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Digital Life

Facebook schließt Werbung in Bezug auf ethnische Zugehörigkeit aus

Meta, der neue Name für das Mutterunternehmen, das Facebook und Instagram verwaltet, will die Möglichkeiten seiner Werbekund*innen einschränken. Laut einem Beitrag im Meta for Business-Blog, blockiert der Konzern die Verwendung detaillierter Targeting-Optionen, die Werbung auf Grundlage von Engagement in „sensiblen“ Bereichen anzeigen.

Dazu zählt unter anderem die ethnische Zugehörigkeit, religiöse Ansichten, politische Überzeugungen und die sexuelle Orientierung. "Wir haben von Experten Bedenken gehört, dass Targeting-Optionen wie diese auf eine Art und Weise verwendet werden könnten, die zu negativen Erfahrungen für Menschen in unterrepräsentierten Gruppen führt", schreibt Graham Mudd, Metas Vizepräsident für Marketing und Anzeigen, in dem Beitrag.

FILE PHOTO: A 3D printed Facebook's new rebrand logo Meta and Facebook logo are placed on laptop keyboard in this illustration

Im dritten Quartal 2021 betrugen die Werbeeinnahmen von Facebook 28,2 Milliarden Dollar

Meta betont, dass die detaillierten Targeting-Optionen nicht auf körperlichen Merkmalen oder persönlichen Entscheidungen beruhen. Sie beziehen sich vielmehr auf das, wofür Sie sich nach Meinung der Werbetreibenden aufgrund Ihrer Aktivitäten interessieren könnten. Dennoch kann detailliertes Targeting auch schädlich sein. Zielgerichtete Werbung kann sich diskriminierend anfühlen, Abhängigkeiten verstärken, das Verhalten negativ beeinflussen und sogar psychische Probleme verursachen.

Bedenkliches Werbesystem

Es ist nicht das erste Mal, dass der Konzern umstrittene Kategorien entfernt. Zuvor konnten Werbetreibende Anzeigen auf antisemitische Kategorien und Pseudowissenschaft ausrichten. Außerdem konnten Unternehmen Wohnungs-, Job- und Kreditanzeigen nach "multikultureller Affinität" ausrichten, wodurch bestimmte Personengruppen auch ausgeschlossen werden konnten. Und erst nach dem Cambridge-Analytica-Skandal hat Facebook 2018 aufgehört, Daten von Drittanbietern für das Targeting von Anzeigen zuzulassen, indem es Unternehmen ausschloss, die Daten wie Kaufhistorie an Werbetreibende verkauften.

Der Grund für diese jüngste Änderung könnte etwas mit dem Schutz der psychischen Gesundheit zu tun haben. Meta bereitet sich wahrscheinlich auf das Ergebnis der Bemühungen der EU vor, Regelungen zu schaffen, die Tracking-basierte Werbung verbieten. Metas globales Werbesystem kann bestimmte Bereiche nicht effektiv herausfiltern, so dass es detaillierte Zielgruppen auf der ganzen Welt abschalten muss.

Die Entscheidung war "schwierig", wie es in dem Blog und in dem Tweet des Meta-Vizepräsidenten, Roy Austin, heißt. Die Änderung wird am 19. Januar 2022 für Facebook, Instagram und Messenger in Kraft treten. Dies wird Meta jedoch nicht davon abhalten, User*innen auf der Grundlage Ihres Alters, Geschlechts und Standorts anzusprechen - es könnte nur verhindern, dass sie auf der Grundlage der Affinität ihrer Online-Persona für eine seltsam spezifische Untergruppe angesprochen werden.

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