Digital Life
06.04.2018

Facebook nutzt geheimes Tool, um Nachrichten von Zuckerberg zu löschen

© Bild: AP / Nam Y. Huh

Vom Facebook-Management versendete Nachrichten werden nach einer gewissen Zeit aus dem Posteingang ihrer Empfänger gelöscht.

Wer auf Facebook anderen Nachrichten schickt, kann sie danach nicht mehr löschen. Das gilt allerdings nicht für Unternehmensgründer Mark Zuckerberg und andere Mitglieder des Facebook-Managements, wie Techcrunch herausfand. Laut dem US-Online-Medium sind zahlreiche Nachrichten die Zuckerberg und andere Facebook-Manager über das Online-Netzwerk versandten aus den Chat-Logs ihrer Empfänger verschwunden. Offengelegt wurde die Löschung der Mails gegenüber den betroffenen Empfängern allerdings nicht.

Sicherheitsgründe

Man habe die Maßnahme nach dem Cyberangriff auf das Filmstudio Sony Pictures im Jahr 2014 eingeführt, um die Kommunikation des Managements zu schützen, teilte Facebook auf Anfrage von Techcrunch mit. Bei dem Sony-Hack gerieten peinliche Details aus dem E-Mail-Verkehr von Sony-Managern an die Öffentlichkeit, die schließlich der Co-Vorsitzenden Amy Pascal den Job kosteten. 

Laut dem „Guardian“ sorgt die Maßnahme bei vielen Nutzern für Verärgerung, weil ein solches Feature nicht allen Mitgliedern des Online-Netzwerkes zur Verfügung steht.

Facebook bietet über ein verschlüsseltes Feature in seinem Messenger Nutzern zwar seit 2016 die Möglichkeit, Nachrichten zu versenden, die nach dem Vorbild des Konkurrenten Snapchat nach einer gewissen Zeit automatisch gelöscht werden. Nachrichten, die vor 2016 verschickt wurden, können damit allerdings nicht entfernt werden. Das Gros der von Facebook-Chef Mark Zuckerberg gelöschten Nachrichten fällt laut Techcrunch in den Zeitraum vor 2016.

Unter Druck

Facebook steht derzeit wegen der Weitergabe von Daten von mehr als 85 Millionen Nutzern an Cambridge Analytica unter Druck. Konzernchef Mark Zuckerberg wird kommende Woche vor dem US-Kongress - zunächst vor dem Justizausschuss des Senats und dann vor dem Handelsausschuss des Repräsentantenhauses - zu dem Skandal befragt.

Auch mit seinem Messenger kam das Online-Netzwerk in der Vergangenheit immer wieder ins Gerede. Fotos und Links, die über den Messenger verschickt werden, werden automatisch überprüft, räumte Facebook vor kurzem ein.