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Digital Life
05/06/2019

Aus T-Mobile und UPC wird Magenta Telekom

Die neue Marke lockt mit Gigabit-Internet, 5G-ready-Tarifen, Kabel-TV per App und einem neuen Loyalitätsprogramm.

von David Kotrba

Magenta Telekom nennt sich die neue Dachmarke, unter der T-Mobile, UPC und künftig auch Telering in Österreich aktiv sein werden. Das hat der bisherige T-Mobile- und fortan Magenta-CEO Andreas Bierwirth am Montag enthüllt. Entgegen bisheriger Vermutungen wurde das Unternehmen nicht einfach "T" heißen. Der Buchstabe soll aber in Anlehnung an den deutschen Mutterkonzern Deutsche Telekom erhalten bleiben, deshalb habe man sich für die Bezeichnung Magenta Telekom entschieden. Die Netzkennung wird "Magenta T" lauten. "Damit haben wir das 'T' und Österreich hat eine bessere Telekom", meint Bierwirth.

Gigabit-Internet

Der freche Spruch ist eine Kampfansage. Magenta, das künftig Mobilfunk, Festnetz-Internet und Fernsehen aus einer Hand bieten wird, will der Rolle als Herausforderer von Marktführer A1 entwachsen und zum "Frontrunner" werden. Als schlagkräftigstes Argument dafür liefert Magenta Gigabit-Internet. Ab dem 7. Mai sollen in Wien Glasfaser-Internet-Anschlüsse mit einer Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde angeboten werden. Im Rest Österreichs will Magenta immerhin 500 Megabit pro Sekunde anbieten.

Zum Markenstart wird es entsprechende Einführungsangebote geben. Bei Vertragsabschluss bis 15. Juli 2019 wird man für eine 500 Mbit/s-Verbindung 49,99 Euro pro Monat zahlen, für 1 Gbit/s werden 99,99 Euro fällig. Nach dem Stichtag wird die Sache deutlich teurer. Für 1 Gbit/s verlangt Magenta dann etwa 199 Euro monatlich.

Unlimitiere Handynutzung

Nachdem T-Mobile vor wenigen Wochen das erste 5G-Netz Österreichs gestartet hat, will Magenta auch beim neuen Mobilfunkstandard eine Vorreiterrolle einnehmen. Das Unternehmen wird zwei Handytarife einführen, die "5G-ready" sind. Mit Mobile Gold (150 Mbit/s) und Mobile Platin (300 Mbit/s) erhält man zwar noch nicht die Geschwindigkeiten von 5G, aber dafür unlimitierte Gesprächsminuten, SMS und Daten. Das soll ein Vorgeschmack auf die Zukunft sein. In Zeiten zunehmender Streaming-Inhalte sei der Wegfall von Beschränkungen wichtig. Bierwirth: "Es kann ja nicht sein, dass man auf das Datenvolumen achtet, wenn man Game of Thrones schaut."

Magenta Mobile Gold wird zur Einführung um 44,99 Euro (ohne Smartphone), später 49,99 Euro monatlich kosten. Magenta Mobile Platin wird zu Beginn um 59,99 Euro, ab 15. Juli um 64,99 Euro angeboten.

Kabel-TV auch ohne Kabel

Mit Magenta soll das Kabelfernsehen auch in jene Regionen gelangen, die nie zuvor UPC hatten. Neben dem Kabelnetz sollen dafür auch mobiles Internet, Festnetzinternet sowie Hybrid-Anschlüsse genutzt werden. Für Smart-TVs, Android- und iOS-Smartphones sowie Streaming-Geräte wie Amazon Fire TV und Apple TV wird es eine eigene Magenta TV App geben. Außerdem werden Magenta-TV-Kunden das Fernsehangebot auch im Webbrowser abrufen können. Während UPC bisher nur in größeren Städten verfügbar war, soll so das ganze Bundesgebiet abgedeckt werden.

Kunden werden bis zu 200 digitale TV-Kanäle, davon fast 100 in HD-Qualität empfangen. Das Programm der vergangenen sieben Tage wird auf Abruf bereitstehen. Live-Sendungen können außerdem pausiert und zurückgespult werden. UPC-Bestandskunden werden ab 7. Mai automatisch und ohne Zusatzkosten mehr HD-Kanäle erhalten. Magenta TV wird in verschiedenen Paketen verfügbar sein, die allesamt auch Internetzugang enthalten. Die Preise beginnen bei 29,99 Euro (100 TV-Kanäle, davon 40 in HD), wobei man die ersten drei Monate weniger zahlt.

Loyalitätsprogramm

Nach dem Motto "loyal ist nicht egal" sollen markentreue Bestandkunden von Magenta künftig eine Reihe von Vorteilen erhalten. Ab dem zweiten abgeschlossenen Vertrag (etwa für ein Familienmitglied) sind sie Teil des Programms MagentaEINS. Dabei winken Rabatte auf die Grundgebühr, zusätzliches Datenvolumen für das Smartphone oder Coupons für Onlineshops oder Kinos. Mitglieder im Loyalitätsprogramm können auch sechs Monate lang eines der Smart Home Starterpakete von Magenta testen. Diese beinhalten diverse Sensoren (u.a. Bewegungs- und Rauchmelder) und eine Basisstation für das vernetzte Zuhause.

Business

Geschäftskunden sollen mit Magenta Business viele IT-Dienstleistungen aus einer Hand geboten werden. "Wir können für Kunden auf Wunsch eigene Glasfaserleitungen legen", meint Bierwirth. Beworben wird auch das Narrowband-IoT-Netz. Damit können Unternehmen Sensornetzwerke betreiben, die per Mobilfunk kommunizieren. Punkten will die Business-Sparte von Magenta auch mit individueller Betreuung. Im Call Center sollen Kunden stets mit dem selben Ansprechpartner verbunden werden.

5G

Besonders für Geschäftskunden interessant wird das weitere Vorgehen bei 5G. Angesprochen auf das Naheverhältnis zwischen T-Mobile und den Netzwerkausstatter Huawei - der nach US-Spionagevorwürfen unter genauer Beobachtung steht - meint Bierwirth: "Wir setzen bei der Netzwerkausrüstung auf mehrere Hersteller und wollen Huawei nicht davon ausschließen." Eine Entscheidung, mit welchen Partnern man das Magenta-5G-Netz erweitern will, werde in wenigen Wochen feststehen.

Umstellung

Die Einführung der Marke Magenta wird ab 7. Mai auf vielen Kanälen verkündet. Bei der Pressekonferenz am Montag wurden etwa zwei TV-Spots gezeigt. Was dabei auffällt: Trotz neuen Markennamens bleibt die bekannte T-Mobile-Tonfolge am Ende erhalten. T-Mobile und UPC sollen langsam aus dem österreichischen Markt verschwinden, kündigt Bierwirth an. Bis die komplette Markenänderung abgeschlossen ist, wird es rund ein Jahr dauern. Die Mobilfunk-Diskontmarke Telering wird etwa erst Anfang 2020 in Magenta aufgehen. Bis dahin können laut Bierwirth weiterhin Verträge bei Telering abgeschlossen werden. Kunden werden später automatisch auf Magenta Telekom umgestellt.