© Chris Bickel, Science/AAAS, Mars InSight SEIS

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So sieht es im Inneren des Mars aus

Die NASA hat eine detaillierte Karte vom Inneren des Mars veröffentlicht, auf der seine Kruste, sein Mantel und sein Kern dargestellt sind. Die Daten dafür hat die NASA-Sonde "InSight" geliefert, die Ende 2018 auf dem Mars gelandet war.

Ausgewertet wurden die von ihr aufgezeichneten Marsbeben von einem internationalen Forscherteam, da die seismischen Wellen tiefe Einblicke in die Struktur des Roten Planeten liefern können. 

Oberste Krustenschicht etwa 8 Kilometer dick

Die Studie der Universität zu Köln etwa behandelt die Mars-Kruste. Auf dem Areal, auf dem InSight gelandet war, dürfte sie mit hoher Wahrscheinlichkeit aus 2 oder 3 Schichten bestehen, wobei die oberste etwa 8 Kilometer dick sei. Laut der Studienleiterin Brigitte Knapmeyer-Endrun sei es möglich, dass sich der Mantel bereits unter dieser Kruste befindet. Ist dem tatsächlich so, wäre die Kruste jedoch unerwartet dünn. Zum Vergleich: auf der Erde beläuft sich die Kruste durchschnittlich auf 40 Kilometer Dicke.

Wahrscheinlicher sei, dass sich unter der zweiten eine dritte Lage befindet, sodass sich die Kruste unter InSight auf 39 Kilometer ausweitet. Auf den ganzen Planeten gerechnet, wäre die Kruste zwischen 24 und 72 Kilometer dick.  

Die Erforschung der Mars-Kruste hat für die Wissenschaft einen enormen Wert. Denn diese Daten könnten Hinweise auf die Entwicklung des Mars geben. Auch könnten sie Aufschluss darüber geben, warum sich die Planeten diesbezüglich generell heute so stark voneinander unterscheiden.

Mars hat flüssigen und leichten Metallkern

Forscher*innen der Universität Zürich haben seismische Wellen zwischen Mantel und Kern untersucht. Das Resultat: Der Mars verfügt über einen flüssigen Metallkern mit einem Radius von 1.830 Kilometer. Der Marsmantel dürfte hingegen aus einer Gesteinsschicht bestehen. Im Gegensatz dazu verfügt die Erde über zwei Gesteinsschichten. Laut dem Studienleiter Simon Stähler dürfte der Mars-Kern damit eine geringere Dichte aufweisen als bisher erwartet. Grund dafür könnte sein, dass es im Kern mehr leichte Elemente wie Schwefel, Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff geben könnte.

Die Marsstruktur hilft den Forscher*innen generell dabei, die Entstehung und Entwicklung des Planeten im Laufe von Milliarden von Jahren besser zu verstehen. Nach wie vor gibt der Rote Planet aber noch Rätsel auf, die es weiter zu erforschen gilt. Gleich drei Studien wurden dazu im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht.

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