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Auch ICQ profitiert von WhatsApp-Exodus

Ungeachtet einiger mäßig erfolgreicher Rechtfertigungsversuche und sogar Selbstkritik aus dem Facebook-Konzern strömen weiterhin Massen von WhatsApp-Usern zu alternativen Chatdiensten. Neben populären Diensten wie Signal oder Telegram profitiert auch ein alter Bekannter, der zuletzt nur mehr ein Nischendasein fristete: ICQ. Das Urgestein der Chat-Messenger erlebt derzeit vor allem in Hongkong einen unerwarteten Boom.

Zweifelhafte Popularität

Wie das Wall Street Journal berichtet, schoss ICQ zuletzt in der Liste der am häufigsten heruntergeladenen App zeitweise sogar auf den ersten Platz. Die Zahl der Downloads stieg um das 35-fache an. Dass User aufgrund von neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp auf ICQ umsteigen, ist allerdings zweifelhaft, wenn man sich die jüngere Geschichte des traditionsreichen Messengers ansieht.

Denn der 1996 entwickelte und von AOL ab 1998 zu enormer Popularität verholfene Chatdienst ist mittlerweile in der Hand des russischen Anbieters Mail.ru, der in der Vergangenheit genau wegen intransparenter Datenschutzbedingungen unter Kritik stand. Angesichts von Vorfällen, bei denen ICQ-Chatinhalte vor russischen Gerichten landeten, darf zumindest bezweifelt werden, dass die Verschlüsselung so umgesetzt ist, dass sie die eigenen Nachrichten wirklich schützt.

Proprietäre Software

Auch blieb der russische Eigentümer immer wieder Details schuldig, wie mit User-Informationen umgegangen wird. Auch die Software selbst, die mit dem ursprünglichen ICQ nichts mehr zu tun hat und 2020 komplett neu entwickelt wurde, lässt sich aufgrund ihres proprietären Standards nur schwer überprüfen.

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