Science

Im Erdkern soll eiserner "Schnee" fallen

Der Erdkern könnte neuen Untersuchungen zufolge von einer dicken Schicht aus Metallflocken bedeckt sein. Diese Hypothese wurde in der Vergangenheit von vielen Forschern abgelehnt, wird nun jedoch wieder in Betracht gezogen. Laut Nick Dygert von der University of Tennessee, Co-Autor der Papers "Fe Alloy Slurry and a Compacting Cumulate Pile Across Earth's Inner‐Core Boundary", eine bizarre Vorstellung: „Man hat Kristalle im äußeren Kern, die bei einer Distanz von mehreren hundert Kilometern auf den inneren Kern herunterschneien“, sagt er.

Genau genommen handelt es sich um kristallines Eisen an der Grenze zwischen dem äußeren und inneren Erdkern. Teilweise beträgt die Höhe der angesammelten „Schneeberge“ über 300 Kilometer.

Zähflüssiger Matsch

Gemeinsam mit Forschern der University of Texas in Austin und einem Physiker der chinesischen Sichuan University hat Dygert ermittelt, dass das Echo von Erdbeben stellenweise nicht so klingt, wie es klingen sollte. Die seismischen Wellen werden demnach in den Zonen, wo die Schicht aus zähflüssigem Eisen-Matsch dicker ist, stärker abgebremst.

Rund 15 Prozent der Fläche im unteren Bereich des äußeren Erdkerns könnte aus eisernem Schnee bestehen. Mit dieser Einsicht könnten die Forscher nicht nur die Geologie auf der Erde besser verstehen, sondern auch die Entstehung anderer erdähnlicher Planeten. Die Untersuchung wurde im Journal of Geophysical Research: Solid Earth publiziert.

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