Viele Plagiate auf Amazon stammen etwa aus China

© APA - Austria Presse Agentur

Digital Life
01/03/2020

Amazon droht, Klima-Aktivisten zu kündigen

Nachdem sie Amazons Klimapolitik offen kritisierten, wurde Mitarbeitern mit Konsequenzen gedroht.

Mehrere Amazon-Mitarbeiter haben angegeben, dass das Unternehmen ihnen mit „formellen Korrekturmaßnahmen bis hin zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses“ gedroht habe, wenn sie weiterhin offen über dessen Klimapolitik sprechen würden. Sie hatten die Umweltpolitik des Online-Riesen kritisiert, unter anderem dessen Zusammenarbeit mit Öl- und Gasunternehmen sowie Klimawandel-Leugnern, wie Amazon Watchblog berichtet.

Die Klima-Aktivistengruppe „Amazon Employees for Climate Justice“ hat auf Twitter kommuniziert, dass einige Angestellte von der Rechts- und Personalabteilung des Unternehmens kontaktiert worden seien, weil sie gegen die externe Kommunikationspolitik von Amazon verstoßen hätten.

Zusammenarbeit mit Klimawandel-Leugner

Zwei Mitarbeitern wurde mit Kündigung gedroht. Eine davon ist Maren Costa, Expertin für User Experience, wie ein Sprecher der Gruppe gegenüber CNBC sagt. „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um den Boten zu bestrafen. Es ist nicht die Zeit, jene stummzuschalten, die sich für etwas aussprechen“, sagt Costa.

Auch der Software-Entwickler Jamie Kowalski habe von den Anwälten des Unternehmens Briefe erhalten, nachdem er sich im Oktober öffentlich gegen Amazon geäußert hatte.

Neue Richtlinie

Amazon hat im September seine Richtlinie geändert, in der festgehalten ist, dass Mitarbeiter eine Genehmigung brauchen, um in öffentlichen Foren über Amazon zu sprechen. Laut Unternehmenssprecherin Jaci Anderson habe Amazon damit aber vielmehr versucht, den Mitarbeitern die öffentliche Meinungsäußerung zu erleichtern. Sie sollten über das Intranet einen Antrag stellen, um diese Genehmigung zu erhalten.