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Digital Life
08/12/2019

Boeing 737 Max-Krise: Airlines leasen nun 30 Jahre alte Flieger

Weil die neuen 737 Max-Maschinen nicht starten dürfen, sehen sich die Airlines nach Alternativen um, um die Engpässe kompensieren zu können.

Wie American Airlines vorrechnet, musste das Unternehmen allein bis Ende Juni mehr als 7800 Flüge streichen, weil die neuen 737 Max-Maschinen nicht starten dürfen. Um die Engpässe im Flugplan zu kompensieren, schauen sich Airlines nun nach Alternativen um und versuchen jedes nur annähernd passende Flugzeug zu leasen, wie CNBC berichtet.

Demnach greifen einige Airlines nun sogar auf einige Boeing 737-200s zurück. Die Produktion dieses Flugzeugtyps wurde bereits 1988 eingestellt, was bedeutet, dass die Maschinen mindestens 31 Jahre alt sind. Nolinor Aviation, ein kanadisches Unternehmen, das zehn solche Flugzeuge betreibt, verleiht nun einige seiner alten Maschinen an US-Airlines, die versuchen damit die 737-Max-Lücken zu schließen. Allerdings sind die 30 Jahre alten Flugzeuge wesentlich ineffizienter als neuere Passagierjets.

Leasingpreise explodieren

Die größte Nachfrage bestehe natürlich nach neueren 737-Modellen. So sind etwa die Leasingpreise für 737-800-Maschinen in den vergangenen Wochen und Monaten stark gestiegen. "Die Flugzeuge sind zur Zeit wie Goldstaub", wird ein Luftfahrtexperte von CNBC zitiert. Die Leasingkosten für eine Boeing 737-800 seien in etwa um 40 Prozent gestiegen.

"Zuerst hatten wir Anfragen, die alten Maschinen für die Sommermonate zu verleihen", sagt ein Nolinor-Aviation-Manager: "Dann hieß es, 'sind die Flugzeuge auch noch für den Herbst zu haben?'. Mittlerweile fragen uns die Airlines ob wir die Maschinen bis nach Weihnachten verleihen können."

Flugverbot bis mindestens Ende des Jahres

Der Jungfernflug der Flugzeugreihe 737 ging vor 51 Jahren über die Bühne. Southwest Airlines war die letzte US-amerikanische Airline, die eine Boeing 737-200s in den USA im Passagierbetrieb hatte. Die Airline verabschiedete den Flugzeugtyp bereits 2005 in den Ruhestand.

Boeing-CEO Dennis Muilenburg geht davon aus, dass das Problem noch dieses Jahr behoben wird. Er erwartet ein Ende des Flugverbots gegen Ende des Jahres.