Science
03.10.2018

So soll der neue Mondlander aussehen

Lockheed Martin hat ein Design für ein Vehikel vorgestellt, mit dem Menschen am Mond landen und wieder zurück ins All starten sollen.

Die Überlegungen der NASA wieder Menschen auf den Mond zu bringen, haben verschiedene Privatunternehmen auf den Plan gerufen. Dazu gehört auch der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Lockheed Martin. Dieses zeigt jetzt ein Design für ein neues Mond-Landefahrzeug.

Der Mondlander ist dafür ausgelegt, Menschen vom sogenannten Gateway, der von der NASA geplanten Raumstation im Mondorbit, zur Mondoberfläche und wieder zurück zu bringen. Die Idee des Gateways ist, dass die Astronauten dort leben und forschen und in regelmäßigen Abständen Außeneinsätze auf dem Mond absolvieren.

Während die NASA den Gateway und die SLS-Rakete, die die Module dafür ins All bringen soll, selbst designt, wurden private Unternehmen aufgefordert, einen dazu passenden Mondlander zu entwerfen. Offiziell hat Lockheed Martin sein Design noch nicht eingereicht, da die NASA noch nicht die finalen Spezifikationen für den Lander veröffentlicht hat. Laut Lockheed Martin sollen diese frühen Entwürfe der NASA dabei helfen, eine Liste mit den tatsächlich benötigten Anforderungen zu erstellen.

Lockheed Martin Mondlander

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Der Lander von Lockheed Martin soll wiederverwendbar sein. Er soll Platz für vier Menschen und bis zu 900 Kilogramm Fracht bieten. Er soll bis zu 14 Tage auf der Mondoberfläche bleiben können, bevor er wieder in den Orbit startet. Der Lander soll mit der SLS-Rakete ins All fliegen. Er wird in der Erdumlaufbahn ausgesetzt und fliegt von dort selbstständig zum Gateway weiter.

Am Gateway wird der Lander mit Treibstoff für die Reisen zum Mond versorgt. Der Gateway wiederum erhält diesen Treibstoff durch Versorgungslieferungen von der Erde. Für Lockheed Martin ist es aber auch denkbar, dass der Lander irgendwann mal mit Treibstoff fliegen könnte, der direkt am Mond gewonnen wird. Dazu könnte zu Eis gefrorenes Wasser an der Mondoberfläche in flüssigen Sauerstoff und Wasserstoff umgewandelt werden.

Teile von Orion borgen

Lockheed Martin will bei der Entwicklung des Mondlanders das Wissen nutzen, dass bei der Entwicklung des Orion-Raumschiffs erworben wurde. Einige der Instrumente könnten weitergenutzt werden, sowie einige der Außenteile. Dies würde die Baukosten des Landers senken, da die Zulieferer von Lockheed Martin bereits die Maschinen haben, um diese Teile herzustellen. Wie hoch die Kosten des Mondlanders sein werden, ist noch nicht bekannt. Zum Vergleich: Die Orion-Kapsel wird voraussichtlich knapp 20 Milliarden US-Dollar kosten.

Selbst wenn die NASA Lockheed Martin den Auftrag für den Mondlander gibt, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis dieser zum Einsatz kommt. Der Gateway soll frühestens 2024 soweit fertiggestellt sein, dass er von Menschen besucht werden kann.