Ergebnisse deuteten nicht auf die Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs gegen die neu auftretenden Varianten hin. Mittlerweile haben auch externe Experten die Ergebnisse begutachtet, so dass es nun zu der Veröffentlichung in dem Fachblatt kam. Dort heißt es unter anderem, nun brauche es klinische Daten, um noch mehr über die Wirkung des Impfstoffs gegen Virusvarianten zu lernen.

    Die anhaltende Weiterentwicklung von SARS-CoV-2 mache ein kontinuierliches Monitoring der Variationen und möglicher Folgen für die Effektivität von Impfstoffen nötig. Die britische und südafrikanische Variante des Coronavirus gelten als ansteckender, auch in Österreich sind sie aufgetaucht. Angesichts dessen zeigen sich manche Experten skeptisch, ob die am Montag in Kraft getretenen Lockerungen der Corona-Einschränkungen sinnvoll sind. (apa)

  • | Andreea Iosa

    Südafrika setzt Einsatz von AstraZeneca-Impfstoff aus

    Südafrika wird den Einsatz des Impfstoffes des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca aussetzen, solange Wissenschafter über die beste Verwendung der Arznei beraten. Das kündigte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Sonntag in Pretoria an. Zuvor hatte Astrazeneca eingeräumt, der Impfstoff biete nur begrenzten Schutz bei einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus, das sich jüngst auch in Tirol stark ausgebreitet hat.

    Das britisch-schwedische Vakzin spielt eine wesentliche Rolle im österreichischen Impfplan. Eine erste Lieferung mit 36.000 Dosen ist in der Nacht auf Samstag in Österreich eingetroffen, bis Ende März sollen es 700.000 Dosen sein. Studien bescheinigen dem Impfstoff schon gegen die herkömmliche Virusvariante eine deutlich geringere Wirksamkeit als andere Impfstoffe. Österreich setzt aber stark auf Astrazeneca, weil der Impfstoff leichter zu verabreichen ist als die mRNA-Vakzine. (apa)

  • | Patrick Dax

    Großbritannien rechnet mit jährlicher Corona-Impfung

    Großbritannien rechnet mit einer regelmäßigen Auffrischung der Coronavirus-Impfung. „Wir sehen sehr wahrscheinlich eine jährliche oder eine Auffrischungsimpfung im Herbst und dann eine jährliche (Impfung)“, sagte der für den Einsatz der Impfstoffe verantwortliche Minister Nadhim Zahawi der BBC. So werde es auch bei Grippeimpfungen gemacht, „wo man schaut, welche Variante des Virus sich auf der Welt ausbreitet.“

    Großbritannien hat bereits fast 11,5 Millionen erste Dosen des Corona-Impfstoffs bereitgestellt. Bis Mitte Februar sollen dort alle Menschen in den am stärksten gefährdeten Gruppen geimpft
    sein. (reuters)

  • | Patrick Dax

    Wann kommt die Impfung für Kinder?

    Corona-Impfstoffe werden auch für Kinder entwickelt, obwohl sie nur selten schwer erkranken. Ob die Impfstoffe auch eingesetzt werden, ist aber offen.

  • | Patrick Dax

    AstraZeneca-Impfstoff bietet bei südafrikanischer Variante nur begrenzten Schutz

    Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca bietet laut dem Pharmakonzern nur begrenzten Schutz bei einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus. Dies hätten erste Ergebnisse einer Studie der südafrikanischen Universität Witwatersrand und der Universität Oxford, mit der AstraZeneca den Impfstoff zusammen entwickelte, ergeben, teilte das britisch-schwedische Unternehmen am Samstag mit.

    AstraZeneca reagierte damit auf einen Bericht der Zeitung „Financial Times“, die zuvor über den womöglich geringeren Impfschutz bei der Mutation berichtet hatte. 2.026 Personen hatten an der laut der Zeitung noch nicht durch Experten begutachteten Studie teilgenommen, die Hälfte erhielt ein Placebo. Keiner der Teilnehmer habe demnach einen schweren Verlauf gehabt oder sei gestorben. AstraZeneca geht davon aus, dass der Impfstoff auch Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bietet. Allerdings gebe es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, da es sich bei den Studienteilnehmern überwiegend um junge, gesunde Erwachsene gehandelt habe.

