Youtube geht strenger mit Hassinhalten um.

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Digital Life
11/04/2019

8Chan ist mit neuem Namen zurück

Das umstrittene Online-Board 8chan ist nach zahlreichen gescheiterten Versuchen nun doch wieder verfügbar.

Nachdem die Plattform 8chan, insbesondere genutzt von Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretikern, aus dem Internet verbannt wurde, ist sie nun wieder online. Unter einem neuen Namen.

„8kun“ heißt die umstrittene Website jetzt. Und im Gegensatz zur vorigen Version werden die Nutzer nun auf der Homepage vor einer missbräuchlichen Nutzung gewarnt. „Jeglicher Inhalt, der gegen die Gesetze in den Vereinigten Staaten verstößt, wird aufgespürt und der Nutzer gesperrt“, heißt es.

Weniger Maßhaltung

8chan hat sich als Alternative zu 4chan entwickelt, das 2013 von Fredrick Brennan gegründet wurde. Sie versprach weniger Regelung von kontroversen Themen und Bildern, die von 4chan hingegen gelöscht würden. Das Online-Board diente unter anderem als Plattform für rechtsextreme Inhalte, Frauenfeindlichkeit und Pädophilie. Auch die Verschörungstheorie QAnon, die behauptet, eine geheime Sippschaft von „Satan anbetenden Pädophilen“ würde die Welt beherrschen und nur Donald Trump könnte sie aufhalten, wurde auf 8chan verbreitet.

Brennan hat mehrmals öffentlich darum gekämpft, das Hassportal, das von Jim Watkins und seinem Sohn Ron geführt wird, vom Netz zu nehmen. Nach der Massenschießerei in El Paso im August wurde die Seite auch tatsächlich gesperrt. Zahlreiche Unternehmen, unter anderem Cloudfare - ein Unternehmen, das Webseiten vor Cyber-Attacken schützt - stellten ihre Dienste ein – futurezone hat berichtet.

25 Boards fehlen noch

Unter dem neuen Namen hat 8kun seit Anfang Oktober mehrmalig versucht, wieder online zu gehen. Am Samstag ist dies gelungen.

Auf der recht unübersichtlichen Homepage sind unter „jüngste Schlagzeilen“ nach wie vor Berichte aus Juli vorzufinden. 200 Boards sollen noch transferiert werden, wie 8kun auf Twitter verkündet. 25 davon sollen noch fehlen – darunter /pol/, auf dem zahlreiche Manifeste der vermeintlichen Massenmörder veröffentlicht wurden.