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Science

Pfizer: Erste Details zu Booster-Wirkung gegen Omikron

Pfizer-Biontech hat am Mittwoch erste vorläufige Ergebnisse aus Laboruntersuchungen zur Omikron-Variante bekannt gegeben. Diese haben ergeben, dass drei Impfdosen von Pfizer-Biontech die Omikron-Variante neutralisieren. Hat man nur zwei Impfdosen erhalten, ist der Neutralisationstiter geringer.

Aus den Ergebnissen lassen sich erste Erkenntnisse über die Schutzwirkung ableiten, auch wenn Laboruntersuchungen die realen Bedingungen nicht vollständig widerspiegeln. Die neu gewonnen Daten deuten darauf hin, dass eine dritte Dosis des Impfstoffs von Pfizer-Biontech die neutralisierenden Antikörpertiter gegen die Omikron-Variante verglichen mit den Titern nach zwei Impfdosen um das 25-fache erhöht.

Booster-Impfung wirkt auch gegen Omikron

Die Titer nach der Auffrischungsdosis sind vergleichbar zu den Werten, die nach zwei Impfdosen gegen das Wildtyp-Virus beobachtet wurden und sind mit einer hohen Schutzwirkung verbunden, sagt Pfizer laut einem Artikel von Bloomberg. „Auch wenn zwei Dosen des Impfstoffs möglicherweise weiterhin Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bieten, zeigen diese ersten Daten sehr deutlich, dass der Schutz mit einer dritten Dosis unseres Impfstoffs verbessert wird“, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla.

Forscher*innen des Africa Health Research Institute in Südafrika hatten am Dienstag weitere vorläufige Daten zur Wirksamkeit des Pfizer-Vakzins gegen Omikron veröffentlicht. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Virusvariante der Antikörperantwort von zweifach Geimpften entkommt.

Auch Daten aus Deutschland deuten darauf hin. Erste Labor-Untersuchungen aus Frankfurt zur Wirkung von Corona-Impfstoffen gegen Omikron deuten auf eine schwächere Abwehrreaktion gegen die neue Variante hin. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt veröffentlichte am Mittwoch erste Ergebnisse auf Twitter, die eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Variante zeigen.

Was das jetzt bedeutet

"Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist", schrieb Ciesek dazu. Ciesek wies aber auch daraufhin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen.

Virologe Christian Drosten empfiehlt daher jedem, sich möglichst rasch eine Booster-Impfung zu holen, denn nur mit dieser ist ein Schutz vor Omikron gewährleistet - bis es einen Impfstoff gibt, der besser an die neue Variante angepasst ist.

Impfstoff-Anpassung bereits im Gange

Pfizer hat bereits damit begonnen, seinen Impfstoff an die Omikron-Variante anzupassen. Diese Arbeiten werden jetzt zügig fortgesetzt. Erste Chargen könnten bei einer raschen Genehmigung durch die Behörden innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden.

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Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Speakerin. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

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