B2B
15.09.2018

Larry Page untergetaucht: Rätselraten um Google-Mitgründer

Der 45-Jährige Alphabet-CEO ist bereits seit längerem nicht mehr in der Öffentlichkeit präsent gewesen. Auch intern soll er sich zurückgezogen haben.

Um Larry Page, den 45-jährigen Mitgründer von Google und CEO des Mutterkonzerns Alphabet, ist es in letzter Zeit ruhig geworden. Einer Produktpräsentation wohnte Page bereits seit fünf Jahren nicht mehr bei, sein letztes Interview liegt drei Jahre zurück. Einer der letzten öffentlichen Auftritte war bei einer Fortune-Konferenz im Jahr 2015 in San Francisco.

Zuletzt wurde er aufgefordert, dem US-Kongress rund um politische Einflussnahme auf US-Wahlen Rede und Antwort zu stehen. Während Twitter-CEO Jack Dorsey und Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg der Anhörung beiwohnten, blieben sowohl Page als auch der Google-CEO Sundar Pichai fern. Stattdessen übermittelte der Konzern lediglich ein schriftliches Statement. Außerdem wurde ein Blogpost veröffentlicht.

„Unsichtbar“

Auch in anderen Angelegenheiten habe sich Page zuletzt vermehrt zurückgezogen, wie Bloomberg berichtet. Demnach melden mehrere nicht namentlich genannte Google-Mitarbeiter und Vertraute, dass Page aktuell nahezu "unsichtbar" für das Unternehmen sei und sämtliche Entscheidungen anderen Managern überlasse.

Das Schweigen im Bezug auf die zunehmenden gesellschaftlichen Fragen, wie Tech-Konzerne mit Dingen wie politischer Einflussnahme umgehen, ruft auch Kritiker auf den Plan. So wird ein langjähriger Google-Manager, der kürzlich das Unternehmen verlassen hat, zitiert: „Was ich im letzten Jahr vermisst hab, war eine starke zentrale Stimme dazu, wie Google mit diesen Problemen umgeht, die weniger technisch und mehr gesellschaftlich sind“.

Langfristige Probleme

Alphabet erklärte auf Anfrage, dass der hochrangige Manager Kent Walker für den Kongress bereitstand und unterstreicht, dass sich Page anderen längerfristigen technischen Problemen widmet. Dies sei genau das, wofür Alphabet geschaffen wurde.

Bekannten zufolge habe sich Page verstärkt auf seine private Insel in der Karibik zurückgezogen, würde aber nach wie vor die Geschäfte von Alphabet genau verfolgen. Bei Googles wöchentlichen TGIF-Meetings in der Firmenzentrale in Mountain View würde er außerdem gemeinsam mit Sergey Brin gelegentlich teilnehmen. So war er auch in dem geleakten Video zu sehen, das ein internes Google-Meeting nach der US-Präsidentschaftswahl 2016 zeigt. Fragen der Mitarbeiter würde Page aber selten selbst beantworten, sondern an andere Manager, wie Pichai weitergeben.

Stimmbandlähmung 

Sein Fernbleiben von öffentlichen Auftritten könnte auch gesundheitliche Gründe haben. 2013 erklärte Page in einem Posting auf Google+, dass er unter einer chronischen Erkrankung leidet, die seine Stimmbänder teilweise lähmt und ihn permanent heiser macht.

Anfang des Jahres wurde das Geheimnis um ein Projekt enthüllt, in das Larry Page investiert hat. Dabei handelte es sich um das Lufttaxi Kitti Hawk. Laut Bloomberg hat Page noch an einem anderen Projekt mit dem Titel Heliox gearbeitet, wie Insider berichten. Dabei sollten Radfahrer durch eine Röhre fahren und dabei durch ein Gemisch aus Gas und Sauerstoff Rückenwind bekommen. Die Vision war es, Google-Mitarbeitern zu ermöglichen, die Strecke von San Francisco nach Mountain View schnell per Fahrrad zurücklegen zu können. Beschrieben wird Heliox als eine Art "Hyperloop für Fahrräder". Das Projekt wurde jedoch nach einiger Zeit eingestellt.