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Science
08/26/2019

Virtual Reality und Sturzsensoren erhöhen Lebensqualität

Wissenschaftler haben das Potenzial diverser Technologien erkannt, die älteren Menschen neue Lebensfreude bringen.

von Andreea Iosa

„In dem Moment, in dem ich die VR-Brille aufsetze, kann ich einmal jemand anderer sein“. So lautet das Fazit eines Senioren, der ein von der FFG gefördertes Projekt namens „Virtual Trip“ testet. Es ermöglicht älteren Menschen mit eingeschränkter Mobilität virtuelle Ausflüge zu machen, etwa in die Natur, in ein Museum oder auf Einkaufsstraßen.

In Begleitung eines Betreuers werden ihnen 360-Grad-Bilder von Orten gezeigt, die ihnen das Gefühl geben, (wieder) dort zu sein. Die Vorlagen dürfen sie sich selbst aussuchen. „Sie können vieles nicht mehr selber machen und bekommen so die Chance, eine gemeinsame Reise zu unternehmen und auch wieder einmal Experte zu sein“, erzählt Psychologin Victoria Mühlegger von der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit der futurezone.

Ambience Sound

Durch diese Ausflüge sollen Gespräche angeregt und Erlebnisse geschaffen werden. Unter anderem werden auch alte mit modernen Bildern wichtiger Schauplätze verglichen – so können kognitive Fähigkeiten oder schlichtweg der Austausch gestärkt werden. Ausstellungen von der Albertina und vom Kunsthistorischen Museum kommen mit den jeweiligen Audioguides. Nächster Schritt sind Bewegtbilder.

„So können sich die Senioren dem Treiben ganz hingeben“, sagt die Psychologin. Bei den virtuellen Ausflügen sei fast alles möglich – wesentlich sei jedoch, die Perspektive auf Sitzhöhe zu zeigen. Mit dem Projekt wird laut Mühlegger die gesellschaftliche Teilhabe gefördert und die Anwendung als Motivation für Therapien und soziale Interaktion genutzt.

Stürze vermeiden

Doch auch andere Projekte, insbesondere des FFG-Programms „benefit“, befassen sich mit technischen und digitalen Möglichkeiten, um die Lebensqualität von Senioren zu steigern. Eines davon ist wird als „fearless„ bezeichnet, wie Programmleiterin Gerda Geyer mitteilt. Es ist ein intelligenter kontaktloser Sturzsensor, der nicht nur Stürze erkennt, sondern auch hilft, sie durch präventive Maßnahmen zu vermeiden. „Das System erkennt einerseits bereits das Aufsetzen oder Aufstehen einer Person und kann umgehend Pfleger zur Hilfe holen. Andererseits kann fearless automatisch das Licht einschalten, was vor allem in der Nacht als präventive Sturzmaßnahme unterstützt“, erzählt sie. Sollte es dennoch zu einem Sturz kommen, wird das Pflegepersonal automatisch alarmiert.

Im Rahmen des Projekts WAALTER hingegen werden bereits vorhandene Technologien bei der Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten und der Teilnahme am städtischen Leben, zur Sicherheit und zur Gesundheit – beispielsweise durch Übertragung von Blutdruck- oder Blutzucker-Daten an den Hausarzt – kombiniert.

 

Diese Serie erscheint in redaktioneller Unabhängigkeit mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).