Abschuss der Laserwaffe DragonFire

Ein Foto des Tests, das vom britischen Verteidigungsministerium veröffentlicht wurde

© UK UK MOD

Militärtechnik

Großbritannien will Laserwaffe gegen Huthi-Rebellen einsetzen

Das britische Militär hat eine neue Laserwaffe getestet, die künftig ganze Drohnenschwärme vom Himmel holen kann. Das berichtet das Verteidigungsministerium in einer Presseaussendung. In dem Test wurde die Waffe mit der Bezeichnung DragonFire gegen ein fiktives Luftziel abgefeuert. 

Details zur möglichen Reichweite will das Ministerium aus Geheimhaltungsgründen nicht machen. Es heißt aber, dass der Laser “alle Ziele in Sichtreichweite” angreifen könne. Die Genauigkeit vergleicht das Ministerium so, dass man eine 1-Pfund-Münze aus einem Kilometer Entfernung treffen könne. Zur genauen Leistung macht das Ministerium keine Angabe, es ist lediglich die Rede von einem “High-Power”-System die Rede. 

Das Militär sieht das Laser Directed Energy Weapon (LDEW) System vor allem als kostengünstige Alternative zu konventioneller Flugabwehr. Bei jener wird gewöhnliche Munition bzw. Raketen abgefeuert, was zu hohen Kosten von teilweise mehreren Tausend Euro pro Schuss führt. Der Laser könne zu Betriebskosten von unter 10 Pfund (11,60 Euro) pro Schuss betrieben werden. 

Laser gegen Angriffe der Huthis

Laut einem Bericht bei der Times wollen britische Politiker*innen die Entwicklung nun beschleunigt vorantreiben. So hoffe man, dass das System schon bald zur Abwehr der Angriffe der Huthi-Rebellen im Jemen auf die kommerzielle Schifffahrt einzusetzen. 

Die Angriffe fanden zuletzt  in den Gewässern des Roten Meeres und in der Nähe der strategisch wichtigen Meerenge von Bab al-Mandab statt. Diese Angriffe haben internationale Besorgnis ausgelöst, da sie das Potenzial haben, den Seehandel in einer der verkehrsreichsten und wirtschaftlich bedeutendsten Wasserstraßen der Welt erheblich zu beeinträchtigen.

DragonFire Laserwaffe

“Revolution”

In der Presseaussendung wird auch der britische Verteidigungsminister Grant Shapp zitiert. Er erklärt, dass diese Art von Waffen Kriegsschauplätze “revolutionieren” könne. So sei man nicht abhängig von Munition, weil zum Abfeuern lediglich Energie benötigt werden. Auch das Risiko von Kollateralschäden sei geringer. 

DragonFire wird vom Defence Science and Technology Laboratory (Dstl) im Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums entwickelt. Dabei arbeitet man mit den Industriepartnern MBDALeonardo und QinetiQ.

Auch andere Länder entwickeln Laserwaffen

Großbritannien ist nicht das einzige Land, dessen Militär auf Laser setzt. In Israel sollen etwa Laser das Flugabwehrsystem Iron Dome ergänzen. Iron Beam ist ein Luftverteidigungssystem mit einer Leistung von 100 Kilowatt. Es wurde entwickelt, um Geschosse zu zerstören, die für den israelischen Iron Dome zu nahe kommen und von ihm nicht abgefangen werden können. 

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Der Rüstungs- und Technologiekonzern Lockheed Martin hat dem US-Militär seinen bisher stärksten Laser geliefert. Er hat eine maximale Leistung von 300 Kilowatt.

➤ Mehr lesen: Das US-Militär hat jetzt eine 300 Kilowatt starke Laserwaffe

Die französische Marine hat vom 12. bis 14. Juni an Bord des Zerstörers Forbin im Mittelmeer das Laserwaffensystem HELMA-P (High Energy Laser for Multiple Applications – Power) getestet. Die Laserwaffe soll künftig zur Abwehr von Drohnen auf hoher See zum Einsatz kommen, teilte die französische Marine mit.

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