B2B
03.04.2018

Facebook: Großaktionär fordert Rücktritt von Mark Zuckerberg

© Bild: REUTERS / STEPHEN LAM

Ein Investor fordert, dass sich der Facebook-Gründer aus dem Aufsichtsrat zurückzieht.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gerät zunehmend unter Druck. Scott Stringer, der für die Verwaltung des Pensionsfonds der Stadt New York verantwortlich ist, fordert öffentlich den Rücktritt von Zuckerberg als Aufsichtratsmitglied. Der Pensionsfonds besitzt Facebook-Anteile im Wert von knapp einer Milliarde US-Dollar. Ihm zufolge habe das Unternehmen nicht ausreichend auf den Cambridge-Analytica-Skandal reagiert.

„Sie sind das achtgrößte Unternehmen der Welt. Sie haben zwei Milliarden Nutzer. Sie betreten Neuland, verhalten sich aber nicht so, dass sich die Menschen auf Facebook wohlfühlen oder ein sicheres Gefühl bei ihren Daten haben“, sagte Stringer gegenüber dem TV-Sender CNBC. Er fordert einen unabhängigen Aufsichtsratsvorsitzenden sowie drei neue, ebenfalls unabhängige Aufsichtsratsmitglieder, die Erfahrung im Umgang mit Daten und Ethik haben. So soll sichergestellt werden, dass Facebook die Privatsphäre seiner Nutzer bewahrt.

Klage gegen Facebook

Die Facebook-Aktie ist seit Bekanntwerden des Cambridge-Analytica-Skandals um 16 Prozent gefallen. Immer mehr Anleger zeigen sich über das Vorgehen der Führungsspitze verärgert, die Berichten zufolge länger vom unverantwortlichen Umgang mit den Daten wusste. So klagt ein Investor etwa in San Francisco auf Schadenersatz, weil Facebook vorsätzlich gelogen und so die Anleger getäuscht habe. Auch Stringer droht mit einer anhaltenden Kampagne: Sollte man seinen Forderungen nicht nachkommen, wolle er das Unternehmen öffentlich „Jahr für Jahr“ attackieren.

Derzeit gehören dem Facebook-Aufsichtsrat neben Zuckerberg auch COO Sheryl Sandberg, WhatsApp-Gründer Jan Koum, die Investoren Marc Andreesen und Peter Thiel sowie Netflix-CEO Reed Hastings an. Etwas weniger Technologie-Bezug haben unter anderem Susan Desmond-Hellmann, CEO der Gates-Stiftung, Kenneth Chenault, früherer CEO von American Express, sowie Erskine Bowles, früherer Investmentbanker und Stabschef von Bill Clinton. Ein bekennender Datenschutz-Experte findet sich derzeit nicht im Facebook-Vorstand.

Bereits im Vorjahr wurde die Doppelrolle von Zuckerberg kritisiert. Zahlreiche Aktionäre übten mithilfe der Verbraucherorganisation SumOfUs Druck auf Zuckerberg aus. Diese forderten ein unabhängiges Mitglied für den Aufsichtsrat, weil Zuckerberg aufgrund seiner Doppelrolle zu viel Einfluss besitze.