Science
12.08.2018

Wettstreit um Weltraumflughäfen in den USA

Immer mehr Regionen wollen vom anhaltenden Boom um die kommerzielle Raumfahrt profitieren.

Der anhaltende Boom um Raumfahrt könnte dafür sorgen, dass die Zahl der Weltraumflughäfen in den kommenden Jahren rasant ansteigen könnte. Das berichtet das Wall Street Journal. Bereits jetzt gibt es zehn kommerzielle Weltraumflughäfen in den USA, doppelt so viele wie noch 2004. Zwei weitere, einer im US-Bundesstaat Georgia, der andere in Colorado, werden derzeit von den Behörden geprüft.

Zahlreiche US-Städte und Bundesstaaten arbeiten an ähnlichen Plänen. Viele Regionen hoffen, vom stark wachsenden Raumfahrtsektor zu profitieren. Weltweit wurden 2017 im Bereich der Raumfahrt 384 Milliarden US-Dollar umgesetzt, fast doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor (207 Milliarden US-Dollar). Durch die kommerzielle Raumfahrt soll der Umsatz weiter ansteigen. Morgan Stanley rechnet damit, dass der Umsatz bis 2040 auf 1,1 Billionen US-Dollar ansteigen könnte.

Auch die privaten Investements haben stark zugelegt. Allein im Vorjahr wurden 3,9 Milliarden US-Dollar in kommerzielle Raumfahrt-Unternehmen investiert - ein neuer Rekordwert. Große Hoffnungen werden vor allem in Raketen gesetzt, die kleine Objekte, beispielsweise Satelliten, in die erdnahe Umlaufbahn (LEO) transportieren können. Ebendiese Unternehmen suchen nach Weltraumflughäfen, auf denen sie rasch und oft starten können.

Das Risiko für derartige Investments ist trotz des anhaltenden Booms aber hoch. Der WeltraumflughafenAmerica“ im Bundesstaat New Mexico kostete 220 Millionen US-Dollar, lange Zeit gab es aber kaum Entwicklung dort. Das ist vorwiegend darauf zurückzuführen, dass der Hauptmieter Virgin Galactic nach einem Absturz seine Pläne stark verzögern musste. Erst jetzt scheint sich das Investment zu lohnen, neben Virgin Galactic haben sich auch Boeing und UP Aerospace dort einquartiert.

In Europa gibt es derzeit keine Weltraumbahnhöfe, die Starts der ESA werden meist am CSG-Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) durchgeführt. Dieser liegt zwar rechtlich gesehen auf französichem Boden, tatsächlich befindet sich dieser aber in Südamerika. Der erste Weltraumbahnhof Europas soll nun in Schottland entstehen.

Die britische UK Space Agency will auf der Halbinsel A’Mhoine einen entsprechenden Standort errichten, von dem aus im kommenden Jahrzehnt Raketenstarts durchgeführt werden sollen. Zudem plant Virgin Galactic einen Weltraumbahnhof in Grottaglie im Süden Italiens.