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10/05/2020

Stopp-Corona-App: So viele Warnungen wurden bisher verschickt

Die Stopp-Corona-App hat sich nie wirklich durchgesetzt, das zeigen nun auch Zahlen über die versandten Warnungen.

von Florian Christof, Barbara Wimmer

Update: Artikel wurde mit den neuesten Zahlen aktualisiert

Um die österreichische Stopp-Corona-App des Roten Kreuzes ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Aus einem weitgehend flächendeckenden Einsatz der Corona-Warnungen wurde nichts, wie die Download-Zahlen der Smartphone-Anwendung zeigen. Diese belaufen sich derzeit auf über 1.038.431 Downloads, wie das Rote Kreuz auf futurezone-Anfrage bestätigt.

Den aktuellen Zahlen zufolge sind bisher seit dem Update der App im Juni rund 1800 Meldungen über die Stopp-Corona-App getätigt worden. Insgesamt seien 335 bestätigte Covid-19-Fälle und 1476 Verdachtsfälle gemeldet worden, heißt es vom Roten Kreuz gegenüber der futurezone.

Zuvor hatte der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes Gerry Foitik gegenüber Radio Wien bekannt gegeben, wie viele Warnungen in den vergangenen Monaten versendet wurden. "Das haben jetzt seit Juni 200 Personen mit einer bestätigten Infektion gemacht und etwas mehr als 1.200 mit einem Verdacht auf eine Infektion", sagte Foitik. Das Interview war allerdings bereits vor rund zwei Wochen aufgezeichnet worden.

Aufforderung zur Quarantäne

Wird jemand positiv auf COVID-19 getestet, kann über die App eine rote Warnung an die Kontakte der vergangenen Tage versendet werden. Den Nutzern der App wird mit der Aufforderung eine Warnung verschickt, sich sofort für 10 Tage in Quarantäne zu begeben. Wenn der Verdacht einer Infektion besteht, das Testergebnis aber noch nicht vorliegt, kann eine gelbe Warnung versendet werden. Personen bekommen dann eine Warnung mit einer Aufforderung, sich für 5 Tage in Quarantäne zu begeben.

Dies ist allerdings nur eine "Empfehlung", denn die App hat nichts mit dem offiziellen, behördlichen Contact-Tracing zu tun. Ordnet 1450 oder ein Arzt eine Quarantäne an, ist diese verpflichtend. Die App hingegen kann keine Verpflichtung erwirken - sondern beruht rein auf Freiwilligkeit. "Man gewinnt dadurch einen Informationsvorsprung", so das Rote Kreuz.

Die Zahl derjenigen, die über die Stopp-Corona-App eine Warnung erhalten haben, liegt dem Roten Kreuz nicht vor. Das hänge mit der Sicherheitsarchitektur der App zusammen, sagt Foitik. Man wisse lediglich, wie viele Menschen eine Warnung versandt haben. Er schätzt, dass ungefähr 2.000 Personen eine Warnung über die App erhalten haben.

Corona-Apps helfen auch bei geringer Nutzerzahl

200 Warnungen in 4 Monaten klingen nicht viel. Foitik zeigt sich dennoch zufrieden. Jede einzelne Warnung würde dazu beitragen, dass die Pandemie eingebremst werde, so der Bundesrettungskommandant. Heruntergeladen wurde die App insgesamt mehr als eine Million Mal, so Foitik und empfiehlt all jenen, die regelmäßig Kontakt mit unbekannten Menschen haben, die App zu verwenden. Dass Corona-Apps zur Kontaktverfolgung übrigens auch bei geringer Nutzerzahl helfen, hat eine Studie der britischen Oxford-Universität gezeigt.

Die Einführung der Stopp-Corona-App wurde in Österreich von Beginn an sehr kritisch betrachtet. Dass sich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) Anfang April dafür ausgesprochen hatte, dass die App verpflichtend wird, sorgte wohl für einen irreparablen Image-Schaden.

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