Aufbauschema der Ozean-Batterie von Ocean Grazer

© Ocean Grazer

Start-ups

Ozean-Batterie am Meeresgrund soll Windkraftanlagen ergänzen

Auf der soeben zu Ende gegangenen Consumer Electronics Show 2022 in Las Vegas hat das niederländische Start-up Ocean Grazer sein Konzept eines Unterwasser-Akkus vorgestellt. Dieser soll eine ideale Ergänzung für Offshore-Windparks sein.

Die "Ozean-Batterie" besteht aus flexiblen Blasen, die am Meeresgrund liegen und über eine Turbine mit Wasser-Reservoirs unter dem Meeresboden verbunden sind.

Flexible Blasen und feste Tanks

Wird genügend Windenergie erzeugt, soll der Strom die Turbinen in der Ozean-Batterie aktivieren, wodurch Wasser aus den Untersee-Tanks in die flexiblen Blasen am Meeresboden hoch gepumpt wird. Wird Strom aus dem Speicher benötigt, wird das Wasser wieder in die Tanks abgelassen. Der umgebende Wasserdruck sorgt dafür, dass das Wasser rasch durch die Turbinen strömt. Diese treiben Generatoren an.

Laut Ocean Grazer ist der Unterwasserakku zuverlässig, langlebig und umweltfreundlich. Das ganze System kommt ohne seltene Materialien aus und soll Meereslebewesen nicht gefährden. Mit einem Wirkungsgrad von 80 Prozent soll besonders wenig Speicherverlust auftreten.

Bekanntes Prinzip

Im Prinzip handelt es sich um eine Neuinterpretation des Kugelpumpspeicher-Konzepts. Dieses existiert schon länger und wurde u.a. im Bodensee getestet. Mit überschüssigem Strom wurde dabei Wasser aus einer großen Betonkugel, die auf den Seegrund abgesenkt wurde, gepumpt. Bei Strombedarf konnte Wasser über eine Turbine wieder in die Kugel zurückströmen.

Ocean Grazer, das als Spin-Off der Universität von Groningen gegründet wurde, ist derzeit auf der Suche nach Investoren sowie Versorgungsunternehmen, die die neue Art der Stromspeicherung ausprobieren wollen.

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