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Digital Life
07/18/2019

DNA von Online-Plattform führte zu Freispruch von Unschuldigem

Erstmals konnte eine DNA-Plattform genutzt werden, um einen zu Unrecht eingesperrten Menschen freizusprechen.

In den USA ist erstmals ein unschuldig wegen Mordes verurteilter Mann von allen Vorwürfen reingewaschen worden, nachdem der wahre Täter durch eine DNA-Stammbaumanalyse ermittelt wurde. Ein Gericht im Bundesstaat Idaho sprach den 43-jährigen Christopher Tapp am Mittwoch endgültig vom Vorwurf frei, 1996 eine Frau vergewaltigt und ermordet zu haben.

Tapp war 1998 wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch basierte auf einem Geständnis, das Tapp später widerrief. Im vergangenen Mai wurde dann ein anderer Tatverdächtiger festgenommen, der den Mord schließlich gestand. Ermittler waren ihm auf die Spur gekommen, indem sie DNA von am Tatort gefundenem Sperma mit Stammbaum-Datenbanken im Internet abglichen. In den USA schicken viele Menschen DNA-Proben an spezialisierte Anbieter, um über Erbgut-Vergleiche entfernte Verwandte zu finden.

Auch Mörder ausfindig gemacht

Ermittler können in solchen Datenbanken mit am Tatort gefundenen DNA-Spuren Verwandte des Täters aufspüren - und so schließlich einen Verdächtigen ausfindig machen. Diese Methode führte im vergangenen Jahr zur Festnahme des mutmaßlichen "Golden State Killers" Joseph James DeAngelo, der mindestens zwölf Morde verübt und mehr als 50 Frauen vergewaltigt haben soll.

Im Fall Christopher Tapp wurde durch diese Methode nun erstmals ein unschuldig Verurteilter vollständig entlastet, indem der wahre Täter ermittelt wurde. Tapps Verurteilung war aber bereits vorher ins Wanken geraten: Er kam 2017 im Zuge einer Abmachung mit der Justiz auf freien Fuß - die Vorwürfe gegen ihn blieben aber formell bestehen.

Ende 2018 erhielten seine Anwälte dann die Erlaubnis, am Tatort gefundenes Sperma mit Online-Datenbanken abzugleichen. So wurde der wahre Täter gefunden - ein Nachbar des Mordopfers.