    Neben der südafrikanischen Virus-Mutation kursieren derzeit zwei weitere Varianten, die zuerst in Großbritannien und in Brasilien entdeckt wurden. Sie alle gelten als ansteckender als die Ursprungsvariante und haben sich bereits in vielen Ländern weltweit verbreitet. AstraZeneca zufolge soll der Impfstoff nun so angepasst werden, dass er auch bei der Südafrika-Mutante wirksam ist. Angepeilt ist laut dem Sprecher ein möglicher Auslieferungstermin im Herbst. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die britische Variante hatte die Universität Oxford am Freitag bestätigt. (apa)

    SPAIN-HEALTH-VACCINE
  • | Patrick Dax

    Kurz will Produktionskapazitäten für russischen Impfstoff in Österreich finden

    Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will den russischen und chinesischen Corona-Impfstoff in Österreich produzieren lassen. Nach einer Zulassung der beiden Vakzine „würde Österreich ganz bestimmt versuchen, Produktionskapazitäten bei geeigneten einheimischen Unternehmen für russische oder chinesische Impfstoffe zur Verfügung zu stellen“, sagte Kurz der „Welt am Sonntag“. „Genauso wie für Hersteller anderer Länder“, fügte er hinzu.

    "Keine geopolitischen Tabus"

    „Es geht doch darum, schnell möglichst viel sicheren Impfstoff zu bekommen - egal, von wem er entwickelt worden ist“, betonte Kurz, der sich erst am Donnerstag in einer Stellungnahme dafür ausgesprochen hatte, dass die Europäische Arzneimittelagentur EMA auch die Zulassung von Impfstoffen aus Russland und China prüfen solle. Diesbezüglich dürfe es „keine geopolitischen Tabus“ geben.

    „Ja, wenn die Impfstoffe in Europa zugelassen sind“, beantwortete Kurz im „WamS“-Interview die Frage, ob er selbst sich mit Sputnik V oder einem chinesischen Präparat impfen ließe. „Es geht bei den Impfstoffen einzig um Wirksamkeit, Sicherheit und um schnelle Verfügbarkeit, nicht um geopolitische Kämpfe“, bekräftigte er.

    "Zulassungsgeschwindigkeit problematisch"

    Für die „derzeit suboptimale Versorgung“ der EU-Bürger mit Impfstoffen machte der Kanzler vor allem Lieferschwierigkeiten sowie die „Zulassungsgeschwindigkeit“ verantwortlich. Er halte es „für problematisch, wie bürokratisch und langsam die Europäische Arzneimittelagentur bei der Zulassung der Impfstoffe arbeitet“. (apa)

    FILES-RUSSIA-HEALTH-VIRUS-VACCINE
  • | Thomas Prenner

    AstraZeneca-Impfstoff in Österreich angekommen

    In der Nacht auf Samstag ist die erste Lieferung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca in Österreich eingetroffen. Zunächst sind es 36.000 Dosen, kommenden Freitag wird die nächste Lieferung erwartet. Bis Ende März werden insgesamt 700.000 Dosen von AstraZeneca erwartet. Damit werden nun die Impfstoffe dreier Hersteller in Österreich verimpft.

    Andreas Windischbauer, Vorstandsvorsitzender von Herba Chemosan und Präsident des Verbandes der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO), betonte, dass die Vakzine von AstraZeneca gegenüber den bereits am Markt befindlichen Produkten Vorteile hat: nämlich einfacherer Transport und Lagerung. Die erste Lieferung war bereits am späten Freitagnachmittag bzw. -abend aus Deutschland erwartet worden. Verkehrsprobleme verzögerten die Ankunft, um 1.48 Uhr traf der Impfstoff bei Herba Chemosan in Wien-Simmering schließlich ein. "Die Aufteilung (an 16 Standorte in Österreich, Anm.) erfolgte sofort", sagte Windischbauer.

