Science

Gefahr aus dem All: Wie man Asteroiden abwehren kann

Asteroideneinschlag steht bevor! Droht das Ende der Menschheit?“ – Zu unser aller Glück haben derartig alarmistische Überschriften nicht viel mit der Realität zu tun. Dennoch besteht die theoretische Möglichkeit eines solchen Szenarios. Was würde aber wirklich passieren, wenn Astronomen plötzlich einen Asteroiden entdecken, der sich tatsächlich auf direktem Kollisionskurs mit der Erde befindet?

Bruce Willis hinzuschicken, um den Himmelskörper zu sprengen, wie in dem Hollywood-Film „Armageddon“ ist keine so gute Idee. Nicht unbedingt, weil man die Fähigkeiten des Schauspielers in Frage stellen könnte, sondern vielmehr, weil es nicht zielführend ist einen solchen Himmelskörper zu sprengen.

Keine gute Idee

„Würde man es schaffen, einen Asteroiden zu sprengen, würde dieser in tausend Teile zerbrechen. Der Himmelskörper wäre dann zwar kleiner, aber die Einzelteile würden immer noch auf die Erde zusteuern“, sagt der Astronom Rudolf Albrecht, der technischer Experte in der österreichischen Delegation bei der UNO in Sachen Weltraumfragen ist. Dasselbe Planspiel mit einer Atombombe, wäre wenig sinnvoll.

Das Problem hierbei: Eine nukleare Bombe bezieht ihre unmittelbar zerstörerische Kraft aus der Druckwelle, die von ihr ausgeht. Eine solche kann es im luftleeren Raum des Weltalls allerdings nicht geben. „Daher wird eine Atombombe im Weltraum zwar punktuell sehr heiß, die Zerstörungskraft, die sie auf der Erde entwickelt, kann es auf einem Asteroiden nicht geben“, sagt Albrecht.

Andere Lösungen

Wenn die Menschen nicht die Möglichkeit haben, einen Himmelskörper durch Zerstörung zu entschärfen, müssen andere Wege gefunden werden. Um an solche Lösungen zu kommen, finanzieren sowohl die europäische Raumfahrtagentur ESA sowie die NASA entsprechende wissenschaftliche Arbeiten.

Eine dieser Studien wurde erst kürzlich vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) veröffentlicht. Die Flugbahn des Asteroiden zu verändern, sei quasi die einzige Möglichkeit, eine Kollision zu verhindern, heißt es in dem Resümee der Forscher. Das sagt auch der Asteroiden-Experte Albrecht: „Wenn es uns gelingen würde, die Umlaufbahn des Asteroiden zu beeinflussen, könnten wir womöglich einen verheerenden Einschlag auf der Erde verhindern.“

Wie Billardkugel

Das Ziel, die Flugbahn zu verändern, könnte auf verschiedenen Wegen erreicht werden. „So könnte man beispielsweise eine Sprengladung auf dem Himmelskörper anbringen. Ist diese stark genug, könnte das Ausreichen, damit der Asteroid die Erde verfehlt“, erklärt Albrecht. Ähnliches wäre mit einer Art Raketenantrieb denkbar, den man auf dem Himmelskörper installieren müsste.

Ebenso wäre es theoretisch möglich, mehrere Raumfahrzeuge in den Asteroiden fliegen zu lassen, sodass sie den Himmelskörper wie eine Billardkugel aus seiner ursprünglichen Bahn werfen. „Wenn wir den Asteroiden weit draußen erwischen könnten – so ungefähr zwischen Mars und Jupiter – würde eine geringe Abweichung der Umlaufbahn ausreichen, damit er am Ende nicht mit der Erde kollidiert“, weiß Albrecht.

Die größte Gefahr seien Asteroiden, die aus der Richtung der Sonne kommen, da sie wegen der hellen Sonnenstrahlen schwer zu entdecken sind. Beruhigenderweise seien aber laut dem Forscher die allermeisten Objekte, die größer als 150 Meter sind und der Erde nahekommen könnten, bekannt. Bei den kleineren Himmelskörpern gebe es relativ häufig Neuentdeckungen. In den kommenden Jahrhunderten stellen aber alle bekannten Asteroiden keine Gefahr für die Erde dar.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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