Der japanische Raumfahrer Koichi Wakata in seiner Schlafkabine an Bord der ISS

© NASA

Science
05/10/2020

Wie man laut Astronauten besser schläft

Im All fällt das Schlafen oft schwer. Techniken, die dabei helfen, können auch den Schlaf von Menschen auf der Erde verbessern.

Wenn man in 90 Minuten statt in 24 Stunden einmal um die Erde rotiert, kann dies den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus arg beeinträchtigen. Für das Leben und Arbeiten auf der ISS ist es deshalb äußerst wichtig, das eigene Schlafverhalten genau zu beobachten und aktiv zu steuern, berichtet TheNextWeb. Erkenntnisse aus dem Schlafen im All lassen sich auch gut in Ratschläge für Menschen auf der Erde umlegen.

Konzentrationsschwäche

Auf der internationalen Raumstation wird Raumfahrern ein exaktes Tagesprogramm vorgegeben, um einem circadianen Rhythmus zu folgen, der für genügend Schlafenszeit sorgt. Gerät dieser Rhythmus außer Kontrolle, wären Astronauten mit allerlei unerwünschten Wirkungen konfrontiert, etwa Konzentrationsschwäche, erhöhte Fehleranfälligkeit oder gar chronische Krankheiten.

Schlafkabinen

Um gut zu schlafen, haben Astronauten auf der Raumstation eigene kleine Schlafkabinen zur Verfügung. Laut der NASA seien sie wichtig, um nicht von anderen Crew-Mitgliedern gestört zu werden. Außerdem kann man darin das Licht variieren und durch einen Schlafsack und Gurte halbwegs die Illusion erzeugen, in einem Bett zu liegen. Dennoch haben Forscher festgestellt, dass Astronauten tendenziell schlechter schlafen als unter dem Einfluss der Schwerkraft.

Einfache Regeln

Um gut zu schlafen, versuchen Astronauten sich an folgende Regeln zu halten:

  • Unter Tags körperlich aktiv sein und trainieren
  • Längere Schläfchen unter Tags vermeiden
  • Den eigenen Schlafplatz so angenehm wie möglich gestalten
  • Koffein oder Alkohol vor dem Schlafengehen vermeiden
  • Einen gleichmäßigen Ablauf von Schlaf und Wachsein einhalten
  • Früh am Morgen von Tageslicht anscheinen lassen
  • Licht während der Nacht vermeiden (also auch Handys und Laptops)
  • Erst zu Bett gehen, wenn man wirklich müde ist
  • Stressige Situationen vor dem Schlafengehen vermeiden
  • Sich gesund ernähren, ohne fettige, schwere Nahrungsaufnahme vor dem Schlafengehen

Therapie und Medikamente

Laut Forschern sind die häufigsten Anzeichen für einen beeinträchtigten Schlaf-Wach-Rhythmus häufig auftretende Schlafstörungen und Müdigkeit während des Tages. "Ein paar einfache Veränderungen können den Unterschied machen zwischen einem guten Nachtschlaf und einer Nacht voller Hin- und Herwälzen", rät die Sleep Foundation.

Wenn alle Versuche, das eigene Schlafverhalten durch die genannten Ratschläge zu optimieren, fehlschlagen, gibt es laut der NASA weitere Möglichkeiten: Schlaftherapie sowie medikamentöse Behandlung.