    AstraZeneca hat laut Windischbauer nicht zuletzt wegen der relativ einfachen Lagerbarkeit (in normalen Kühlschränken möglich, Anm.), aber auch wegen des großen Abstandes zwischen den beiden Teilimpfungen Vorteile. Die zweite Teilimpfung muss erst elf bis zwölf Wochen nach der ersten verabreicht werden. Windischbauer sagte, alle wären glücklich, "wenn wir deutlich mehr Impfdosen hätten - wir könnten auch deutlich mehr ausliefern".

    Zulassungsprozess

    Der Impfstoff habe den selben Zulassungsprozess wie die anderen Vakzine durchlaufen, sagte Sarah Walters, Chefin von AstraZeneca in Österreich. Es habe sich in den Studien gezeigt, dass er zu 100 Prozent schwere Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfälle verhinderte. Auch zumindest gegen die britische Mutante B.1.1.7. wirkt der Impfstoff von AstraZeneca offenbar, entsprechende Daten wurden diese Woche im Wissenschaftsmagazin "Lancet" publiziert. Walters räumte aber ein, dass nur die Wirksamkeit bezüglich der britischen Variante untersucht wurde.

    Sie hofft, dass in den nächsten ein, zwei Monaten genügend Daten vorhanden sind, um auch die derzeit noch fehlende Impf-Empfehlung für Menschen über 65 zu erreichen. Walters betonte, dass die Europäische Arzneimittelbehörde den AstraZeneca-Impfstoff für alle über 18 zugelassen habe. Bisher vorliegende Daten würden jedenfalls implizieren, dass die Wirksamkeit für Über-65-Jährige genauso gegeben ist. "Es gibt jeden Tag mehr Daten", sagte Walters.

    Sie zeigte sich auch zuversichtlich, dass das Unternehmen letztlich die vollen bestellten 300 Millionen Dosen an die EU ausliefern kann. Dass dabei auch Produktionskapazitäten außerhalb der EU herangezogen werden, schloss Walters aus. "Das war nicht nur eine Entscheidung von AstraZeneca", sagte die AstraZeneca-Vertreterin. "Die Lieferwege wurden mit den EU-Staaten gemeinsam beschlossen." (apa)

  • | Thomas Prenner

    Serbien ist Spitzenreiter beim Impfen

    Serbien ist in Relation zu seiner Einwohnerzahl Spitzenreiter bei Corona-Impfungen auf dem europäischen Festland. Der Balkanstaat habe bereits mehr als 450.000 seiner sieben Millionen Bürger geimpft, geht aus den Daten des Portals Our World in Data hervor. Das sei mehr als jedes andere Land in Europa mit Ausnahme Großbritanniens.

    Während die EU in den vergangenen Wochen mit Produktionsschwierigkeiten und Lieferengpässen bei Impfstoffherstellern zu kämpfen hatte, setzt Serbien besonders auf chinesische, aber auch russische Vakzine. Mitte Jänner hatte der Balkanstaat, der selbst nicht zur EU gehört, eine Million Impfdosen aus China erhalten.

    Auf die Frage, zu welchem Preis Serbien die chinesischen Impfstoffe gekauft habe, sagte Präsident Aleksandar Vucic laut serbischen Medien, er habe „einen guten Deal“ gemacht. Belgrad, das seit einigen Jahren Beitrittsverhandlungen mit der EU führt, ist bereits wegen mehrerer Infrastrukturprojekte bei Peking verschuldet. (apa/afp/futurezone)

    Serbien im Vergleich mit Österreich, Deutschland und der Schweiz

  • | Thomas Prenner

    Britische Aufsicht: AstraZeneca wirkt auch bei Älteren

    Der von der Universität Oxford und dem Pharmakonzern AstraZeneca entwickelte Corona-Impfstoff wirkt den britischen Gesundheitsbehörden zufolge auch bei älteren Menschen. Das hätten neue Studiendaten des britisch-schwedischen Pharmakonzerns bestätigt, sagte ein Vertreter der Aufsichtsämter.

