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Verschollener Mondstein wegen kaputter Waffe aufgetaucht

Spätestens seit dem Hype der ZDF-Show „Bares für Rares“ träumen wohl viele davon, beim Trödler durch Zufall ein seltenes Fundstück zu erstehen und damit das große Geld zu machen. Für einen Waffensammler aus dem US-Bundesstaat Florida wurde dieser Traum Realität.

15 Jahre lang war der Mann unwissentlich im Besitz eines Stücks des Mondes, wie „collectSPACE“ berichtet. Bei dem etwa 1 Gramm schweren Stein, eingebettet auf einer 25 mal 35 Zentimeter großen Holzplakette, handelt es sich um ein lang verschollenes Artefakt der Apollo-17-Mission, das dem Staate Louisiana in den 1970er Jahren geschenkt wurde.

Gekauft bei Garagenflohmarkt

Erstanden hatte der Waffensammler, der seinen Namen gegenüber collectSPACE nicht nennen will, das Weltraumartefakt auf einem privaten Flohmarkt. Dabei stieß dem Hobbyschützen beim Kauf allerdings nicht das Mondsteinchen ins Auge, sondern er hatte es auf das hochwertige Holz der Plakette abgesehen. Denn dieses sammelt er, um seine Schusswaffen zu reparieren.

Nach eigenen Angaben stieß der Mann aus Florida über ein Jahrzehnt nach dem Kauf durch Zufall auf die verschollene Weltraumplakette, als eine seine Waffen einen neuen Griff benötigte. Bevor er sich anschickte die Plakette zu zerlegen, erregte das kleine Mondfragment schließlich seine Aufmerksamkeit.

Louisiana's Apollo-11-Mondfragment, das jenem der Apollo 17-Mission ähnelt.

Nixon verschenkte Mondgestein

Das Stück des Mondes, das 15 Jahre lang unbemerkt in der Garage des Waffensammlers gelegen hatte, war ursprünglich Teil eines größeren Mondfragmentes. Die beiden Apollo-17-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt brachten im Zuge ihrer Mission im Jahre 1972 einen Brocken von der Mondoberfläche mit zur Erde – als Zeichen des „Guten Willens“.

US-Präsident Richard Nixon ließ daraufhin nahezu 200 Plaketten mit Mondfragmenten anfertigen und an 50 Bundesstaaten sowie 136 befreundete Nationen verschenken. Die Plakette im Besitz des Hobbyschützen ziert die Flagge des Staates Louisiana, wurde also jenem Bundesstaat übergeben.

Viele Weltraumartefakte bleiben verschollen

Die „Goodwill Moon Rocks“ der Apollo-17-Mission waren die letzten Mondartefakte, die die US-Regierung an Zivilist*innen verschenkte. Ein Großteil des von Astronauten gesammelten Mondgesteins liegt sicher verwahrt in den Tresoren der NASA und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Umso seltsamer, dass die Regierung den Überblick über seine verschenkten Plaketten verlor.

Nachdem Präsident Nixon die rund 200 Mondfragmente verschenkt hatte, begannen viele von ihnen zu verschwinden. So sind die Apollo-17-Plaketten der Bundesstaaten Michigan, New Jersey, Ohio und South Carolina seit mehreren Jahren verschollen. Auch New York und Delaware kamen ihre Mondsplitter der Apollo-11-Mission abhanden.

Mondfragment zurück in Louisiana

Wie das seltene Weltraumartefakt bei einem Garagenverkauf im Bundesstaat Florida landen konnte, bleibt weiterhin ungeklärt. Der Hobbyschütze machte mit dem Mondfragment jedenfalls nicht das große Geld. Wie collectSPACE berichtet, übergab er die Plakette kürzlich persönlich an das Nationalmuseum von Louisiana, ohne Finderlohn zu fordern.

"Ich denke, es ist ein außergewöhnliches Stück der Geschichte Louisianas“, hielt der Leiter des Museums in einem Interview mit collectSPACE fest. Auf weitere Nachforschungen wird seinen Angaben zufolge verzichtet.

Wann das Stück vom Mond im Louisiana State Museum zu sehen sein wird, ist fraglich. Der Hurricane, der zuletzt über die Südstaaten der USA fegte, hatte die Diskussionen über die Ausstellungen des Fragments zuletzt verstummen lassen.

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