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Science
04/06/2020

So will die NASA gefährliche Asteroiden abwehren

Künftig sollen Himmelskörper, die unserem Planeten gefährlich nah kommen, abgelenkt werden.

Ende April wird ein großer Himmelskörper unserem Planeten zwar gefährlich nahe kommen, ihn aber nicht treffen. Der Asteroid mit der Bezeichnung 52768 (1998 OR2) wird in einer Entfernung von 6.290.589 Kilometern an unserem Planeten vorbeifliegen. Würde er ihn nicht verfehlen, wären die Konsequenzen dramatisch. 

Damit die NASA im Falle eines drohenden Einschlages gut vorbereitet ist, arbeitet man seit mehreren Jahren an einem System namens DART (Double Asteroid Redirection Test).

Dabei will die NASA einen Forschungssatelliten mit derart großer Wucht auf einen Asteroiden prallen lassen, dass dieser von seiner ursprünglichen Bahn abgelenkt wird. Ziel ist der Doppel-Asteroid Didymos, der zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens mit dem Satelliten etwa elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein wird. Konkret soll der Satellit auf den kleineren der beiden Asteroiden - Didymos B - auftreffen.

Antrieb

Das Startfenster für die Mission beginnt im Juli 2021. Vor einigen Wochen hat die NASA nun den Antrieb gezeigt, der den Satelliten zu den Asteroiden bringen soll. Seine Bezeichnung: NASA Evolutionary Xenon Thruster - Commercial bzw. NEXT-C.

Ein Ionenantrieb in der Raumfahrt ist an sich nichts neues. Auch bei der Raumsonde Dawn wurde diese Technik eingesetzt. NEXT-C ist im direkten Vergleich jedoch doppelt so groß und dreimal so stark. Mit dem solar-elektrischem Antrieb können Geschwindigkeiten bis zu 145.000 km/h bei einem Schub von bis zu 6,9kW erreicht werden. 

Entwickelt wird der Antrieb im Glenn Research Center der NASA in Cleveland. Zuletzt wurde er thermischen Vakuum- und Leistungstests unterzogen. Dabei wurde bestätigt, dass NEXT-C den extremen Startvibrationen und Temperaturen der Raumfahrt standhalten kann. Wenn der Praxistest im Rahmen von DART erfolgreich ist, könnte NEXT-C bei einer Vielzahl künftiger Missionen zum Einsatz kommen - etwa zu anderen Asteroiden oder zur Venus. 

Start

Für einen Raketenstart reicht ein Ionenantrieb wie der von NEXT-C übrigens nicht. Aus diesem Grund wird das DART-Projekt mithilfe einer Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX ins All fliegen.