    Seit der Zulassung seien mehr Daten von AstraZeneca eingegangen, da mehr Menschen die Studie abschlössen, und es gebe keinen Hinweis auf eine mangelnde Wirksamkeit bei Älteren. Während der Impfstoff in Großbritannien und auch von der EU-Arzneimittelbehörde EMA ohne Altersbegrenzung zugelassen wurde, wird in einigen europäischen Ländern das Vakzin nur unter 65-Jährigen verabreicht. Als Grund wurde angeführt, dass es keine ausreichenden Daten für die Wirksamkeit bei Älteren gibt. (apa/reuters)

    BRITAIN-WALES-HEALTH-VIRUS-VACCINE
  • | Thomas Prenner

    Ungarn impft ab kommender Woche mit Sputnik V

    In Ungarn kann in der kommenden Woche damit begonnen werden, den russischen Impfstoff Sputnik V zu verabreichen. Das kündigt Ministerpräsident Viktor Orban an. Ungarn hat anders als die EU-Kommission dem russischen Impfstoff die Notfallzulassung erteilt und ist damit das erste EU-Land. Russland liefert in den kommenden drei Monaten zwei Millionen Impfdosen. Damit kann eine Million Menschen geimpft werden. Die ersten 40.000 Sputnik-V-Dosen trafen vergangene Woche ein.

    Am Donnerstag plädierte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) dafür, dass es bei der Frage der Zulassung von Impfstoffen "keine geopolitischen Tabus geben dürfe. "Die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur, Anm.) sollte natürlich auch die Zulassung von chinesischen Impfstoffen oder des russischen Impfstoffs prüfen", sobald diese den Antrag gestellt hätten, erklärte Kurz in einer der APA übermittelten Stellungnahme. (apa)

    FILE PHOTO: Outbreak of the coronavirus disease (COVID-19), in Buenos Aires
  • | Andreea Iosa

    AstraZeneca will bis Herbst verbesserten Impfstoff entwickeln

    Der britische Pharmakonzern AstraZeneca und die Universität Oxford wollen bis Herbst einen Covid-19-Impfstoff der nächsten Generation herstellen, der Schutz vor neuen Virus-Varianten bieten soll. Astrazeneca wolle diesen „so schnell wie möglich“ herstellen, sagt Forschungschef Mene Pangalos.

    Die beiden Partner stünden zudem kurz davor, Daten über die Wirksamkeit ihres Covid-19-Impfstoffs bei älteren Erwachsenen zu haben, sagt Andrew Pollard, Leiter der Impfstoffgruppe der Universität, auf einer virtuellen Pressekonferenz. (rts)
     

  • | Andreea Iosa

    Cocktail aus Corona-Impfstoffen gegen Mutationen

    Britische Forscher wollen in einer klinischen Studie die Impfstoff-Wirksamkeit bei der Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffe testen. Wie das National Institute for Health Research mitteilte, sollen dabei die beiden bisher in Großbritannien zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Oxford/Astrazeneca in unterschiedlicher Abfolge als erste und zweite Dosis verwendet werden.

    Weitere Präparate könnten später hinzukommen, hieß es in der Mitteilung. An der Studie, die am 4. Februar gestartet wurde, sollen mehr als 800 Freiwillige in England im Alter von 50 Jahren und darüber teilnehmen.

    "Flexiblere Impfstoffvergabe"

    Gleichzeitig wollen die Forscher auch herausfinden, wie sich unterschiedliche Intervalle von vier bis zu zwölf Wochen zwischen der Gabe der beiden Dosen auswirken. Derzeit werden beide Impfstoffe in Großbritannien im Abstand von bis zu zwölf Wochen verabreicht. In dem Land erhielten bereits mehr als zehn Millionen Menschen eine erste Impfdosis, zweimal geimpft wurden bisher nur etwa 500.000 Menschen.

    Angesichts potenzieller Engpässe in der Impfstofflieferung sei es definitiv von Vorteil, Daten zu haben, die eine flexiblere Impfstoffvergabe erlaubten, sagte der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam. Er fügte hinzu: "Es ist auch möglich, dass durch die Kombination von Impfstoffen die Immunreaktion erhöht werden könnte und ein länger anhaltendes und höheres Niveau an Antikörpern hervorgerufen werden könnte", so Van-Tam. Das müsse nun getestet werden.

    Eine ähnliche Studie hatten russische Forscher bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt. Dabei soll eine Kombination aus dem russischen Impfstoff "Sputnik V" und dem Vakzin des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca zum Einsatz kommen. (apa/rts)

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