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Digital Life
10/18/2019

FPÖ dreht Straches Facebook-Seite ab

Im Streit um Straches Facebook-Profil reagiert die FPÖ nun, allerdings nicht so, wie vom Ex-Parteiobmann gewünscht.

von Martin Stepanek

Bis Freitag Mitternacht hätte die FPÖ die Zugangsdaten zum Facebook-Seite von Heinz-Christian Strache herausrücken sollen - das war zumindest die Forderung von Straches Anwalt, welche der Partei auch per Schreiben zugestellt worden war. Am späten Freitagabend reagierte die FPÖ schließlich, wenngleich anders als vom Ex-Vizekanzler und ehemaligen Parteiobmann gewünscht.

FPÖ pocht auf Eigentümerschaft

Die Partei teilte mit, dass sie die "HC Strache"-Fanseite auf Facebook sowie weitere Seiten, die Straches Persönlichkeitsrechte verletzen würden, um Mitternacht stilllegen. "Nachdem sich auf den Seiten auch persönlich erstellte Fotos und Texte von Heinz-Christian Strache befinden, ist die Stilllegung die einzige Möglichkeit, dessen Rechte zu wahren und damit zugleich die Interessen der FPÖ als Medieninhaber (Impressum) zu sichern", schreibt die FPÖ.

Einmal mehr betont die Partei, dass die Seiten selbst Eigentum der FPÖ seien. Der Aufforderung Straches, ihm die alleinigen Administratorenrechte zu übertragen, könne die FPÖ aus rechtlichen Gründen nicht nachkommen, "denn die Seiten wurden unter Einsatz von Mitteln – sowohl finanziell als auch personell – durch die FPÖ aufgebaut und betrieben."

Facebook-Seite offline

Tatsächlich ist die Seite seit kurz vor Mitternacht auf Facebook nicht mehr erreichbar. "Leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar", heißt es, wenn man facebook.com/HCStrache aufruft. Strache selbst meldet sich praktisch zeitgleich auf seinem persönlichen Account zu Wort, der im Vergleich zu seiner Politiker-Seite allerdings nur über 50.000 Follower verfügt. "Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Keine Sorge, ich komme nicht nur auf Facebook wieder", richtete er seiner Partei aus.

Facebook traf Vorentscheidung

Mit der FPÖ-Aktion geht die Posse um Straches Politiker-Seite und deren 800.000 Follower in die nächste Runde. Ob Strache die Inhaberschaft der Seite einklagen kann, ist fraglich. Gegenüber der futurezone äußerten sich Rechtsexperten zuletzt jedenfalls skeptisch.

Aber auch für die FPÖ gibt es nicht mehr wahnsinnig viel zu gewinnen. Denn Facebook hat bereits ausgeschlossen, dass die Strache-Seite mit der offiziellen FPÖ-Seite zusammengeführt werden oder in eine Parteiseite umbenannt werden darf. Damit wären die 800.000 Follower und somit sämtliche, bereits getätigte Investitionen für die Partei auch dann verloren, wenn sie vor Gericht die Inhaberschaft der Facebook-Seite zugesprochen bekommt.