Digital Life
04/12/2019

Größte Bildagentur Chinas verlangte Geld für Schwarzes Loch

Die Visual China Group wollte das frei verfügbare ESO-Foto des Schwarzen Loches vermarkten und löste damit einen Shitstorm aus.

Mit einer dreisten Aktion hat die größte Bildagentur Chinas, die Visual China Group, einen derartigen öffentlichen Aufschrei hervorgerufen, dass der Betrieb nun vorübergehend eingestellt wird. VCG, oftmals als "Getty Images von China" bezeichnet, stellte das am Mittwoch vom European Southern Observatory (ESO) veröffentlichte erste Bild eines Schwarzen Loches auf seine Webseite und bot es dort zum Kauf an. Das Foto wurde allerdings unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und ist gegen Nennung des Urhebers kostenlos verwendbar, wie TechCrunch und ZDNet berichten.

Heftige Reaktionen

Auf Weibo und anderen chinesischen sozialen Netzwerken hagelte es daraufhin negative Kommentare. Viele Chinesen sahen den aktuellen Vorfall als Beispiel für opportunistisches Geschäftsverständnis von VCG. Die Bildagentur verlangte in der Vergangenheit bereits Geld für ein Bild der chinesischen Flagge und für die Nationalembleme des Landes. Der Aktienkurs von VCG sackte daraufhin ab. Das Unternehmen sah sich zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen.

Entschuldigung

"Diese Probleme zeigen, dass wir Schwachstellen im Management haben und wir entschuldigen uns dafür", teilte VCG mit. Man wolle nun eingehend überprüfen, welche Bilder auf dem eigenen Bildportal "fälschlicherweise" gegen Bezahlung angeboten wurden und werde deshalb den Betrieb vorübergehend einstellen. Für China kommt der Vorfall genau zu einem Zeitpunkt, da sich das Land als verlässlicher internationaler Partner für die Einhaltung von Urheberrechten positionieren will.