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© APA/AFP/BRAZILIAN NAVY/HANDOUT / HANDOUT

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A330-Absturz: Airbus wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht

Der Absturz der Airbus-Maschine A330 auf dem Air-France-Flug AF447 im Juni 2009 beschäftigt weiterhin die Gerichte. 12 Jahre nach dem Absturz sollen der Flugzeugbauer Airbus und die Fluggesellschaft Air France auf die Anklagebank. Das Pariser Berufungsgericht ordnete am Mittwoch einen Prozess wegen fahrlässiger Tötung an, wie das Gericht in Paris bestätigte.

Der Entscheidung waren jahrelange Rechtsstreitigkeiten vorausgegangen - Das Ermittlungsgericht hatten den Fall 2019 abgewiesen, die Staatsanwaltschaft dagegen berufen.

Airbus AF447 im Juni 2009 abgestürzt

Die Air-France-Maschine war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio de Janeiro in die französische Hauptstadt Paris von den Radarschirmen verschwunden. Der Airbus stürzte in den Atlantik. Lange war die Ursache unklar. Erst im Mai 2011 wurden die letzten Leichen und der Flugdatenschreiber aus etwa 4.000 Metern Tiefe geborgen. Der Absturz forderte 228 Tote.

2012 stellten Ermittler fest, dass die Crew mit der Lage überfordert war, nachdem die für die Geschwindigkeitsmessung genutzten Pitot-Sonden vereist waren. Fraglich blieb aber, ob die Crew jemals für Extremsituationen wie bei dem Todesflug AF447 über dem Atlantik geschult worden waren.

Das Untersuchungsgericht war 2019 der Ansicht, dass der Unfall auf eine Kombination von Elementen zurückzuführen war, die noch nie vorgekommen sei. Die Untersuchungen hätten nicht zur Feststellung eines schuldhaften Versagens von Airbus oder Air France geführt - sie stellten damals das Verfahren ein. Die Staatsanwaltschaft war dagegen vorgegangen.

Airbus und Air France können Einspruch einlegen

Die Entscheidung des Pariser Berufungsgerichts bedeutet noch nicht definitiv, dass es auch zu einem Prozess kommt - die Betroffenen können sie nämlich vor Gericht anfechten. Die Anwält*innen von Airbus und Air France wiesen der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge die Verantwortung der Unternehmen für den Absturz zurück.

Der Flug AF447 war am Sonntagabend in Rio de Janeiro gestartet und sollte am Montagvormittag in Paris landen; er kam aber nie an und bis Dienstagfrüh fehlte von der Maschine jede Spur. Einen Notruf setzte das Flugzeug nicht ab. An Bord des Flugzeugs waren Menschen aus über 30 Ländern, unter ihnen auch eine junge Österreicherin.

In der Nacht zum Dienstag teilte ein brasilianischer Pilot damals mit, er habe auf der Strecke „orangefarbenes Leuchten“ im Meer gesehen. Es war aber unklar, ob es sich dabei um Bojen oder Flammen handelte. Offiziell bestätigt wurden die Angaben des Piloten nicht.

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