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03/24/2020

Rotes Kreuz kündigt Kontakttagebuch-App an

Beim Verdacht, dass ein Nutzer mit dem Coronavirus infiziert wurde, werden Kontakte automatisch informiert.

Das Rote Kreuz arbeitet an einer App, mit der Menschen ihre sozialen Kontakte dokumentieren können. Trifft man eine Person, die ebenfalls die "Stopp Corona"-App installiert hat, kann man die Begegnung speichern. Die Daten bleiben nach Aussage des Roten Kreuz dabei anonym.

Neben dem Kontakttagebuch wird die App einen Selbstcheck anbieten. Nutzer füllen hier einen klinisch geprüften Fragebogen aus und die App wertet aus, ob ein Verdacht auf COVID-19 besteht. Könnte ein Nutzer infiziert sein, sendet die App automatisch eine Meldung an die getroffenen Kontakte. Sie werden darauf hingewiesen, sich selbst zu isolieren. Informiert werden nur Personen, mit denen man innerhalb der letzten 48 Stunden in Kontakt war.

Arbeit der Ärzte erleichtern

Stellt ein Arzt eine Infektion mit dem Coronavirus fest, kann die Meldung auch manuell versandt werden. Dann informiert die App alle betroffenen Personen, dass es einen bestätigten Corona-Fall unter ihren Kontakten gibt. Die App gibt den Nutzern dann weitere Handlungsanweisungen: Sie sollen zu Hause bleiben, einen Arzt kontaktieren oder die Gesundheits-Hotline 1450 anrufen.

Durch das Tracken der Kontakte will das Rote Kreuz die Zahl der Infektionen verringern, da Nutzer unmittelbar und automatisch bei einem Verdacht informiert werden. Derzeit wird diese Aufgabe des "Kontaktemanagements" von Amtsärzten übernommen. Sie erfassen und verständigen jede einzelne Person, mit der Infizierte Kontakt hatten. Die App soll diese Ärzte entlasten.

Rotes Kreuz hofft auf Mithilfe

Gegenüber der APA sagte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuz, der Erfolg von "Stopp Corona" sei davon abhängig, wie viele Leute die App herunterladen und aktiv benutzen: "Eine 100-prozentige Lösung wird es nicht geben, aber wenn sehr, sehr viele Menschen mitmachen, dann können wir so die Infektionen weiterhin in einem Rahmen halten".

Das Rote Kreuz empfiehlt, neben Arbeitskollegen und privaten Kontakten auch Menschen, mit denen man in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, über die App zu tracken. "Stopp Corona" soll im Laufe der Woche veröffentlicht werden. Auf der zugehörigen Webseite kann man sich über die App informieren.