FILE PHOTO: A Boeing 787-10 aircraft being built for Singapore Airlines sits in the Final Assembly Area before a delivery ceremony of the first Boeing 787-10 Dreamliner at Boeing South Carolina in North Charleston

Fertigung einer Boeing 787.

© REUTERS / Randall Hill

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"Werde nie damit fliegen": Arbeiter berichten über Mängel in Boeing-Werk

Ein Bericht über angebliche Mängel bei der Produktion des Langstreckenjets 787 "Dreamliner" bringt den US-Luftfahrtriesen Boeing weiter unter Druck. Der "New York Times" (Sonntag) zufolge hat der Konzern in den vergangenen zehn Jahren wiederholt Hinweise auf Sicherheitsrisiken erhalten, diese jedoch teilweise ignoriert.

Die Zeitung beruft sich auf Hunderte Seiten an internen E-Mails, Dokumente des Unternehmens und Unterlagen von Behörden sowie Interviews mit mehr als einem Dutzend Mitarbeitern. "Ich habe meiner Frau gesagt, dass ich aus Sicherheitsgründen nie mit dem Flugzeug fliegen werde", wird ein Boeing-Mitarbeiter von der New York Times zitiert.

FILE PHOTO: The 787 Aft Body manufacturing area is seen at Boeing South Carolina in North Charleston

Fertigung einer Boeing 787

Konkret geht es demnach um teilweise massive Sicherheitsbedenken bei der "Dreamliner"-Herstellung in Boeings Werk in North Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. Hausgemachte Probleme wie überhöhter Produktionsdruck und mangelnde Qualifikation von Mitarbeitern sollen angeblich zu gefährlichen Mängeln bei der Fertigung geführt haben. So seien etwa Metallspäne nicht ordentlich beseitigt und defekte Teile in den Fliegern installiert worden, heißt es in dem Bericht.

Boeing zunehmend unter Druck

Boeing wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen produziere im Werk in South Carolina auf dem höchsten Qualitätsniveau seiner Geschichte, erklärte Boeings Leiter der Verkehrsflugzeugsparte, Kevin McAllister. Der US-Konzern steht nach zwei Abstürzen seiner bestverkauften Baureihe 737 Max binnen weniger Monate bereits massiv in der Kritik. Nach ersten Ermittlungsberichten steht ein Herstellerfehler bei einer Steuerungssoftware im Verdacht, eine entscheidende Ursache für die Unglücke mit insgesamt 346 Todesopfern gewesen zu sein.

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