Zerstörte Satelliten im Weltall
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Science

Neues Gesetz: Satelliten müssen nach 5 Jahren abstürzen

Weltraummüll wird immer mehr zum Problem. Laut der europäischen Weltraumorganisation ESA befinden sich über 36.000 Objekte im Orbit der Erde, die größer als 10 cm sind. In der Kategorie 1 bis 10 cm sind es eine Million.

Diese Größen reichen aus, um bei einer Kollision Satelliten oder Raumschiffe zu zerstören. Das so entstehende Trümmerfeld wird wiederum zur Gefahr für andere Satelliten. Wenn die auch zerstört werde, wächst das Trümmerfeld immer weiter an. Diese Kettenreaktion, auch Kaskadeneffekt genannt, könnte soweit gehen, bis schließlich fast alle Satelliten im Erdorbit zerstört sind.

Damit es nicht soweit kommt, muss Weltraumschrott reduziert werden. Das will die US-Kommunikationsbehörde FCC mit einem neuen Gesetz erreichen.

Alte Satelliten dürfen nur noch 5 Jahre im All bleiben

Laut dem Gesetz müssen Satelliten im niedrigen Erdorbit (LEO) sofort am Ende ihrer Mission kontrolliert zum Absturz gebracht werden, um in der Erdatmosphäre zu verglühen. Alternativ müssen sie am Ende der Mission sofort in einen Orbit gebracht werden, durch den sie spätestens in 5 Jahren in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen.

Der LEO ist mit 2.000 Kilometer Höhe definiert. Als Ende der Mission gilt, wenn Raumschiffe oder Satelliten nicht mehr in der Lage sind Ausweichmanöver durchzuführen – weil etwa der Treibstoff leer ist. Bei Objekten die keine Ausweichfähigkeiten haben, gilt das Ende der Mission wenn die Primäraufgabe erfüllt wurde, also etwa Kommunikation weiterleiten oder mit Sensoren Erdbeobachtungen durchführen.

Vor der Regel gab es nur eine 25-Jahre-Empfehlung

Die neuen Regeln gelten für alle US-Satelliten, die bei der FCC um eine Lizenz ansuchen. Sie gelten auch für Unternehmen außerhalb der USA, sofern die Satelliten für Dienste genutzt werden, die für Kund*innen im US-Markt gedacht sind, also etwa Satelliten-Internet. Satelliten, die bereits im Orbit sind, sind von den neuen Regeln nicht betroffen.

Die neuen Regeln treten ab 29. September 2022 in Kraft und sind rechtsverbindlich. Bisher gab es dazu nur eine Empfehlung von der NASA, die das Entsorgung der Satelliten innerhalb von 25 Jahren vorsieht. Diese Empfehlung aus den 1990er-Jahren war nicht rechtsverbindlich und ist laut der FCC aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß.

SpaceX reduziert Flughöhe, damit Satelliten schneller verglühen

Dass solche Regeln jetzt notwendig sind, zeigen die vielen Satelliten-Netzwerke, die gerade aufgebaut werden. Starlink von SpaceX hat bereits 3.000 Satelliten im Orbit, bis 2027 sollen es insgesamt 12.000 sein.

SpaceX hat schon 2018 bei der FCC angesucht, die Flughöhe seiner Satelliten zu ändern. Damals wurde das auch mit der Vermeidung von Weltraumschrott begründet und genehmigt. Zuvor wurden die Starlink-Satelliten in einer Höhe von 1.110 bis 1.325 Kilometern im Orbit platziert. Sollte dort ein Satellit ausfallen und nicht mehr steuerbar sein, würde es hunderte Jahre dauern, bis er auf natürlichem Weg in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht.

Jetzt werden die Satelliten in einer Höhe von 540 bis 570 Kilometer platziert. Durch die dichtere Atmosphäre würden nicht mehr steuerbare Satelliten in weniger als 5 Jahren auf die Erde stürzen und verglühen. Ein kontrolliert eingeleiteter Absturz am Ende der Mission dauert, in dieser Höhe, einige Wochen bis Monate.

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