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Science

NASA nimmt von Russland beschuldigte Astronautin in Schutz

Am Freitagnachmittag hat die russische Nachrichtenagentur TASS einen Bericht veröffentlicht, in dem ein anonymer, "hochrangiger Vertreter der russischen Weltraumindustrie" zitiert wird. Darin heißt es, die US-Astronautin Serena Auñon-Chancellor habe 2018 wahrscheinlich aufgrund von psychischen Problemen ein Loch in eine Sojus-Raumkapsel gebohrt, um eine Krise auf der ISS auszulösen und schneller als geplant zur Erde zurückzukehren. Während die NASA diese Geschichte dementierte, wurde Auñon-Chancellor nicht explizit von den Vorwürfen freigesprochen. Das holt die NASA aber nach interner Kritik nun nach.

Tweets von NASA-Spitze

"Wir stehen hinter Serena und ihrem professionellen Umgang. Wir glauben nicht, dass diese Anschuldigungen glaubwürdig sind", heißt es etwa in einem Tweet der NASA-Chefastronautin Kathy Lueders, der von NASA-Chef Bill Nelson untermauert wird.

Wahrscheinlich Konstruktionsfehler

Die russische Erzählung nimmt ihren Anfang bei einer Thrombose-Erkrankung von Serena Auñon-Chancellor. Sie soll einen emotionalen Zusammenbruch bei der Astronautin ausgelöst haben, woraufhin sie die Raumkapsel an der ISS manipuliert haben soll. Das Loch hielt die Crew der Raumstation damals auf Trab. Wäre es nicht entdeckt worden, hätte die Raumstation innerhalb von 2 Wochen sämtliche Atemluft verloren. Glücklicherweise wurde es entdeckt und mit Epoxidharz verschlossen. Anfangs war mit einem Mikrometeroritentreffer spekuliert worden, später galt ein Konstruktionsfehler als wahrscheinlich.

Revanche-Foul

Wie Ars Technica berichtet, tauchen die Anschuldigungen gegen Auñon-Chancellor nun gerade zu einem Zeitpunkt auf, nachdem in den USA eine Reihe kritischer Artikel über die russische Raumfahrtagentur Roscosmos erschienen sind. Ausgehend vom Vorfall rund um das russische ISS-Modul Nauka, das nach dem Andocken von selbst seine Triebwerke zündete und damit die Station ins Taumeln brachte, könnte sich Roscosmos unter Druck gesetzt fühlen. Hinter dem "hochrangigen Vertreter" im TASS-Bericht wird Roscosmos-Chef Dimitri Rogoschin vermutet.

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