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Wie man Fahrradrouten im Web und per App plant

Fahrradfahren liegt derzeit im Trend, das belegen unter anderem aktuelle Statistiken. So ist alleine in der Bundeshauptstadt die Zahl an Radler*innen zwischen 2019 und 2021 um 13 Prozent gestiegen. Noch nie wurden so viele Radfahrende in Wien gezählt wie im vergangenen Jahr. 

Den Trend dürften auch Viele bemerkt haben, die sich in den letzten Monaten ein Fahrrad kaufen wollten. Teilweise waren die Lager der Händler leergefegt, was für lange Wartezeiten sorgte. Besonders beliebt sind E-Bikes, von den 490.000 verkauften neuen Fahrrädern im Jahr 2021 waren rund die Hälfte E-Bikes.

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, muss natürlich auch wissen, wo es sich am besten fährt. Gerade dann, wenn man etwa stark befahrene Straßen oder ungünstige Bodenbeläge vermeiden möchte, empfiehlt es sich, die Route im Vorfeld bestmöglich zu planen. Dafür gibt es einige Dienste, die alle Vor- und Nachteile haben.

Auf folgende Apps bzw. Services gehe ich diesem Artikel genauer ein:

  • Google Maps
  • Organic Maps
  • Komoot
  • Strava

Google Maps: Für die Stadtradler

Erste Anlaufstelle dürfte für viele Radler*innen Google Maps sein. Der Kartendienst ist den meisten Smartphone-Nutzer*innen wohlvertraut und bietet auch in den meisten Ländern eine Radrouten-Funktion. Wer schnell in der Stadt die Route vom Büro ins Kaffeehaus nachschauen möchte, ist damit auch in der Regel gut bedient. Google Maps kennt die wichtigsten Fahrradwege und führt einen zumindest schnell zum Ziel.

Will man komplexere und längere Routen planen, ist Google Maps hingegen nicht die erste Wahl. So berechnet der Dienst in der Regel den direktesten Weg, ohne Rücksicht auf Straßenbedingungen oder Belag. Gerade am Land schickt einen Google -ohne Vorwarnung über unbefestigte Straßen bzw. Schotterwege. Wenn es kurz zuvor geregnet hat, kann das zum Problem werden, sofern man nicht für eine Offroad-Tour gewappnet ist. Auch wenn man mit dünnen Reifen bzw. mit einem Rennrad unterwegs ist, kann man hier in die ein oder andere Sackgasse laufen. Zumindest liefert Google Maps ein Höhenprofil mit, damit man sich auf eventuelle Anstiege einstellen kann, allerdings liegt das auch nicht selten daneben.

maps.google.com

Organic Maps: Offline und Open Source

Die beste Open-Source-App-Alternative zu Google Maps ist Organic Maps. Die Macher*innen haben sich nicht nur dem Datenschutz sondern auch einem möglichst ungestörten Nutzer*innenerlebnis gewidmet. Das heißt, man muss sich nicht mit irgendeiner Registrierung, Werbung, oder der Aufforderung, die App doch bitte zu bewerten, herumschlagen. 

Die Kartendaten stammen von Open Street Map und sind entsprechend hochwertig. Besonders interessant für Radler*innen, die in Gegenden fahren, wo der Handyempfang vielleicht nicht optimal ist: Die Karten können wahlweise offline gespeichert werden. Welchen Bereich man herunterladen möchte, kann man bequem nach Land oder Bundesland sortieren. 

Die Qualität der vorgeschlagenen Radrouten ist - zumindest nach meinem subjektiven Eindruck - besser als bei Google Maps. Zwar schickt einen Open Street Map auch über Hauptverkehrswege, aber zumindest nicht über unbefestigte Wald-, oder Schotterstraßen. Auch das gelieferte Höhenprofil ist genauer als bei Google Maps. 

organicmaps.app

Professional road cyclist

Komoot: Beste Routenplanung

Wer längere, sportliche Radausfahrten unternehmen möchte, ist beim Routenplaner von Komoot an der richtigen Stelle. Anhand verschiedener Parameter wird dort die optimale Strecke berechnet. Dabei kann man etwa angeben, mit welcher Art Rad man unterwegs ist. Das ist sinnvoll, denn Mountainbikefahrer*innen haben andere Ansprüche an die Strecke als E-Bike-Ausflügler*innen. 

Hat man eine Strecke zwischen 2 (oder mehreren) Wegpunkten berechnet, zeigt einen Komoot unter anderem an, wie fit man für die Tour sein sollte. Außerdem sieht man detailliert, welche Wegtypen man auf der Strecke vorfindet, also zum Beispiel wie viel Kilometer Fahrradwege, Nebenstraßen oder Bundesstraßen man dabei passiert. Auch bekommt man eine genauere Aufstellung darüber, wie der Boden beschaffen ist. Unterschieden wird hierbei etwa zwischen losem Untergrund, Pflaster oder Asphalt. Die entsprechende Datenbank kann sich für Österreich durchaus sehen lassen, zumeist sind es nur wenige hundert Meter, deren Straßenbelag für Komoot “unbekannt” ist. Dazu gibt es verschiedene Points of Interests, wie etwa Cafés, Sehenswürdigkeiten oder Trinkbrunnen. Wer kein konkretes Ziel im Sinn hat, kann auch einfach vorgegebenen Routen folgen.

Mit der entsprechenden App kann man die Tour nach der Planung auch an sein Smartphone senden. Auch werden vernetzte Fahrradcomputer unterstützt, etwa von Garmin oder Wahoo. Um sie offline oder per Sprachanweisungen fahren zu können, muss man das gewünschte Gebiet per Komoot Maps (als Einmalzahlung ab 4 Euro) kaufen. Wer Komoot Premium um 5 Euro im Monat abonniert, bekommt diese Funktionen ebenfalls. Dazu gibt es noch weitere Features, wie etwa MehrtagesplanerLive-Tracking oder sportspezifische Karten.

www.komoot.de/plan/

Strava: Für die Sportlichen

Eigentlich hat sich Strava als Social Network für viele verschiedene Ausdauersportarten entwickelt, mittlerweile bietet der Dienst aber auch einen nützlichen Routenplaner für Premium-Abonnenten (60 Euro pro Jahr). Die Routenvorschläge haben hier auch einen sozialen Aspekt - so werden einem die Wege primär vorgeschlagen, die andere Strava-Nutzer*innen fahren. Zusätzlich kann man noch wählen, ob man Asphaltbelag bevorzugt und wie viele Steigungen die Routen beinhalten. Gerade für bergige Gegenden bietet einem die 3D-Terrain-Ansicht wertvolle Hinweise darauf, wo es bergig wird. Wie bei Komoot hat auch Strava sehr viele Points of Interests integriert, wie etwa Wasserstellen, öffentliche Toiletten oder Sehenswürdigkeiten. 

Wer keinen Plan hat, wohin er fahren möchte, kann sich von Strava auch Routen generieren lassen. Dafür muss man einfach angeben, wie weit man fahren möchte und ob es hügelig sein soll. Anschließend werden vom eigenen Standort Rundwege vorgeschlagen. Das funktioniert manchmal sehr gut, manchmal weniger. Vor allem sind die Straßengegebenheiten bei Strava nicht ganz so genau, wie etwa bei Komoot und so kann es sein, dass man plötzlich vor eine Schotterstraße steht, ohne auf einem geeigneten Fahrrad zu sitzen. 

Hat man seine perfekte Route jedenfalls gefunden, kann man ihr auch bei Strava entweder am Smartphone folgen, oder sie auf einen geeigneten Fahrradcomputer laden.

www.strava.com/routes/

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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