Science
03/19/2019

Raumfahrer simulieren viermonatige Reise zum Mond

In Moskau hat das russisch-amerikanische Experiment Sirius begonnen. Sechs Menschen sind dabei vier Monate lang eingesperrt.

Vier Monate auf dem Mond - vorerst jedoch nur virtuell: In Moskau hat am Dienstag ein Langzeitexperiment begonnen, um künftige Raumfahrer besser auf Flüge ins Weltall vorzubereiten. Es sei wichtig zu wissen, wie Menschen reagieren, wenn sie lange Zeit auf engem Raum zusammenleben, sagte Jennifer Fogarty, Wissenschafterin der US-Raumfahrtbehörde NASA, vor dem Start der Mission namens Sirius.

Belastungstest in Moskau

Ziel sei es auch herauszufinden, welchen Belastungen Menschen ausgesetzt seien, wenn sie sich in einem Raumschiff immer weiter von der Erde entfernen. Bei dem russisch-amerikanischen Projekt werde der Flug einer sechsköpfigen Besatzung zum Mond und zurück zur Erde simuliert, berichtete der Vizedirektor der Mission, Mark Belakowski. Die Crew werde in völliger Isolation arbeiten. Zu den Aufgaben gehören demnach die Suche nach einem geeigneten Landeplatz auf dem Mond, die Landung selbst und das Steuern eines Mondfahrzeugs.

Bei der virtuellen Reise zum Erdtrabanten verlassen die Crewmitglieder das Gelände des Instituts für biomedizinische Probleme in Moskau nicht. Sie leben in einem nachgebauten Raumschiff. Zur Besatzung gehören der Kosmonaut Jewgeni Tarelkin und weitere Wissenschafter aus Russland und den USA.

Weiteres Experiment geplant

Das nächste Experiment dieser Art sei für nächstes Jahr geplant, sagte Fogarty. Es werde dann acht Monate dauern und mehr Besatzungsmitglieder geben. Anastassija Stepanowa, Teilnehmerin der aktuellen Mission, meinte: "Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren auf dem Mond leben und in 20 Jahren auf dem Mars."