© Davide Bonadonna

Science
04/27/2020

Paläontologen: Sahara war der gefährlichste Ort aller Zeiten

Vor 100 Millionen Jahren lebten dort fliegende Reptilien und krokodilähnliche Jäger.

Wissenschaftler haben vielleicht den gefährlichsten Ort gefunden, der in der Geschichte unserer Erde existiert hat. In einem Delta im Südosten von Marokko sollen vor 100 Millionen Jahren zahlreiche Raub- und Flugsaurier sowie mehrere Krokodilarten gelebt haben. Nun wurde eine erste detaillierte Übersicht der damals lebenden Dinosaurier in der sogenannten „Kem Kem“-Formation erstellt.

Die Paläontologen der Universität Detroit Mercy und der Universität Portsmouth haben für eine Studie im Fachmagazin ZooKeys zahlreiche fossile Wirbeltiere aus dem Gebiet analysiert. Die Überreste stammen aus der Kreidezeit. Die Übersicht der Fossilien sei „ein Fenster in das Zeitalter der Dinosaurier in Afrika“, heißt es in einem Statement des Hauptautors Nizar Ibrahim.

Fossilien des Deltadromeus agilis wurden in Marokko gefunden

Er war ein riesiger, schneller Raubsaurier

Der Säbelzahn-Carcharodontosaurus soll einer der größten Raubsaurier gewesen sein

Der Spinosaurus aegyptiacus soll bis zu 18 Meter lang gewesen sein

Vor 100 Millionen Jahren gab es dort ein riesiges Flusssystem. Gleich 4 große Raubsaurier lebten dort. Einer von ihnen war der Carcharodontosaurus ("Scharfzahn-Echse"), einer der größten fleischfressenden Dinosaurier, die je gelebt haben. Er war über 8 Meter lang und seine Zähne wurden bis zu 20 Zentimeter groß. Auch der Deltadromeus, der ebenfalls 8 Meter groß war und mit seinen schlanken Hinterläufen besonders schnell rennen konnte, war dort heimisch. Zudem fanden die Forscher Fossilien des bis zu 18 Metern großen Spinosaurus und des Abelisaurus.

Rätsel um Pflanzenfresser

Neben den großen Raubdinosauriern lebten auch zahlreiche Flugsaurier und krokodilähnliche Jäger im Flussdelta. „Dies war wohl der gefährlichste Ort in der Geschichte des Planeten Erde. Ein Ort, an dem ein menschlicher Zeitreisender nicht sehr lange überleben würde“, so IbrahimPflanzenfresser konnten die Forscher allerdings nur sehr wenige finden. Daher rätseln sie darüber, wie so viele große Raubsaurier dort überleben konnten. Sie vermuten, dass diese sich von riesigen Fischen ernährten.

Einige von ihnen, wie der Quastenflosser, waren damals bis zu fünfmal so groß wie ihre heutigen Artgenossen. Die seltene Fischart kann heute bis zu 2 Meter lang werden und rund 90 Kilogramm wiegen. Zudem habe es dort einen riesigen Sägefisch namens Onchopristis gegeben, dessen Zähne von den Forschern wie glänzende Dolche beschrieben werden.

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